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Familie Pfrommer

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Jugend, Allgemein

Familie Pfrommer ist immer ein bisschen frommer als die anderen. Doch jeder trägt sein Päckchen und hat seine Macken. Die persönlichste Beziehung zu Gott hat dann aber doch der, von dem man es eigentlich am wenigsten erwartet.

Nächstenliebe, scheinheilig, Samariter, barmherzig, Aktivismus, Liebe zu Gott, Familie Pfrommer

Das Stück

Küchentisch – Opa sitzt schon, Zippi kommt völlig verschlafen dazu, Mutter bereitet das Frühstück vor und schnippelt dann Obst. Joschi tritt erst später auf.

Mutter: "Guten Morgen Zippora."

Zippi: "Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du mich nicht so nennen sollst!"

Mutter: "Aber Zippora, das ist doch der Name, den dein Vater für dich ausgesucht hat. Zippora Martha Rebekka Salome Pfrommer – so wollte er es damals."

Zippi: "Er schien mich schon damals nicht besonders zu mögen … alle meine Freundinnen nennen mich Bekki – kannst du das nicht auch sagen?"

Opa: "Früher hätte ein Kind sich gefreut über so viele biblische, bedeutungsvolle Namen. Niemals hätten wir gewagt aus einer Zippora Martha Rebekka Salome eine Bekki zu machen! Du solltest deinem Vater dankbar sein für so viele wunderbare Namen. Weißt du, Zippora war doch die Frau von Mose und Martha …"

Zippi (unterbricht ihn): "Opa, ich weiß, wer die alle sind. Du hast mir das schon 1000 Mal erklärt. Ich wills nicht mehr hören!"

Joschi kommt fröhlich dazu.

Joschi: "Na? Hängt unsere Zippi schon wieder quer unter der Decke?"

Zippora: "Nenn mich nie wieder Zippi! Ich heiße Bekki!! Kann ja nicht jeder son Glück mit seinem Namen haben, wie du, mein lieber Joschua Obadja Habakuk. Über Joschi kannst du dich ja wohl nicht beklagen."

Joschi: "Tu ich ja auch gar nicht."

Zippi: "Mama, kannst du mich heute Nachmittag zur Bandprobe für den nächsten JuGo bringen?"

Mutter: "Nein Zippora, leider nicht, ich habe Häkelkreis für die Senioren in unserer Gemeinde, danach die Vorbereitung für das nächste Frauenfrühstück, dann bin ich noch kurz zum Obdachlosentreff und dann kommt Papa von der Arbeit heim. Da will ich das Essen dann auf dem Tisch haben, verstehst du?"

Zippi: "Nein, verstehe ich nicht! Für alle Leute bist du da. Um alle kümmerst du dich. Aber für mich … für mich hast du NIE Zeit! Sehr christlich …"

Opa: "Zippora! Wie redest du denn mit deiner Mutter! So was hätten wir uns früher nie erlaubt."

Zippi: "Aber wenn ich doch Recht habe!?"

Joschi: "Willst du sagen, du bist frommer als Mama? Wann hast du denn mal Zeit für andere und tust mal was für sie?"

Zippi: "Das musst du grade fragen! Du hängst doch lieber mit deinen komischen Freunden an der Tanke rum als was für Gott zu tun! Und Samstagabend hängst du immer so lange in irgendwelchen Diskos rum, dass du es fast nie zum Gottesdienst aus dem Bett schaffst."

Joschi schaut betreten auf seinen Teller

Zippi: "Und natürlich tue ich auch was für andere! Ich singe zum Beispiel in der Band!"

Joschi: "Tust du das wirklich für Gott oder nur für dich und damit alle dir wieder sagen, wie toll du singen kannst und wie gut du aussiehst?"

Zippi: "Ach lass mich doch in Ruhe!" (steht auf und geht)

Mutter: "Joschua, du sollst nicht immer so mit ihr reden!"

Joschi: "Aber wenn’s doch wahr ist …?"

Opa: "Eine Band hätte es zu unserer Zeit gar nicht erst gegeben! Band … dieses Wort schon alleine … neumodisches Zeug und natürlich wieder englisch … Ne, ne, ne … Früher war einfach alles besser … Da sang man noch zur Orgelmusik oder zum Harmonium … (träumt von früher). Und in die Disko gingen wir damals auch nicht!"

Joschi: "Ja, ja, ich weiß schon Opa … Is vielleicht auch nicht immer der beste Ort für einen Christen."

Mutter: "Dein Vater sagt immer, dass wir uns nicht dieser Welt gleichstellen sollen. Das steht in der Bibel!"

Opa: "Wie recht er damit hat! Mein Junge! Er weiß eben noch, was gut und richtig ist … Er ist ein wahrer Pfrommer – immer ein wenig frommer als die anderen. Immer für den Herrn unterwegs. (zur Mutter) So, wie du Liebes ... Aber was habt ihr bloß bei diesen Kindern falsch gemacht!?"

