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Neulich abends im Wald

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Allgemein

Ein Wanderer verirrt sich im Wald. Als es bereits dunkel wird und er allen Mut verliert, trifft er auf unerwartete Hilfe ....

Neulich abends im Wald, Gott geht auf Menschen zu, Gottes hilft, Handeln als Christ, Werkgerechtigkeit

Das Stück

Utensilien: Wanderhut, Wanderstock, Taschenlampe, Laterne

Wanderer: Kommt in den Raum. Es ist Abend und bereits dunkel geworden. Er hat eine Taschenlampe in der Hand, die eingeschaltet ist.
Er leuchtet vor sich auf den Boden und schwenkt die Taschenlampe dann in das Publikum und spricht zu sich selbst: „Man sieht kaum noch die Hand vor Augen. Es wird so schnell dunkel.“

Die Taschenlampe beginnt zu flackern und geht es aus.

Wanderer: „Nun ist auch noch meine Taschenlampe aus.“
Singt mutlos und leise: „Der Mond ist aufgegangen … Jetzt bin ich schon den ganzen Tag unterwegs und gehe stundenlang durch diesen Wald. Ich glaube, ich habe mich verirrt. Wenn ich nur jemanden fragen könnte, wo ich bin."

Er sieht sich um und sieht etwas entfernt einen Mann auf einer Bank sitzen. Neben dem Mann steht eine Laterne.

Wanderer: „Ach, aber da ist ja jemand. Anscheinend habe ich doch noch Glück heute.“
Er tritt auf den sitzenden Mann zu.
Wanderer: „Guten Abend. Sie schickt der Himmel."

Mann auf der Bank: "Das könnte man so sagen. Guten Abend, lieber Torsten."

Wanderer (ist jetzt doch etwas überrascht): "Wie meinen Sie das? Und woher wissen Sie meinen Namen?"

Mann auf der Bank: „Na ja, der steht hier auf meinem Auftrag. (Hält einen Zettel hoch) Ich warte schon die ganze Zeit hier auf Dich. Du hast Dich ganz schön verspätet.“

Wanderer: „Was für ein Auftrag. Ich habe doch gar keinen Auftrag erteilt.“

Mann auf der Bank: „Ja, das kann sein. Eigentlich ist es nicht so wichtig, wer den Auftrag erteilt hat. Aber ich kann mal schauen. (schaut auf den Zettel) Steht hier mal wieder nicht, wer den Auftrag erteilt hat. Hier steht nur (liest vor): ab 16:00 auf der Bank im Wald neben den drei Eichen auf Wanderer warten. Braucht vermutlich Hilfe. Sieh zu, dass Du pünktlich bist. (Blickt auf und schaut auf seine Uhr) Und jetzt haben wir es schon kurz nach sechs. Du bist über zwei Stunden zu spät ….“

Wanderer: „Na ja, ich habe einfach Pech gehabt. Außerdem wollte ich gar nicht hier sein. Eigentlich wollte in der Herberge zur frommen Schwester übernachten. Da bin ich pünktlich heute Nachmittag gewesen. Kann ich mich zu Ihnen setzen?"

Mann auf der Bank: „Ja, gern nimm Platz. Und, warum bist Du nicht in der Herberge geblieben?“

Wanderer: „Na. Die fromme Schwester hat mich erst ganz herzlich begrüßt. Aber nachdem wir eine Zeit miteinander gesprochen hatten, war die fromme Schwester auf einmal gar nicht mehr so fromm.“

Mann auf der Bank: „Warum denn das?“

Wanderer: „Erst wollte sie wissen, zu welcher Kirchengemeinde ich gehöre. Leider bin ich bereits vor sieben Jahren aus der Kirche ausgetreten und habe ihr das auch gesagt. Außerdem hatte ich ihr auch gleich noch meine Meinung zu Kreuzzügen, Inquisition, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Familienplanung, Kirchensteuer und noch zu ein paar anderen Themen erläutert.“

