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Das seltsame Völkchen der Christen

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Jugend, Allgemein

Wer dann noch sagt, Christen könnten sich nicht selbst auf die Schippe nehmen.

Das seltsame Völkchen der Christen, Vorurteile, Christen

Das Stück

Sprecher: "Es war einmal … ein recht seltsames Völkchen, das sich Christen nennt. Diese Menschen waren irgendwie ganz anders als alle übrigen Menschen. Sie zitierten den ganzen Tag nur aus der Bibel, trugen Jesus-Latschen und hielten immer ihre andere Wange hin, wenn jemand sie schubste. Doch weil dies kein Märchen ist, muss gesagt werden, dass diese Klischees VOLLKOMMEN aus der Luft gegriffen sind und total weit hergeholt. Schauen wir doch in unsere kleine Christenwelt, wie es wirklich abläuft …"





Szene: Taufgespräch

Mitarbeiterin: "Liebe Rahel, du weißt schon, dass du nach dem freudigen Ereignis deiner Taufe einiges beachten musst! In deinem zukünftigen Leben wirst du gewisse Dinge umstellen müssen."

Rahel: "Tatsächlich????"

Mitarbeiterin: "Äußerlichkeiten werden ab nun klein geschrieben."

Rahel: "Aha, aber ein gepflegtes Äußeres ist doch schon wichtig oder?"

Mitarbeiterin: "Nein!"

Rahel: "Aber Deo muss ich doch benutzen!"

Mitarbeiterin: "Nein!"

Rahel: "Aber dann darf ich doch wenigstens duschen oder?"

Mitarbeiterin (wie aus der Pistole geschossen): "Niemals!"

Rahel: "Ja na dann eben waschen oder?"

Mitarbeiterin: "Mhm, wie oft?"

Rahel: "Na täglich."

Mitarbeiterin: "Lass mich überlegen ... nein!"

Rahel: "Ein bisschen schminken is doch aber ok, oder?"

Mitarbeiterin: "Was genau?"

Rahel: "Na, das Gesicht."

Mitarbeiterin: "Warte … nein!"

Rahel: "Aber ein bisschen Lippenstift stört doch niemand, stimmt‘s?"

Mitarbeiterin: "Welche Farbe?"

Rahel: "Na, Nr. 28 'Billiges Flittchen'."

Mitarbeiterin: "Mhm, das mit Glitzer?"

Rahel: "Ja, genau das mein ich!"

Mitarbeiterin: "Nein!"

Rahel: "Aber du bist doch auch geschminkt."

Mitarbeiterin: "Nein!"

Rahel: "Und der schwarze Strich da, der ist doch nicht natürlich."

Mitarbeiterin: "Nein, Pigmentstörung!"

Rahel: "Und deine Haare die sind doch gefärbt!"

Mitarbeiterin: "Nein, Natur!"

Rahel: "Ja, und deine Lippen, die glänzen doch so."

Mitarbeiterin: "Mhm, Speichel!"

Szene läuft aus während sie dieses Rede-Antwort-Spielchen fortsetzen. Die Lautstärke wird dabei runtergedreht und das Licht ausgeblendet. Dabei wird das Licht für die andere Szene aufgeblendet.

Erzähler: "Sieh an, sieh an…wer hätte gedacht, dass die Vorbereitung für ein solch feierliches Ereignis so unkompliziert und locker ablaufen kann? Ganz anders als manch einer es vielleicht erwartet hätte…!
Hier sehen wir nun eine typische Gemeinderatssitzung, bei sich die Ältesten über schwerwiegende Probleme beraten. Werfen wir doch mal einen Blick in hinein …"





Szene: Gemeinderatssitzung

Gemeinderatsmitglieder unterhalten sich locker, bis plötzlich das Licht gedämpft wird und sich z. B. der Abt die Kutte überwirft und sich die Situation mittelalterlich wirkt (Kerzen, Pargament etc.), evtl. gregorianische Gesänge

Läufer: “In nominis patris, et filii, et spiritu sancti. Amen.”

Läufer (steht auf, stützt sich auf den Tisch auf, lässt den Blick umherschweifen): "Wir haben uns heute hier versammelt, um über so manches verlorene, oder auch schwarze Schaf zu reden. Eurer Durchlaucht ist sicher schon aufgefallen, dass hier ein etwas … unpassendes … (stottert) … Schaf … ähhh (schnell) - nun denn, pipapo, sie wird uns später noch zu mancher Begebenheit Klarheit verschaffen."

Abt: "Joa mei, nu sag schon, was liegt denn jetzt an?"

Läufer (schlägt vollen Hefter auf): "Punkt 1: Die Konsumierung satanischer Suchtmittel, Tabak! Punkt 2: Manch ungebührliches Verhalten zwischen dem weiblichen und dem männlichen Geschlecht. Punkt 3: Geschlechtertrennung in der Sitzordnung. (Pause, tiefes Luftholen) Punkt 4: Aufstockung der Lernpassagen im Kindergottesdienst von 40 auf 60 Seiten. Punkt 5: Die weltlichen Ästhetikvorstellungen unserer jungen Gemeindemitglieder. Punkt 6: Einführung einer Zensur sämtlicher Medien."

Abt: "Joa mei, dis is oaber massig." (fasst sich auf den dicken Bauch)

Läufer: "Kommen wir zuerst zu den Suchtmitteln. Ich habe immer gesagt, ein Zug von dem Satansstengel und man verliert sich im Teufelskreis der Sucht. Und haben sie auf mich gehört? NEIN! Und sie wollten nicht ..."

Gegenspieler (fällt Läufer ins Wort, zynisch): "Mein lieber Lucilius: Erkennst das Problem nicht in seiner Wurzel? Ursprung aller Probleme ist doch der Konsum von KAFFEE!"

