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Happy-Christmas-Company

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Weihnachten

Was wird am Heiligen Abend zuhause gebraucht: ein Weihnachtsmann, eine Ersatzfamilie, ein strafender Knecht Ruprecht, ein heiliger Nikolaus, ein Pastor? Die Agentur "Happy-Christmas-Company" vermittelt alles, was gewünscht wird.

Happy-Christmas-Company, Weihnachten, Heilig Abend, Weihnachtsmann, Geschäfte

Das Stück

Ein(e) Mitarbeiter(in) am Stehtisch mit Telefon. Im Hintergrund unaufdringliche Weihnachtsmusik. Nacheinander rufen Leute an (Inga, Herr Bergmann, Guido Hartz, Almut etc.).

Telefon klingelt.

Mitarbeiter: „Happy-Christmas-Company, guten Tag, mein Name ist Stefan(ie) Schleimer, was kann ich für Sie tun?“

Inga: „Guten Tag, äh ... ist da die Weihnachtsmann-Agentur?“

Mitarbeiter: „Ja, ganz recht, wir vermieten auch Weihnachtsmänner. Was hätten Sie denn gern?“

Inga: „Na ja, einen Weihnachtsmann eben. Am Heilig Abend, für meine Familie. Natürlich besonders für die Kinder.“

Mitarbeiter: „Natürlich. Einen Augenblick bitte ...“

Mitarbeiter schaltet andere Musik ein: 'Morgen kommt der Weihnachtsmann', erste Zeile hörbar laufen lassen, dann leiser.

Mitarbeiter: „So, jetzt bin ich ganz für Sie da. Wie viele Kinder haben Sie denn?“

Inga: „Drei. Zwei Jungs und ein Mädchen. Zwei, drei und fünf Jahre alt.“

Mitarbeiter (zuckersüß): „Ach, wie goldig! Ja, da hätten wir das Weihnachtsmann-Basis-Paket: Weihnachtsmann mit Grundausstattung, eine Viertelstunde Wohnzimmeraufenthalt, inklusive Hohoho und Geschenkeverteilung. Für 47 Euro. Wäre das etwas für Sie?“

Inga: „Ja, das ist gut, das nehm ich.“

Mitarbeiter: „Es gibt natürlich auch noch das Weihnachtsmann-Premium-Paket, da poltert der Weihnachtsmann noch extra vor der Tür und sagt ein Gedicht auf: 'Von drauß vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr' ... für nur 8 Euro mehr!“

Inga: „Hm, das wäre auch schön ...“

Mitarbeiter: „Und dann haben wir noch das Deluxe-Paket, mit Anreise im Schlitten – bei jedem Wetter! – Kostet 80 Euro.“

Inga: „Ja, also, ich weiß nicht ...“

Mitarbeiter: „Das Ganze gibt es natürlich auch auf amerikanisch: das Santa-Claus-Paket, mit Glöckchen am Schlitten und rotnasigem Rentier. Wir haben sogar speziell trainierte Stuntmen, die durch Kamine kommen. Das hat allerdings seinen Preis.“

Inga: „Ach nein, das brauchen wir nicht. Wir haben ja auch keinen Kamin, nur Zentralheizung. Ich glaube, ich nehm das erste ... das reicht für uns.“

Mitarbeiter: „Einmal das Basis-Paket, gerne ... ich verbinde Sie mit unserer Sekretärin, die Ihre Daten aufnimmt. Vielen Dank für Ihren Auftrag und frohe Weihnachten!“

Inga: „Tschüß ...“

Mitarbeiter (legt auf): „Geizkragen!“

Telefon klingelt erneut.

Mitarbeiter: „Happy-Christmas-Company, guten Tag, mein Name ist Stefan(ie) Schleimer, was kann ich für Sie tun?“

Herr Bergmann (unsicher): „Äh ... hallo. Ich würde gern jemanden engagieren ... zu Weihnachten.“

Mitarbeiter: „Einen Weihnachtsmann?“

Herr Bergmann: „Nicht unbedingt ... die Sache ist die ... ich bin Weihnachten ziemlich ... alleine ...“

Mitarbeiter: „Ah, Sie brauchen Gesellschaft?“

Herr Bergmann: „Äh, ja.“

Mitarbeiter: „Verstehe. Augenblick ...“

Mitarbeiter schaltet andere Musik ein: 'I've got a blue Christmas without you', erste Zeile hörbar laufen lassen.

