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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Allgemein

Die Frau verschweigt ihrem Mann eine zerkratzte Autotür, der Mann beschuldigt darauf den Nachbarn. Die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge bestehen oft nur aus dem Verschweigen der Wahrheit.

Gesetze, Gebote, Verleumdung, Lüge, Wahrheit, Ausreden

Das Stück

Frau Eisenbeiß sitzt gelassen am Tisch und feilt ihre Fingernägel. Herr Eisenbeiß stürmt wutentbrannt herein und baut sich vor dem Küchentisch auf.

Herr Eisenbeiß: „Dem werde ich es schon noch zeigen, der glaubt wohl, er kann sich alles erlauben!“

Frau Eisenbeiß feilt ungerührt weiter, keine Antwort. Herr Eisenbeiß setzt sich an die Schreibmaschine bzw. vor das Schreibpapier:

„Aber, ich hab ja schon was Entsprechendes vorbereitet, der wird noch Augen machen!“

Schreibt noch ein paar Worte auf das Schreibpapier, zieht es vom Block oder aus der Schreibmaschine (bei PC-Verwendung aus dem Drucker) und setzt seine Unterschrift darunter. Dann nimmt er das vorbereitete Kuvert und steckt den Brief hinein. Danach verlässt er mit dem Brief die Bühne. Frau Eisenbeiß ignoriert den Abgang, legt die Feile weg und greift zu einer Illustrierten. Kurze Zeit später klingelt es an der Haustür, Frau Eisenbeiß öffnet, Herr Hasenfuß, mit dem geöffneten Brief in der Hand, steht davor.

Herr Hasenfuß: „Ist Ihr Mann zu Hause?“

Frau Eisenbeiß: „Schatz, kommst Du mal bitte!“

Frau Eisenbeiß geht zurück in die Küche und setzt sich. Herr Eisenbeiß, der inzwischen wieder in die Wohnung zurückgekommen ist, kommt von hinten. Herr Hasenfuß wedelt mit dem Brief.

Herr Hasenfuß: „Also, Herr Eisenbeiß, ich muss schon sagen, das ist eine Unverschämtheit!“

Herr Eisenbeiß: „Herr Hasenfuß, Sie werden doch nicht glauben, dass ich mein Auto ungestraft von Ihnen beschädigen lasse!“

Herr Hasenfuß: „Ich kann Ihnen mit absoluter Sicherheit sagen, dass ich Ihr Auto nicht beschädigt habe!“

Herr Eisenbeiß: „Na, wer wird das denn sonst gewesen sein? Ihr Stellplatz befindet sich doch genau neben meinem Stellplatz. Und bei Ihrem Einparkstil wundert mich da gar nichts mehr!“

Herr Hasenfuß: „Also, da wollen wir mal sehen, wer hier den schrägeren Einparkstil führt! Und dann gleich die Forderung (er zitiert aus dem Brief): 'Nach meiner Schätzung beträgt der Schaden 300,- Euro, die Sie bitte umgehend begleichen!' Das ist schon wirklich mehr als infam!“

Herr Eisenbeiß: „Na, dann bringen Sie ja wohl das Geld gleich vorbei!“

Herr Hasenfuß: „Das könnte Ihnen so passen, zuerst wollen wir die Sachlage mal klären, kommen Sie mal mit!“

Die beiden Männer treten ein Stück vor, bzw. vor die Bühne. Frau Eisenbeiß schaut immer noch ungerührt zu und gibt keinerlei Kommentare ab. Beide Männer betrachten jetzt eine imaginäre Abgrenzungslinie auf dem Boden. Diese stellt die seitliche Begrenzung eines Kfz-Stellplatzes dar. Links befindet sich, ordnungsgemäß eingeparkt, das fiktive Auto von Herr Hasenfuß, rechts, fast beim Auto von Herr Hasenfuß, das Auto von Herr Eisenbeiß.

