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SPIRIT

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Pfingsten, Allgemein

Der Heilige Geist stattet bei vier verschiedenen Personen einen Besuch ab. Jeder reagiert anders auf ihn, aber immer muss der Heilige Geist weiter ziehen und bleibt auf der Suche nach einem, der ihn aufnimmt.

Heiliger Geist, Begegnung mit Gott, Keine Zeit für Gott

Das Stück



Sequenz 1: Der Heilige Geist stellt sich vor





Heiliger Geist (gut gelaunt und unternehmungslustig): „Hey Freunde, ich bin´s, der Heilige Geist. Da staunt ihr, was? Normalerweise seht ihr mich ja nicht, aber ich hab gedacht, ich komme jetzt einfach mal persönlich, für alle sichtbar, bei den Menschen vorbei. Ich hab´ nämlich mitbekommen, dass die Menschen, und damit meine ich die Christen, also die, die es eigentlich wissen müssten, ganz komisch und kompliziert über mich denken. Also ich hab mich fast schlapp gelacht. Ich bin doch keine komplizierte und schon gar keine komische Person!! Aber das klären wir jetzt, und ich hab auch gleich die passenden Sachen mitgebracht und damit wird nicht gespart. In dieser Tasche hier, da sind die in der Bibel beschriebenen Früchte des Geistes, also die Charaktereigenschaften von Jesus, die jeder Christ so gerne hätte. Und hier drin, da ist echt Musik drin, nämlich die wohlbekannten Gaben des Geistes, Heilung, Prophetie etc. Da kann ich nur sagen: Vorsicht Explosion, Vorsicht Wunder. Ganz ehrlich, das würde ich alles am liebsten gerne hierlassen und mit leeren Taschen wieder gehen und Nachschub holen. So, und jetzt beginne ich mal mit meinen Besuchen!“



Sequenz 2: Lass mich in Ruhe





Älterer Mann, Helmut, sitzt an einem Tisch und werkelt mit Feile und Zollstock an einem Holzstück.
Der Heilige Geist (HG) klopft an.

HG (fröhlich): "Hallo, ich bin der Heilige Geist und will dich besuchen."

Helmut (mürrisch und unwillig): "Also gut komm rein ... da kannst du dich hinsetzen, wenn du willst." (werkelt wieder an seinem Holz)

HG nimmt irritiert Platz, kurze Stille.

Helmut: "Soso!"

HG: "Soso? Was meinst du damit?"

Helmut: "Soso!"

HG schaut schulterzuckend verständnislos in die Runde.

Helmut: "Soso, dann bin ich dir also nicht fromm genug."

HG: "Was?? Wie kommst du denn darauf?"

Helmut: "Sonst hättest du ja wohl kaum hier aufkreuzen müssen. Und wenn ich mir deinen dicken Medizinkoffer so angucke, dann muss ich ja wohl ein besonders schwerer Fall sein."

HG (freundlich): "Also, das mal gleich vorab: Was da drin ist, das ist nicht alles nur für dich."

Helmut (spöttischer Unterton): "Ach, dann gibt es noch mehr so schwere Fälle? Na, das ist ja unglaublich beruhigend."

HG (nachdrücklich): "Nein, Mensch, ich bin gekommen, weil mich die Menschen interessieren und jetzt bin ich hier, weil genau DU mich interessierst. Was zum Beispiel machst du da gerade?"

Helmut (zögert zunächst): "...also das hier soll ein Segelschiff geben. Weißt du, wir gehen mit der Familie meiner Tochter nach Schweden in ein Bootshaus in Urlaub. Und da habe ich meinem Enkel versprochen, dass ich bis dahin ein Segelschiffchen gebastelt habe."

HG (begeistert): "Hey, das finde ich super!! Na, da wird sich dein Enkel aber riesig freuen. Siehst du, das ist einer der Gründe, weshalb ich hier bin, nämlich dann, wenn die Menschen sich gegenseitig eine Freude machen, helfen oder ermutigen, sie genau dabei mit meiner Kraft zu unterstützen."

Helmut hält mit der Arbeit inne, richtet einen kritischen Blick auf HG.

Helmut: "Unterstützen??? Du??? Nur zur Info: ich bin gelernter Schreinermeister und da werde ich sowas ja wohl so gerade mal alleine hinkriegen."

HG: "Ist denn so schwer zu verstehen, was ich meine?"