Mitarbeiter: „So, jetzt bin ich ganz Ohr. (verständnisvoll) Sie möchten Weihnachten nicht allein verbringen, das kann ich gut verstehen. Geht es um alle Feiertage?“

Herr Bergmann: „Eigentlich schon, aber ich wollte jetzt nur jemanden für Heilig Abend mieten. Da ist es am schlimmsten.“

Mitarbeiter: „Haben Sie schon von unserem Christmas-Family-Angebot gehört?“

Herr Bergmann: „Äh ... nein, noch nicht ...“

Mitarbeiter: „Da kommt eine komplette Familie zu Ihnen nach Hause und feiert mit Ihnen am 24. Dezember von 15 Uhr bis 23 Uhr 30, Vater, Mutter und zwei Kinder, und Sie sind der Onkel/die Tante, und das Ganze für sage und schreibe 250 Euro. Was halten Sie davon?“

Herr Bergmann: „Also ... das wäre ja wunderbar ... eine ganze Familie für den Preis ...“

Mitarbeiter: „Nicht wahr? Und das Schöne: Sie werden die Familie am Ende auch wieder los! Das würden sich viele andere zu Weihnachten wünschen, das können Sie mir glauben!“

Herr Bergmann: „Das klingt wirklich gut ...“

Mitarbeiter: „Das mein ich auch. Sie können sogar noch Zusatzleistungen dazu buchen: Flöten unter'm Weihnachtsbaum oder Gedichtaufsagen, jeweils für 30 Euro extra. Oder einen Großvater, der vom Krieg erzählt, für 80 Euro. Wir bieten auch eine Oma, die alle bekocht ... das kostet allerdings, inklusive Menü nach Großmutter Art, einen Aufpreis von 300 Euro.“

Herr Bergmann: „Das mit dem Flöten, das hätt' ich gern ... das erinnert mich an meine Kindheit ...“

Mitarbeiter: „Einmal Flöten extra ... kein Problem. Ich stell Sie zu meiner Kollegin durch, die regelt alles Weitere. Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten!“

Herr Bergmann: „Ebenfalls, und vielen Dank!“

Legt auf. Kurze Pause. Mitarbeiter nimmt einen Schluck aus einem Becker. Dann klingelt das Telefon erneut.

Mitarbeiter: „Happy-Christmas-Company, guten Tag, mein Name ist Stefan(ie) Schleimer, was kann ich für Sie tun?“

Guido Hartz (rauhe, aggressive oder asoziale Stimme): „Watt? Wer is da?“

Mitarbeiter: „Christmas-Company, Stefan(ie) Schleimer ..."

Guido Hartz: „Ach so, ja. Also, ich ruf an von wegen dem Weihnachtsmann.“

Mitarbeiter: „Sie möchten einen buchen?“

Guido Hartz: „Genau. Aber einen, der die Balgen ordentlich ausschimpft! Die sind mir das ganze Jahr so auf den Sack gegangen ...“

Mitarbeiter: „Schon kapiert. Moment mal ...“

Mitarbeiter schaltet andere Musik ein: Elvis Presley, 'Santa Claus is back in Town', laufen lassen bis Blues beginnt.

Mitarbeiter: „So, da bin ich wieder. Sie möchten also, dass Ihre Kinder für ihr Verhalten im letzten Jahr angemessen bestraft werden, habe ich das richtig verstanden?“

Guido Hartz: „Jau!“

Mitarbeiter: „Da hätten wir das Knecht-Ruprecht-Paket anzubieten: Auftritt des finsteren Gesellen mit drohendem Grölen schon im Flur, Einschüchterung und Abfragen der bösen Taten, Drohen mit der Rute ...“

Guido Hartz (sadistisch): „Ja, jaa, das hört sich gut an! Ich seh' schon den Cedrik zittern! (wird immer lauter) Reißt das ganze Jahr über sein Maul auf, aber wünscht sich nen Tablet-Computer, der Rotzlöffel! Aber nicht mit mir!“

Mitarbeiter: „Genau! Sie haben völlig Recht!“

Guido Hartz: „Und die Cheyenne, die Schlampe, wo seine Schwester is ... die is neulich einfach abgehauen in die Disco, am 30. Geburtstag ihrer Mutter! Obwohl ich es verboten hatte, weil die is ja erst 15! (wird wieder lauter) Und da kommt die jetz an und will so'n Kosmetikzeug haben ... ja, geht’s noch?“

Mitarbeiter: „Auf keinen Fall! Ich stimme Ihnen zu: Da wird es Zeit, etwas zu unternehmen!“

Guido Hartz: „Jawoll! Jetzt ist Schluss mit lustig!“

Mitarbeiter: „So ist es. Heilig Abend kommt die Abrechnung, mit unserem Knecht-Ruprecht-Paket!“

Guido Hartz: „Ja! Das nehm ich! Dann gibt’s was mit der Rute!“

Mitarbeiter: „Äh – da muss ich Sie leider darauf hinweisen, dass unseren Mitarbeitern körperliche Züchtigung nicht gestattet ist.“

Guido Hartz: „Hä? Wie jetz?“

Mitarbeiter: „Wir dürfen die Rute nicht benutzen. Das ist rechtlich verboten.“

Guido Hartz: „Watt? Aber das gehört doch zu Weihnachten dazu! Was sind denn das für Gesetze, die alte Weihnachtsbräuche verbieten?“