Mann auf der Bank: „Das war vielleicht etwas undiplomatisch.“

Wanderer: „Ja, vielleicht. Na ja, sie meinte dann am Ende unseres Gesprächs, dass die Herberge eigentlich nur für Christen gedacht ist, die auch in der Kirche sind. Schließlich finanziert die Kirche ja auch die Herberge und das Geld sei heute nun mal sehr knapp.“

Mann auf der Bank: „Wolltest Du denn nicht für die Übernachtung bezahlen?“

Wanderer: „Doch, doch. Aber es war dann auf einmal alles ausgebucht. Sie hat dann nochmal nachgesehen und festgestellt, dass sie noch eine größere Gruppe erwartet. Es sei kein Zimmer mehr frei. Zumindest hat sie mir dann noch einen Tipp gegeben.“

Mann auf der Bank: „Und da bist Du dann als nächstes hin?“

Wanderer: „Richtig. Die fromme Schwester meinte, dass ich es auf dem Campingplatz zum gütigen Küster versuchen könnte. Dort würde es auf jeden Fall immer freie Zelte geben.“

Mann auf der Bank: „Und hast Du dann dem gütigen Küster auch deine Positionen zu Kirchenfragen erläutert?“

Wanderer: „Das ging leider nicht. Ich bin dann zum Campingplatz und da war leider zu. Betriebsausflug nach St. Matthäus. Zum Weihnachtsmarkt. Vom Küster war weit und breit nichts zu sehen.“

Mann auf der Bank: „Na ja. Ist vielleicht nicht so schlimm. Im November wäre es sowieso ein bisschen kalt im Zelt geworden.“

Wanderer: „Ehrlich gesagt halte ich auch von Küstern nicht so richtig viel. Früher hat uns ein Küster beim Fußballspielen immer verjagt, wenn wir auf dem Rasen bei der Kirche gespielt haben. Das war auch eher so ein mieser Typ“.

Mann auf der Bank (spricht erst zu sich selbst): „Da wird sich der Chef wieder ordentlich aufregen. Immer dieser Ärger mit den Zweigstellen und dem Servicepersonal … (Wendet sich dann Wanderer zu) Du scheinst etwas enttäuscht zu sein.“

Wanderer: „Ja, das kann man so sagen. Aber Sie sprachen von einem Auftrag. Was ist das für ein Auftrag. Und warum wissen Sie nicht, wer den Auftrag erteilt hat?“

Mann auf der Bank: „Das kommt schon mal vor. In der Eile wird das Auftragsformular nicht richtig ausgefüllt. Aber meistens kommen die Aufträge direkt vom Chef. Manchmal aber auch von seinem Sohn. Und manchmal noch von jemand Dritten. Der unterschreibt immer mit 'HG'. Den habe ich noch nie gesehen.“

Wanderer: „Aber das verstehe ich nicht. Egal ob Chef, Sohn oder HG. Warum schickt denn jemand Wildfremdes Sie los, um mir nachts hier im Wald zu helfen? Ich wüsste nicht, womit ich das verdient hätte. Ich bin nicht in der Kirche. Ich spende nicht für die Flüchtlinge. Ich backe keine Weihnachtskekse für meine Nachbarn.“

Mann auf der Bank: „Das weiß ich auch nicht so genau. Aber Du scheinst Ihm wichtig zu sein. Und vermutlich wirst Du heute Nacht Hilfe noch gut brauchen können. So Sonderaufträge wie diesen (hebt den Zettel hoch), die gibt es nicht so oft.“

Wanderer: „Sonderaufträge??“

Mann auf der Bank: „Ja, Sonderaufträge gibt es, wenn es wirklich eilig ist. Einmal hat der Chef sogar seinen Sohn für einen besonders wichtigen Auftrag losgeschickt. Aber das ist eine andere Geschichte. Da ging es wirklich um Alles. Komm, lass uns aufbrechen. Ich erzähle sie Dir auf dem Weg.“

Wanderer: „Wo geht es denn hin?“

Mann auf der Bank: "Du bist heute im Haus des Chefs eingeladen.“

Mann auf der Bank hilft Wanderer auf. Beide gehen ab.

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