Herr Eisenbeiß: „Da, schauen Sie mal meine Fahrertür an, alles voller Kratzer und Schrammen! Das kann nur von Ihrem Auto stammen. Darum verlange ich sofort den Schadensersatz von Ihnen, damit ich mein Auto reparieren lassen kann.“

Herr Hasenfuß: „Erst mal, sehe ich hier keinerlei Lackspuren, die auf mein Auto hinweisen. Außerdem, parke ich immer vorschriftsmäßig, das kann Ihnen jeder Anwohner hier bezeugen. Und dann noch was: Meine Beifahrertür wird das ganze Jahr nicht geöffnet, kann also gar nicht mit Ihrem Auto in Verbindung kommen. Suchen Sie sich doch einen anderen Dummen, der für den Schaden an Ihrem Auto aufkommen soll!“

Herr Eisenbeiß: „Die Sache übergebe ich meinem Rechtsanwalt, Sie werden dann schon sehen, was dabei herauskommt!“

Herr Eisenbeiß dreht sich wutentbrannt um und stürmt wieder in den Hintergrund. Herr Hasenfuß zuckt mit den Achseln.

Herr Hasenfuß: „Dann kann aber auch sein, dass ich Sie wegen Verleumdung und übler Nachrede belange! Nicht zu sprechen von der ungerechtfertigten Schadensersatzforderung!“

Er geht ab. Kurze Zeit darauf macht sich Frau Eisenbeiß auf den Weg zum Einkaufen. Dabei trifft sie Frau Hasenfuß. Diese, durch ihren Mann natürlich schon unterrichtet, versucht sich mit einem kurzen Gruß an Frau Eisenbeiß vorbei zu drücken.

Frau Eisenbeiß (naiv): „Hallo Frau Hasenfuß, wir haben uns ja schon länger nicht mehr gesehen! Wie geht‘s, wie steht’s?“

Frau Hasenfuß: „Das müssten Sie ja eigentlich am besten wissen!“

Frau Eisenbeiß: „Warum, na egal! Habe ich Ihnen eigentlich schon erzählt, was mir neulich dummes passiert ist? Komme ich doch mit dem Auto vom Einkaufen nach Hause, die Hände natürlich voll mit Einkaufskorb und so. Als ich dann die Fahrertür absperren will, streife ich doch mit dem Metallende vom Korb an der Tür entlang. Wie ich mich umdrehe, mit dem anderen Ende gleich nochmal, also Sachen gibt’s! Meinem Mann habe davon natürlich nichts erzählt, der macht dann immer so ein Theater. Aber Sie wissen ja, wie das so ist, Ihnen kann ich das schon erzählen!“

Frau Hasenfuß weiß nun, was sie wissen wollte und lässt die schwatzhafte Nachbarin einfach stehen. Frau Eisenbeiß schüttelt nur den Kopf.

Frau Eisenbeiß: „Wohl komisch drauf heute, na ja, eben musterhaftes Heimchen am Herd!“

Sie geht weiter, um ihre Einkäufe zu erledigen.

ENDE.

Anmerkungen des Autors

Der Text soll aufzeigen, dass die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge oft nur im Verschweigen der Wahrheit besteht. Der Ankläger sieht in dem ungerechten Vorwurf der Sachbeschädigung einen willkommenen Grund,
seine finanzielle Lage etwas aufzufrischen. Der Beklagte wird also gezwungen, Gegenargumente und –Darstellungen als Beweisgründe anzuführen. Nur durch die Schwatzhaftigkeit der Frau Eisenbeiß kommt die Wahrheit ans Licht.

Personen:
Herr Eisenbeiß, ca. 65 Jahre, notorischer Querulant
Herr Hasenfuß, ca. 70 Jahre, sein Nachbar, schlichter, sachlicher Typ
Frau Eisenbeiß, Gattin von Herrn Eisenbeiß, ca. 50 Jahre, gestyltes, etwas naives Auslaufmodell
Frau Hasenfuß, Gattin von Herrn Hasenfuß, ca. 55 Jahre, normaler Hausfrauentyp

Aufbau:
Küchentisch und 2 Stühle, auf dem Tisch Schreibpapier, Schreibzeug und ein Kuvert (bzw. mechanische oder elektronische Schreibmaschine, PC evtl. zu aufwändig)

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