Mitarbeiter: „Ja, das sind bedauerlicherweise die Nachteile des Rechtsstaats. Aber es gibt einen Ausweg.“

Guido Hartz: „Welchen denn?“

Mitarbeiter: „Seelische Grausamkeit. Kostet aber extra.“

Guido Hartz: „Und wie geht das?“

Mitarbeiter: „Vor dem kleinen Cedrik wird ein Tablet-Computer aus dem Sack geholt – und zur Strafe wieder eingepackt und mitgenommen.“

Guido Hartz: „Booo ... das ist guuuut!“

Mitarbeiter: „Und die gute Cheyenne bekommt ein Kästchen mit Faschingsschminke oder mit Wachsmalern.“

Guido Hartz (anerkennend): „Ey Alter, wie seid ihr denn drauf? – Cool! Das nehm ich!“

Mitarbeiter: „Wunderbar! Dann stell ich Sie kurz durch zu unserem Service-Center, die erledigen alles Weitere! Ein frohes Fest!“

Guido Hartz: „Dir auch Mann! Tschö ...“

Mitarbeiter legt auf, Atmet tief durch. Dann klingelt das Telefon erneut.

Mitarbeiter: „Happy-Christmas-Company, guten Tag, mein Name ist Stefan(ie) Schleimer, was kann ich für Sie tun?“

Almut: „Grüß Gott! Ich wollte mich erkundigen, ob Sie auch etwas Christliches im Angebot haben.“

Mitarbeiter: „Etwas Christliches? Einen Moment bitte ...“

Mitarbeiter schaltet andere Musik ein: 'Halleluja' (Messias), erste Hallelujas laufen lassen, dann leiser.

Mitarbeiter (salbungsvoll): „Selbstverständlich haben wir christliche Angebote im Programm. Ich darf Ihnen sogar versichern, dass sich unsere Firmenphilosophie konsequent an christlichen Werten orientiert."

Almut (erfreut): „Oh, das ist ja schön! Ja, hätte gern jemanden, der bei uns etwas Christliches macht ... aber eben keinen Weihnachtsmann ... können Sie mir da helfen?“

Mitarbeiter: „Fürwahr, liebe Schwester! Wir bieten alles, was Sie brauchen, um das Kommen unseres Heilandes in ehrfurchtsvoller Atmosphäre zu feiern. Darf ich fragen ... wünschen Sie eine katholische oder eine evangelische Ausführung?“

Almut (unsicher): „Also ... ich weiß nicht ... was ist denn der Unterschied?“

Mitarbeiter: „Beim katholischen Pax-Christi-Paket kommt der Nikolaus in Bischofsgewändern, singt Teile der Messe in Latein, besprengt Ihre Familie mit Weihwasser und verteilt die Geschenke mit der Mahnung zur Mildtätigkeit, das Ganze für 65 Euro; Weihwasser aus Lourdes kostet 20 Euro Aufpreis, Verteilen von Papstbildchen mit original Unterschrift Ihrer Heiligkeit 30 Euro extra.“

Almut: „Aha ...“

Mitarbeiter: „Bei der lutherischen Version 'Sola Scriptura' kommt ein schwarz gekleideter Pastor, liest würdevoll die Weihnachtsgeschichte, natürlich aus der Lutherbibel, große ledergebundene Ausgabe mit Goldschnitt, und dann kommt das Christkind und verteilt die Geschenke. Kostet das Gleiche wie die katholische Ausführung.“

Almut: „Aber die katholische war mit mehr Extras, oder?“

Mitarbeiter: „Dafür kommen hier zwei Mitarbeiter.“

Almut: „Ja, das stimmt. – Also, wir kommen ja eigentlich aus einer Freikirche ..."

Mitarbeiter: „Praise the Lord! Fantastisch! Da sind Sie bei uns richtig, denn nur wir bieten speziell für wiedergeborene Freikirchler den Holy-Night-Worship mit Power-Predigt von einem unserer vollmächtigen Prediger, inklusive einer anschließenden persönlichen Segnung mit Handauflegung und einem Tischgebet, so lange und ausführlich, bis das Essen kalt ist!“

Almut: „Das hört sich ja richtig gut an.“

Mitarbeiter:„Sie werden die Gegenwart des Herrn erleben – das ist unsere Vision!“

Almut: „Oh ja, das möchte ich gerne!“

Mitarbeiter: „Amen drauf, liebe Schwester! Und das für nur 95 Euro!“

Almut (gerührt): „Vielen, vielen Dank!“

Mitarbeiter: „Gern geschehen. Ich gebe Sie jetzt weiter zu meiner Kollegin, die sich um alles Weitere kümmert. Gott segne Sie!“

Legt auf.

Mitarbeiter (zum Publikum): „Gott sei Dank, endlich Feierabend!“

Schaltet die Musik aus, atmet auf.

Mitarbeiter: „Dieser Stress an Weihnachten ist die Hölle!“

LICHT AUS.

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