Helmut: "Aber jetzt mal ganz sachlich: Lese ich dir zu wenig in der Bibel ...?"

HG (genervt): "Nein!!!"

Helmut: "... oder bete ich zu wenig ...?"

HG (genervt): "Nein!!!"

Helmut: "... oder bin ich vielleicht nicht lieb genug ...?"

HG (laut): "NEIN!!!"

Helmut: "Ja was mache ich denn dann falsch!!!?"

HG (außer sich): "Du machst doch nichts falsch!!!"

Helmut (erregt): "Ja, was willst du dann überhaupt hier!!! Geh doch nach Hause und lass mich in Frieden." (steht auf und geht ab)

HG packt seine Sachen und geht wortlos und völlig frustriert von dannen.

HG (zum Publikum): "Meine Güte, das ist ja furchtbar, da wird man ja schlimmer behandelt als ein Gerichtsvollzieher oder Schwerverbrecher! Es ist nicht zu glauben, ich habe die besten Absichten und der will nur seine Ruhe. Der Hammer!"



Sequenz 3: Meine kleine Welt





HG (zum Publikum): "So, dann probieren wir es eben hier! Da kann ich etwas zuversichtlicher sein, denn hier kenne ich mich aus, da war ich erst vor kurzem und – soviel kann ich sagen – es ist richtig Kraft geflossen ..."

HG (klopft): "Hallo."

Anita (kommt mit Zimmergießkanne nach vorne): "Oh Entschuldigung, ich war gerade hinten bei den Tulpen ... mit wem habe ich das Vergnügen?"

HG: "Das errätst du nie! Ich bin der Heilige Geist!!"

Anita (freudig überrascht): „Was! Das ist ja unglaublich, dass du mich besuchen kommst, es ist leider etwas unaufgeräumt bei mir."

HG: "Das macht doch nichts, aber wenn ich mich hier so umschaue, das ist ja das reinste Blumenmeer, einfach herrlich."

Anita: "Oh, das freut mich aber, wenn es dir gefällt. Ja, meine Blumen sind wirklich mein ein und alles, erst letzte Woche habe ich mein neues Stiefmütterchenbeet angelegt und jetzt hat es doch so wenig geregnet, da musste ich jetzt ständig aufpassen, dass alle überleben ... jaja meine Blumen nehmen mich wirklich völlig ein."

HG: "Ja, du gibst dir viel Mühe, das sieht man, aber man kann nicht ausschließen, dass manchmal doch was passiert, nicht wahr???" (gibt zu erkennen, dass er auf ein spezielles Ereignis anspielt)

Anita: "Ja, oh ja! Vor einem Monat wäre fast ein schlimmes Unglück passiert: Stell dir vor, als wir im Urlaub waren und unsere Nachbarin in der Zeit gießen sollte, da hat sie die Geranien am Hinterhaus einfach vergessen. (in weinerlichem, nachtragendem Ton) Und das, obwohl ich ihr das Beet noch extra gezeigt hatte. Und als wir wiederkamen, waren alle Blumen vertrocknet. Ich war so schockiert und habe echt weinen müssen und stell dir vor, am Abend habe ich dann gebetet, dass ein Wunder passiert, weil es wirklich so schlimm war und dann, am nächsten Morgen ... es war einfach unglaublich, da haben die ganzen vertrockneten Blumen wieder geblüht, ist das nicht Wahnsinn?"

HG: "Du brauchst mir das gar nicht so im Detail erzählen, ich war nämlich dabei ..."

Anita: "Meine Güte, stimmt ja! (überschwänglich) Also noch mal vielen vielen Dank, du hast mich aus meiner schlimmsten Pein gerettet."

HG: "Toll, dass du dich so freust. Das habe ich wirklich gerne gemacht! Aber jetzt mal was Anderes. Sag mal, ist so Erlebnis für dich nicht so ein kleiner Anstoß, dass auch in deinem Leben ein bisschen mehr möglich ist?"

Anita (verständnislos): "Mehr möglich? Was meinst du damit?"

HG: "Hast du denn so nachts, wenn du nicht schlafen kannst, keine Träume, was du noch aus deinem Leben machen könntest?"

Anita (entrüstet): "Nein, ich hab´ wirklich genug zu tun (nachdenklich) obwohl ... manchmal, da ..."

HG (erwartungsfroh): "Ja, ja! Komm, erzähl ..."

Anita (abtuend): "Aber das ist wohl doch zu vermessen ..."

