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Der Messias ist geboren – und wer weiß davon?

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Weihnachten

Die drei Hirten begegnen dem Messias. Ihr Leben wird verändert. Doch die Welt um die Hirten herum dreht sich einfach weiter, als ob nichts passiert wäre. Da erkennen sie, dass sie das Erlebte weitergeben müssen.

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Das Stück

Szene 1

Der Saal ist dunkel. Plötzlich erstrahlen Scheinwerfer von der Bühne in Richtung Publikum und blenden die Zuschauer für einige Sekunden. Als das Blendlicht wieder verschwindet stehen drei Hirten auf der Bühne.

Die Hirten stehen im Halbkreis auf der Bühne und sind noch immer im Schock erstarrt. Sie zittern am ganzen Körper, die Augen sind weit aufgerissen und starren noch immer gebannt in die Luft. Der Angstschweiß steht ihnen im Gesicht. Es vergehen einige Sekunden bis sich der erste Hirte fängt.

Chayim: “Seid ihr noch da?”

Wieder vergehen einige Sekunde.

Henok: “Ja. Ich glaube schon.”

Schimon: “Sind wir tot?”

Chayim tastet sein Gesicht unsicher ab und blickt sich langsam wieder in seiner Umgebung um. Auch die anderen beiden lösen sich langsam aus ihrer Starre und schauen einander verwirrt an.

Chayim: “Nein. Tot sind wir nicht.”

Schimon: “Bist du sicher?”

Chayim hebt langsam den Arm, streckt die Finger nach Schimons Gesicht aus und kneift ihn schließlich kräftig in die Wange. Der Schmerz holt Schimon wieder in die Realität zurück und er schlägt Chayims Hand weg.

Schimon: “Au. Bist du wirr? Das tut weh!”

Chayim: “Siehst du – nicht tot.”

Henok blickt wieder in die Richtung, wo der Engel stand. So als würde er darauf warten, ob er noch einmal erscheint.

Henok: “Haben wir gerade wirklich einen Engel des Herrn gesehen, der uns die Ankunft des Messias verkündet hat?”

Schimon (entzückt): “Ja. Einen Engel. Einen Boten des Himmels. Könnt ihr das fassen?”

Chayim ist weniger entrückt als mehr ängstlich und möchte möglichst bald wieder zur Normalität finden.

Chayim: “Ja ... ich meine – nein. Ich meine ... wir sollten nichts überstürzen.”

Schimon (euphorisch, verwundert): “Überstürzen? Der Messias ist geboren. Prophezeit seit Generation. Geboren in Bethlehem, gewickelt in Windeln und in einer Krippe liegend. Und wir wissen davon, weil ein Bote Gottes und die Heerscharen des Himmels uns diese Botschaft brachten ...”

Henok: “Schimon hat recht. Die Prophezeiungen haben sich erfüllt. Der Retter ist geboren ...”

Chayim (beschwichtigend): “Das wissen wir nicht sicher.”

Schimon mag seinen Ohren nicht trauen.

Schimon (verwundert): “Bist du taub und blind? Der Engel des Herrn sprach ...“

Chayim unterbricht ihn forsch und bremst die Euphorie seiner Freunde mit verbittertem Tonfall ein.

Chayim (gereizt): "Und was soll dieser Retter ausrichten? Ein Neugeborenes? In einer Krippe liegend? Das soll euer Messias sein?”

Die beiden Hirten verstummen nach diesem Ausbruch.

Chayim: “Seht euch doch um. Dieses Land, unsere Heimat, steht unter dem Joch übermächtiger Besatzer, den Herrschern der Welt. Was wir uns erarbeiten wird uns genommen. Wir sind rechtlos, ohne Ehre und niemand kann daran etwas ändern.”

Henok (sanft, bestimmt): “Der Herr sieht die Leiden seines Volkes und rettet die Seinen.”

Schimon: “So steht es geschrieben.”

Chayims Stimme ist von Verbitterung dominiert.

Chayim: “So steht es geschrieben und seit Generation warten unsere Väter und deren Väter davor vergebens auf den Messias. Sie ertragen die Härte des Lebens. Erniedrigungen und Ungerechtigkeit. Und sie hoffen auf den Einen, der dem Leid ein Ende macht und die Freiheit bringt.”

Chayim macht zur Herausforderung einen Schritt auf Schimon zu und starrt ihn an.

Chayim: “Aber wo war der Messias, als die Steuereintreiber kamen, meines Vaters Hab und Gut nahmen und uns vertrieben?”

Schimon kann keine Antwort geben und Chayim entlässt ihn aus seiner Fixierung. Trauer umfängt Chayim.

Chayim: “Wo war der Messias, als mein Weib in den Wehen starb und auch das Kind die Nacht nicht überlebte? Wo war er, als ich in meiner Trauer wie einst König David zu Gott rief und ihn anflehte mich von meinem Leid zu erlösen?”

Henok berührt einen Freund Chayim an der Schulter.

