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Halte mich

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Informationen:

Petrus sitzt am Ende seines Lebens im Kerker und blickt zurück. Er erinnert sich an ein großes Glaubensleben ebenso wie an sein Versagen. Jetzt ist er allein und fleht Gott verzweifelt an, ihm Halt zu geben.

Angst, Zweifel, Gott nicht spüren können, Halte mich

Das Stück

Eine Gefängniszelle; durch ein fernes, vergittertes Fenster fällt ein einzelner Lichtstrahl herein.
Petrus steht lange im Lichtstrahl, schaut aus dem Fenster oder versucht es zumindest; seufzt schließlich tief und setzt sich auf den Hocker.

Petrus: „Dieses Warten … Immer warten, warten, warten. Warten, dass sie mir was zu Essen bringen. Warten, dass es Abend wird. Warten, dass es wieder Morgen wird. Warten, ob irgend jemand kommt. Warten, dass was passiert. Warten, dass sie mich holen … Wann das wohl sein wird? Ich weiß es nicht. Genauso, wie ich gar nicht mehr weiß, wie lange ich schon hier bin. Was hat es zu bedeuten, dass sie sich so lange Zeit lassen?“
(schweigt, sein Blick schweift über die Wände)
„Und kein Engel kommt … Kein Engel. Nicht so wie damals in Jerusalem, als ich dort im Kerker lag. Warum, Herr? Warum kommt jetzt kein Engel und zerbricht die Ketten und öffnet alle Türen und führt mich hinaus und rettet mich? Warum? Hast du mich vergessen?“
(schweigt; dann mit müder Stimme)
„Nein, hast du nicht. Ich weiß. Wie könntest du ...? Du …!“
(springt plötzlich auf; anklagend)
„Aber bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht vor Menschenmassen gepredigt? Habe ich dich nicht vor aller Welt bezeugt? Damals, als dein Geist über uns kam? Und danach noch unzählige Male!? Habe ich mich nicht zu dir bekannt? Vor dem Hohen Rat, vor Herrschern, egal wo? Habe ich nicht Kranke geheilt und Tote auferweckt? Habe ich nicht böse Geister ausgetrieben in deinem Namen? Habe ich dir nicht mein Leben lang gedient? Bin ich nicht deinetwegen ausgepeitscht worden? Habe ich nicht Verfolgung und Gefahr und Ablehnung und Demütigung für dich erduldet? Bin ich nicht übers Wasser gegangen ...?“
(stockt, lenkt ein)
„Nicht weit, ich weiß. Nur ein paar Schritte. Aber immerhin!“
(setzt sich wieder hin; eher zu sich selbst)
„Immerhin … Ich war der einzige von uns, der sich das getraut hat.“
(atmet tief aus)
„Waren das noch Zeiten! Kreuz und quer sind wir durchs Land gezogen. Voller Begeisterung, weil wir Jesus gefunden hatten – oder er uns. Voller Leben und voller Überschwang, weil wir gesehen haben, was er alles vollbracht hat!“
(treibt mit der Erinnerung fort, schüttelt versonnen den Kopf)
„Ob mich das Wasser heute wohl noch tragen würde? Aber eigentlich hat es mich ja auch damals gar nicht wirklich getragen. Ich bin ja nach ein paar Schritten untergegangen.“
(wieder an Gott gewandt)
„Nicht einmal das habe ich geschafft ohne dich! Wenn du mich nicht aufgefangen hättest – wer weiß: Vielleicht wäre ich elend ertrunken in diesem Sturm …Ach Herr, mein Glaube war so klein! So klein ...“
(traurig, nachdenklich; dann reißt es ihn wieder fort)
„Aber auf der anderen Seite, Herr: Habe ich nicht Glaubensschlachten geschlagen? Habe ich nicht wieder und wieder den Kampf des Glaubens gekämpft? Habe ich nicht in deinem Namen Siege errungen? Haben sich nicht Mächte und Gewalten die Zähne an mir ausgebissen? Ich war der einzige von uns Jüngern, der dir bis in den Vorhof des Hohepriesters gefolgt ist, als sie dich in jener Nacht in Ketten gelegt und abgeführt haben! Ich war der erste von uns, der an deinem Grab war, als uns die Frauen sagten, dass du lebst! Bin ich nicht Petrus, der Fels, auf dem du deine Gemeinde bauen wolltest?“
(halb erschrocken über seine eigenen Worte verstummt er; dann, wieder stiller, zweifelnder)
„Schöner Fels! Wie oft habe ich dich verraten! Aber ich habe dich immer geliebt, das weißt du! Sicher weißt du das! Sonst wärst du nicht all die Jahre an meiner Seite gewesen. Allein hätte ich doch all das gar nicht tun können, was ich getan habe. Aber jetzt spüre ich dich nicht mehr. Ich weiß, dass du da bist. Jedenfalls denke ich, dass ich weiß, dass du da bist. Aber ich spüre deine Nähe nicht mehr – nicht so wie damals, als ich aus dem Boot gestiegen bin. Werde ich eigentlich senil, dass ich immer wieder mit diesen alten Geschichten anfange? Oder liegt es daran, dass die Zeit hier drin so langsam vergeht und ich nichts anderes tun kann, als mich zu erinnern? Die Zeit mit dir, die war so intensiv! Alles, was danach kam, war … ja … aufregend, erhebend, großartig, abenteuerlich, machmal auch gefährlich und atemlos. Aber nie mehr so intensiv. Ich bin nie mehr mitten auf einem See aus einem schwankenden Boot ausgestiegen, um übers Wasser zu gehen! Nie mehr! Aber wahrscheinlich macht man so was auch nur einmal im Leben. Wenn überhaupt. Aber das kann mir keiner mehr nehmen!“
(sackt weiter in sich zusammen)
„Und jetzt bin ich hier. Nichts als ein Gefangener. Ein Spielball in der Hand des Kaisers. Keine irdischen Mächte können mich hier mehr herausholen. Was wird aus mir werden? Wann werden sie kommen? Und was werden sie mit mir machen?“
(verzweifelt)
„Herr, ich brauche dich! Wie lange wird meine Kraft noch reichen? Wie lange halte ich das hier noch aus? Warum befreist du mich denn nicht? Ich habe Angst! Halte mich! Bitte, bitte halte mich!“

LICHT AUS.

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