HG (beschwörend): "Aber nein, los, raus damit!"

Anita: "Dann müsste ich dir da hinten etwas zeigen. Kommst du kurz mit?"

HG: "Klar. (sie stehen auf und gehen zum Fenster) Und? Was willst du mir jetzt zeigen?"

Anita: "Naja, wenn man da drüben an der Westseite den Hügel etwas einebnen würde und den Zaun nur ein bisschen versetzen würde, dann wäre genug Platz (sehnsüchtiger Blick nach oben) für mein neues Rosenbeet."

HG (verärgert): "Das darf doch nicht wahr sein. (Beschwörend) Hey, Blumen sind schön und gut, aber du hast mit den anderen Christen auch noch einen Auftrag und es gibt eine ganz persönliche Berufung für dich, die Gott ganz speziell für dich ausgesucht hat. Das kann sein, dass du die Gabe bekommst, Kranke gesund zu machen. Oder dass du befähigt wirst, auf übernatürliche Weise Gottes Stimme zu hören. Dinge, mit denen du in besonderer Weise Menschen helfen kannst, die in Schwierigkeiten stecken? Ja, ich habe nämlich alles dabei! (deutet auf seine Taschen) Das ist doch was, oder?"

Anita (nachdenkliche Pause): "Das hört sich schon toll an ... aber das geht ja bei mir leider nicht ..."

HG (fassungslos): "Und warum, bitteschön, soll das ausgerechnet bei dir nicht gehen???"

Anita: "Wer kümmert sich denn dann um meine Stiefmütterchen? (Springt plötzlich auf wie von der Tarantel gestochen und schaut auf die Uhr) Ach du Schreck, meine zweite Gießrunde, die hätte ich fast vergessen. (zur Ausgangstüre drängend) Heiliger Geist, du entschuldigst mich bitte, vielen Dank für deinen Besuch, aber ich muss jetzt los. Also, mach´s gut." (ab)

HG (ans Publikum gewandt): "Habt ihr das gehört? Da machen die Leute Erlebnisse mit mir, erleben Gebetserhörungen. Und sie sind auch noch dankbar dafür, was eigentlich echt schön ist. Aber in dem Augenblick, in dem sie ihre kleine Welt verlassen sollen, ihren Horizont ein bisschen erweitern sollen, vielleicht auch Grenzen überschreiten, dann werde ich ganz schnell zur unerwünschten Person. Schade, oder?"



Sequenz 4: Auf der Suche nach dem Hype!





HG (zum Publikum): "Und jetzt der nächste Besuch, ihr werdet sehen, ein ganz spezieller Fall. (klopft) Hallo!"

Anton: "Hallo, wer bist du denn?"

HG: "Na, der Heilige Geist, da staunst du, was?"

Anton (vollkommen perplex): "Was? Meine Güte, das ist ja echt der Hammer. Wann hatten denn wir beide das letzte Mal miteinander zu tun? ... lass mich überlegen ... ich fass´ es nicht, das ist jetzt schon wieder ... ja, genau ... schon wieder sieben Monate her. Wie die Zeit vergeht ..."

HG: "Sieben Monate? Entschuldige, aber ich stehe wohl auf der Leitung, was meinst du damit ...?"

Anton (entsetzt): "Na, vor sieben Monaten war doch die große Konferenz mit Joe Hammerhigh in Hamburg, weißt du das denn nicht mehr? Es war einfach gigantisch, eine unglaubliche Salbung."

HG: "Ach ja, jetzt erinnere ich mich! Ja, das war schon toll und viele Menschen hatten sich ganz neu hingegeben, da konnte ich so richtig wirken und hat mir viel Freude gemacht. Aber für dich zur Info: Ich bin auch sonst der ständige Begleiter deines Lebens und auch regelmäßig in den Versammlungen von eurer Gemeinde."

Anton: "Ach du Schande, in UNSERER Gemeinde (lacht HG aus), also das kannst du ja wohl vergessen!"

HG: "Wieso denn das? Ich kann mich sehr wohl erinnern, dass ich sehr viele Herzen in eurer Gemeinde ansprechen und auch verändern konnte."

Anton: "Aber doch kein Vergleich mit Joe Hammerhigh. Wenn ich da unsere Leute angucke, wie soll denn da die Salbung kommen?"