Joschi: "Sag mal Mama, hast du heute morgen schon Stille Zeit gemacht? Ich hab da mal ne Frage …"

Mutter: "Ach Joschua, du weiß doch, dass ich da fast nie zu komme. Ich tue so viel für den Herrn Jesus. Ich musste heute morgen vor dem Frühstück schon etwas für den Obdachlosentreff organisieren. Da bleibt einfach keine Zeit zur täglichen Bibellese. Aber bei den ganzen Dingen, die ich für den HERRN tue, wird er mir das wohl vergeben. (schaut auf die Uhr) Ich muss jetzt auch los. Die Senioren im Häkelkreis warten sicher schon …"

Joschi: "Äh … okay … Tschüss dann …"

Opa: "Du liest in der Bibel, mein Junge? Das finde ich aber ganz toll!!"

Joschi: "Ja klar lese ich in der Bibel – gehört doch eigentlich zum Christsein dazu! Woher soll ich denn sonst wissen, was Gott heute so von mir will!?"

Opa: "Da hast du recht mein Junge, da hast du recht …"

Joschi: "Heute bin ich mir aber nicht so ganz sicher, was ich mit dem Text anfangen soll. Da wurde einer von so Gangstern verschlagen. Und dann kommen son paar Scheinheilige vorbei, die ihm nicht mal helfen. Der dritte, der hilft ihm dann … Als Erklärung hab ich dazu gelesen, dass das der war, von dem man es eigentlich am wenigsten erwartet hätte."

Opa (erfreut): "Ja! Die Geschichte vom barmherzigen Samariter! Eine wunderbare Geschichte! Wir sollten alle viel barmherziger sein …"

Joschi: "Naja, ich hab mich halt gefragt, wem ich heute helfen soll. Schlägereien gibt’s bei uns jetzt nicht so viel … (Denkbpause!) Aber vielleicht sollte ich heute mal jemandem von Gott erzählen …?"

Opa: "Eine wunderbare Idee! Du kannst ja deiner Mutter beim Obdachlosentreff helfen!"

Joschi: "Ich hatte da jetzt eher so an meine Kumpels gedacht, mit denen ich so abhänge."

Opa: "Also Joschua, das kann ich mir nun nicht vorstellen. Sie trinken doch viel Alkohol und rauchen Zigaretten. Das ist kein guter Umgang. Halte dich lieber von ihnen fern! (lenkt ab) Und musst du nicht eigentlich auch zur Schule jetzt?"

Joschi: "Nee, hab erst zur 2. Unterricht …"

Opa: "Ich muss mich jetzt auf jeden Fall fertig machen, weil ich gleich zum Arzt muss." (geht ab)

Joschi (zu sich): "Aber wer soll meinen Kumpels denn sonst von Gott erzählen, wenn ich das nicht mache …" (geht nachdenklich ab – oder bleibt kurz im Freeze vorne stehen)

LICHT AUS.

Anmerkungen des Autors

Das Stück lebt besonders vom Status-Wechsel (Hoch-Stautus und Tief-Status) der einzelnen Figuren. Dafür darf man sich beim Spielen ruhig Zeit lassen, damit die eigentlichen Macken der Personen und ihr Umgang damit deutlich zum Vorschein kommen.
Beispiel: Joschi wirft Zippi vor, dass sie zu denken scheint, sie sei frommer als ihre Mutter. Zippi beginnt zu kämpfen, weil sie sich ertappt fühlt und nicht in den Tief-Stauts will. Sie schlägt zurück und wirft Joschi vor, dass er ja immer nur mit seinen komischen Freunden abhängt. Damit arbeitet sie sich wieder in den Hoch-Stauts rauf und Joschi rutscht in den Tief-Status. Als er dann jedoch zurückschlägt und ihr vorwirft, dass sie das ja nur für sich tut, befindet Joschi sich im Hoch-Status und da Zippi ihre Niederlage (Tief-Status) nicht akzeptieren kann, steht sie auf und geht.

Personen:
Mutter Pfrommer ist eine fleißige Hausfrau, die in 1000 Gemeindekreise mithilft, aber vor lauter Aktivismus gar nicht mehr dazu kommt, ihre Beziehung zu Jesus zu pflegen und für ihre Kinder da zu sein. (Persönlichkeits-Typ: Phlegmatiker)

Vater Pfrommer ist die graue Eminenz der Familie (während dem Stück nicht anwesend). Er scheint der „Frömmste“ zu sein.

Zippi Pfrommer heißt eigentlich Zippora Martha Rebekka Salome, würde aber gerne auch von ihrer Familie Bekki genannt werden. Ihr Bruder nennt sie Zippi. Sie sing in der JuGo-Band, aber eigentlich nur, weil sie es liebt, auf der Bühne zu stehen. (Persönlichkeits-Typ: Choleriker)

Joschi Pfrommer (Sanguiniker) heißt eigentlich Joschua Obadja Habakuk, wird aber von Freunden Joschi genannt. Er geht gerne mit Freunden feiern und ist bei seinen Freunden bisher nicht so als Christ aufgetreten. Aber er liest in der Bibel und hat eine echte Freundschaft mit Jesus. (Persönlichkeits-Typ: Sanguiniker)

Opa Pfrommer hängt mit seinen Gedanken viel an der Vergangenheit und trauert ihr nach. (Persönlichkeits-Typ: Melancholiker)

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