Mitläufer (nickend, leise, mit vielem AUGENZWINKERN; gebeugte Haltung): "Man munkelt Kaffee sei eine Einstiegsdroge."

Abt: "Joa mei, wir stimmen einfach ab. Ich bin dagegen."

Alle (einstimmig murmelnd, Kaffeetasse hebend, der Mitläufer besonders eifrig): "Joa, ich auch!"

Läufer: "So folgt nun der nächste Punkt. Ungebührliches Verhalten zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht. Ich habe immer gesagt: 'Übt euch in Enthaltsamkeit!' Ich sag euch mal was − der Papst hat auch keine Frau! (rhetorische Pause) Maria erzähl uns doch mal deine Beobachtung …!"

Maria: "Ja, ich da welche geseh‘n, vor der Gemeinde, und sie haben so, so, so, so ... na, Sie wissen schon ..."

Läufer (ganz naiv): "Nein Maria, was denn?"

Maria: "Na, na, na sie haben sich umarmt!!!!"

alle stimmen in ein tiefes Murmeln ein, und bekreuzigen sich, gucken beschämt zu allen Seiten

Maria: "Jaaaaa so richtig dicht und mit geschlossenen Augen und, und, und ... oh ich werd die Bilder gar nicht mehr los ..."

Gegenspieler: "Ist schon gut mein Kind, ist schon gut ..."

Läufer: "Da seht ihr es!"

Mitläufer: "Ja, ich denke auch da sollten wir unbedingt ansetzen. Die Jugend ..."

Licht wird abgeblendet, während die Gemeindeversammlung noch ein bisschen vor sich hinmurmelt und immer leiser wird.

Erzähler: "Welch peppige Sitzung! Die können doch locker mit diversen Unterhaltungsshows mithalten! Von wegen alt und verstaubt ...! Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen und endgültig mit den Vorurteilen aufzuräumen begeben wir uns zum Schluss in eine Vorzeigeehe ..."





Szene: Eheberatung

Eheberater: "Fangen wir an. Lieben Sie sich denn noch?"

Beide (atmen kurz tief durch): "Ja, doch schon."

Eheberater: "Das ist schon mal guuuuut. Was lässt Sie denn in letzter Zeit zweifeln?"

Beide überlegen, trauen sich nicht so recht.

Mann: "Wiiiir sind uns einfach in gewissen Dingen uneinig."

Frau: "Aber nur selten. Also nicht so oft ... quasi."

Mann guckt ungläubig in Richtung Publikum.

Berater: "Was sind denn das so für Dinge?"

Frau: "Die Farbwahl bereitet uns ein paar Probleme, also für die Gardinen ..."

Mann (fällt ihr ins Wort): "Unser Sexleben lässt zu wünschen übrig."

Frau: "Ja, also der Austausch von Zärtlichkeiten ist bei uns nicht so einfach."

Berater: "Wie oft schlafen Sie miteinander?"

Frau: "Naja ... also das ist ja schon sehr persönlich ..."

Mann: "Wir haben drei Kinder."

Berater: "Finden Sie sich denn überhaupt noch anziehend? Also finden Sie Ihre Frau attraktiv?"

Mann: "Im Vergleich jetzt zu was ...?"

Frau wirft bösen Blick/errötet.

Berater: "Ahhha. (zieht die Augenbrauen hoch) Können Sie sich irgendwelche Gründe für diesen Zustand denken?"

Frau: "Eigentlich war es nie so schlimm."

Mann: "Wir versuchen unser Christ- Sein vorbildlich zu leben, in allen Bereichen."

Berater: "Welche Bereiche wären das zum Beispiel?"

Frau: "Unsere Kinder lesen täglich die Bibel, den griechischen Urtext versteht sich, und sie dürfen kein Fernsehn. Wir achten auf sich ziemende Kleidung und christliche Ernährung."

Mann: "Ja, wir essen abends nur zwei Fische und fünf Brote. Und mittags dann die 12 übrigen Körbe, fragen Sie uns nicht wo DIE herkommen."

Berater: "Haben Sie ein erfülltes Familienleben?"

Frau: "Ja, auch in unserem Familienleben achten wir selbstverständlich auf christliche Werte."

Mann: "Unsere Kinder heißen Matthäus, Lukas und Markus-Johannes."

Frau: "Ja, ich hab die Bibel selbstredend korrigiert. Also das Hohelied nein, nein, nein, das dürfen sie nicht lesen ..."

Berater: "Also sind sie sich wenigstens in diesem Punkt einig?"

Beide: "Ja."

die beiden schauen sich an und lächeln erlöst

LICHT AUS.

Anmerkungen des Autors

Schauspieler:

- Sprecher

Szene I: Taufgespräch
- Mitarbeiterin: verzieht keinerlei Miene, nur wenn sie unsicher ist schaut sie kurz zur Seite oder nach oben, ihre Antworten kommen wie aus der Pistole geschossen
- Rahel: ist ganz natürlich und lässt sich Zeit beim Reden
Angelehnt an folgendes Video http://www.youtube.com/watch?v=FPIDyhPoKr8

Szene II: Gemeinderatssitzung
- Läufer: hält Gespräch mit kritischen und verurteilenden Aussagen im Gang
- hoher Abt: hinterfragt Aussagen und Schwere der Verurteilungen; Wohlstandsbauch; Siegelring; naiv; Mönchskutte, evt. Akzent
- Nach-dem-Mund-Redner: erklärt sich selbst
- Gegenspieler zum Läufer: argumentiert gegen Läufer, gespannte Atmosphäre wird zwischen beiden aufgebaut
- Zeugin Maria: verschüchtert, keuscher Blick nach unten, schaut nur ab und zu auf

Szene III: Eheberatung
- Eheberater
- Mann
- Frau

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