HG: "Also ich muss nach all den Jahrtausenden sagen: Nichts ist schöner, als wenn sich die Leute im Lobpreis in ihrer Verzweiflung und auch teilweise in ihren Schuldgefühlen voll Vertrauen dem Vater und dem Sohn hingeben, Vergebung und Zuspruch empfangen und dann macht nichts so sehr Spaß als in ihre Herzen zu springen und dort ein Feuerwerk zu veranstalten."

Anton: "Also ich bitte dich, Heiliger Geist, so einfach ist es dann auch wieder nicht."

HG (vollkommen verdattert): "Aha, und wie soll ich den Leuten deiner Meinung nach nahe kommen?"

Anton (entsetzt): "Meine Güte, du hast ja gar keine Ahnung! (gütig belehrend) Ich erklär´s dir: Zuerst werden ein paar schnelle Lieder gesungen, damit man erstmal richtig in den Lobpreis reinkommt und dann kommt die entscheidende Phase, dann kommen nämlich die ruhigen Lieder und dort entscheidet sich´s nämlich, ob das Lobpreisteam auf dem richtigen Drive ist, sie müssen nämlich diejenigen Lieder heraussuchen, die an diesem Sonntag dran sind und auf denen dann auch Salbung drauf liegt. Wenn sie das versemmeln, kannst du alles vergessen."

HG (immer noch verdattert): "Aha! Und woher habt ihr das, dass es so funktioniert?"

Anton: "Na, von unseren Vätern, und die haben es wiederum von ihren Vätern ..."

HG: "Aber ganz ehrlich, für mich ist es entscheidend, dass die Menschen sich aufrichtig an Gott wenden. Mit welchen Liedern genau sie Gott preisen, ist mir ehrlich gesagt egal, entscheidend ist für mich die Haltung des Herzens, mit der sie diese Lieder singen oder überhaupt in den Lobpreis gehen. Ich freue mich einfach über jeden, der sich Gott zuwendet. Und Jesus hat ja auch verheißen, dass der Vater den Heiligen Geist seinen Kindern schenken wird, wenn sie ihn darum bitten."

Anton: "Aber bei Joe Hammerhigh, da kommt immer Salbung und bei uns nicht. Da sitz ich immer drin und spüre ganz oft gar nichts."

HG: "Auch wenn du nichts direkt spürst, meinst du, ich bin dann abwesend? Auch wenn sich das Empfinden der Verzückung vielleicht mal nicht einstellt? Vertraue doch einfach darauf, dass du dennoch verändert wirst durch meine Kraft und mache das nicht immer fest an ganz bestimmten Gefühlen, die du dann mit Salbung oder Nicht-Salbung verbindest. Warum machst du alles so kompliziert?"

Anton: "Ich bin jedenfalls froh (kurze Pause, holt aus einer Ecke einen Flyer, dann überschwänglich begeistert), dass das Jahr bald wieder rum ist und Joe Hammerhigh wieder nach Deutschland kommt."

HG: "Ach, klar! Ja, den Flyer habe ich auch bekommen, ich bin auch eingeladen und natürlich komme ich gerne. Und du, geh´ ruhig zu deinem Joe Hammerhigh, es wird eine Super-Zeit dort! Aber versprich mir, dass du eins nicht vergisst, nämlich, dass ich dir immer nahe bin."

Anton: "Also gut, versprochen!"

HG: "Das freut mich, dass unser Gespräch jetzt doch wenigstens ein bisschen fruchtbar war. (drückt zum Abschied die Hand) Also tschüss, ich mach mich dann auf den Rückweg."

Anton: "Hat mich auch gefreut! Tschüss und alles Gute."

HG geht Richtung Ausgang.

Anton (ruft hinterher): "Bis in vier Monaten in Hamburg!!!"

HG (zum Publikum): "Es ist doch zum Haareraufen. Da schickt Gott seinen Sohn auf die Erde, er geht für die Menschen ans Kreuz, um ihnen den Zugang zu Gottes Thron ganz einfach zu ermöglichen. Und was machen die Menschen? Sie erfinden neue Beschwörungstechniken, um dann zu sagen, Gott war da oder er war nicht da. In der Bibel steht doch: 'Wenn Ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, dann werde ich mich finden lassen'. Haben die Leute das denn vergessen?" (ab)



Sequenz 5: Glaube nach Laune





HG (zum Publikum): "Na, jetzt bin ich mal gespannt, was ich hier erlebe ..."

Sascha (in Fußball-Outfit, packt gerade Proviant in einen Rucksack und singt vor sich hin): "Olé, olé VfB, olé ..."

HG klopft.

Sascha (schaut verblüfft auf die Uhr): "Jetzt sag bloß, das sind sie schon, so pünktlich waren die ja noch nie! (schaut am Eingang) Oha, wer bist du denn?"

HG: "Hallo, ich bin der Heilige Geist und komme einfach mal bei dir vorbei."

Sascha: "Also das passt heute gleich mal überhaupt nicht. Ich werde nämlich nachher gleich abgeholt."

HG: "Ach so, wo geht’s denn hin, wenn ich fragen darf?"

Sascha: "Ja guck mich halt an, natürlich ins Stadion, heute ist doch Derby-Time. VfB gegen Freiburg, das wird ein Super-Kick, sag ich dir. Und der Winni und die ander'n holen mich gleich ab."

HG: "Aha! (überlegt) Sorry, wenn ich so frage, aber ... kommen da heute viele Leute hin???"

Sascha: "Na da kannst du Gift drauf nehmen. Mindestens 50.000, die Stimmung wird grandios sein."

HG (beeindruckt): "Mensch, da hätte ich jetzt echt Lust mitzukommen. Diese vielen Leute, da haben wir doch ein bisschen Gelegenheit, das Licht des Herrn auszustrahlen, oder?"

Sascha (peinlich berührt): "Ach nee, lass mal, ich glaub, das ist nichts für dich ..."

HG: "Wieso denn?"

Sascha (peinlich berührter Unterton): "Na ja, bevor wir ins Stadion fahren, fahren wir erstmal zum Bahnhof, um den Freiburg-Fans einen gebührenden Empfang zu bereiten."

HG: "Gebührenden Empfang? Was soll das jetzt heißen? (scharf) Moment! Meinst du damit etwa mit Schmährufen und Provokationen mit Beleidigungen etc.??"

Sascha: "Na ja, so ein bisschen vielleicht. Und außerdem gehört das auch bei so einem Derby dazu."

HG: "Und wie vereinbarst du das mit deinen Überzeugungen?"

Sascha: "Jetzt versau mir bitte nicht den ganzen Nachmittag, ich habe mich so drauf gefreut!! Außerdem macht´s doch jeder."

HG: "Aber jetzt hör mal her: Hast du vergessen, dass das Herz Gottes auch für jeden anderen schlägt und dass sie bei Gott hoch geachtet sind, auch wenn sie Freiburg-Fans sind. Und dass es die anderen auch machen, kann für dich keine Ausrede sein. Für dich zählen hoffentlich andere Maßstäbe als Christ."

Sascha (wütend, schmeißt etwas in die Ecke): "Ich hab gewusst, dass du mir den Tag versaust. Und jetzt sag ich dir mal was: Die Maßstäbe, von denen du gerade gesprochen hast, die haben meinetwegen gestern gegolten und – jetzt die gute Nachricht für dich – die gelten meinetwegen auch morgen wieder. (theatralisch) Ich versprech' dir, morgen gehe ich in die Kirche! Zufrieden jetzt?? Aber heute ist Derby-Time und wenn ich das gerade richtig mitgekriegt habe (schaut kurz aus dem Fenster), ist der Winni gerade mit seinem Auto vorgefahren. Von daher tschüss, ich gehe jetzt, noch einen schönen Tag!" (verschwindet mürrisch und wütend)

HG (ruft hinterher): "Ja, meinst du vielleicht, du kannst deinen Glauben nach Bedarf aus- und wieder anziehen wie ein Hemd? Da wirst du dich aber ganz schön umgucken ..."

HG (zum Publikum, völlig konsterniert): "Das ist ja schockierend und die Leute sagen einem das auch noch offen ins Gesicht. Gestern konnte ich dich brauchen, heute bleibst du mir bitte weg. Morgen kannst du wieder auftauchen, wenn du willst und wenn du Glück hast ... was ist denn das für eine Einstellung. Die wollen allen Ernstes mit Gott Jojo spielen. Meint ihr, Gott lässt mit sich Jojo spielen?" (ab)

LICHT AUS.

Anmerkungen des Autors

Da das Stück inhaltlich viel zu bieten hat und auch sehr lang geworden ist, haben wir es aufgeteilt in 4 einzelne Stücke. Gespielt haben wir an 4 aufeinander folgenden Sonntagen vor Pfingsten.

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