Henok: “Die Erlösung ist nahe gekommen. Der Messias ist da.”

Chayim reagiert nur noch resigniert.

Chayim: “Er kommt zu spät. Meine Erlösung ist nicht möglich.”

Schimon tritt zu Chayim und dreht ihn zu sich herum. Schimon blickt Chayim eindringend an.

Schimon “Seit ich denken kann ruht meine Hoffnung auf dem Messias, den Gott uns versprach. Und nun ist er in die Welt gekommen. Das hat uns der Herr, unser Gott, durch seinen himmlischen Boten verkünden lassen. Ich glaube daran und meine Hoffnung liegt auf diesem neugeborenden Kind – mehr als je zuvor. Ich will dieses Kind sehen. Und ich will, dass du mit kommst, mein Freund.”

Chayim zögert.

Chayim (verzweifelt): “Ich habe keine Hoffnung mehr.”

Schimon (auffordernd): “Du wirst sie wieder finden. Komm mit uns.”

Chayim zögert noch einen Moment, dann folgt er Schimon von der Bühne und auch Hanok schließt sich an.

FADE OUT.

Szene 2

Die drei Hirten kommen gerade aus dem Stall, in dem sie Jesus gefunden haben. Hanok und Schimon wollen geradewegs wieder zurück zur Herde gehen. Aber Chayim scheint einen anderen Weg einschlagen zu wollen.

Chayim (verwundert): “Wo wollt ihr hin?”

Hanok und Schimon drehen sich überrascht um.

Hanok: “Zurück zur Herde natürlich. Die Nacht wird kalt und wir waren schon viel zu lange fort.”

Chayim ist von dieser Antwort seinerseits überrascht.

Chayim: “Aber alles hat sich verändert.”

Hanok ist in Gedanken schon wieder im Alltag und sieht seine Pflichten.

Hanok: “Nicht alles hat sich verändert. Unsere Herde braucht uns immer noch.”

Schimon (freudig): “Chayim, wir haben den Messias gesehen. Nun haben wir wieder Hoffnung, dass alles besser wird. Lass uns nach Hause gehen.”

Chayim: “Was wollen wir denn zu Hause? Jetzt ... nach allem was wir erlebt haben.”

Hanok ist etwas ungeduldig.

Hanok: “Die Tiere sind schutzlos. Unsere Aufgabe ist es, auf sie auf achten. Also gehen wir.”

Hanok und Schimon wenden sich wieder zum gehen. Aber Chayim tritt bestimmter auf.

Chayim: “Der Messias hat uns die Freiheit gebracht, uns allen. Nur das ist jetzt noch wichtig.”

Hanok wendet sich wieder um.

Hanok: “Der Messias braucht Zeit, bis er uns die Freiheit bringen wird. Ich meine, du hast ihn gesehen. Er ist noch ein Neugeborenes. Bis er sich gegen unsere Feinde erheben wird, werden noch Jahre vergehen. Aber wir werden warten. Und bereit sein.”

Chayim: “Das sehe ich anders. Meine Welt hat sich HEUTE verändert.”

Hanok und Schimon schauen Chayim unverständig an. Chayim setzt seinen Freunden noch einmal deutlicher zu.

Chayim: “Die Welt ist nicht mehr die gleiche wie noch gestern. MEINE Welt ist nicht mehr die gleiche. Ich hatte mit meinem Leben abgeschlossen. Tief in meinem Herzen hatte ich bereits ein Ende gesetzt. Alles wurde mir genommen. Enttäuscht, zerstört und keinen Antrieb mehr etwas zu verändern. Nur noch Bitterkeit und Hoffnungslosigkeit. Mein Herz schlug noch in meiner Brust, aber das war auch schon alles, was an Leben in mir war.”

Schimon möchte seinen Freund Chayim trösten.

Schimon: “Chayim, mein Freund ...“

Chayim unterbricht ihn. Er braucht keinen Trost.

Chayim (euphorisch): “Aber heute Nacht hat sich alles geändert. Ich habe den Messias gesehen. Den Retter, von Gott gesandt um die Dunkelheit zu erhellen. Und ich sage euch, er HAT MEINE Dunkelheit erhellt.”

Chayim macht einen kämpferischen Schritt auf Hanok zu.

Chayim: “Ich habe nicht nur ein Neugeborenes gesehen. Ich habe den menschgeworden Sohn des Herrn gesehen.”

Hanok und Schimon nehmen wahr, wie bewegt Chayim ist.

Schimon: “Ich bin froh, dich so reden zu hören, mein Freund.”

Schimon blickt Hanok an, der bestätigend nickt.

Hanok: “Du hast wieder Hoffnung gefunden. Der Herr sei gepriesen.”

Chayim reicht das nicht. Ihm geht es um den nächsten Schritt.

Chayim: “Aber damit ist es noch nicht getan. Was ist mit der Dunkelheit um uns herum?”

Hanok und Schimon sind etwas überfahren. Ihre Muskeln spannen sich an. Sie blicken sich vorsichtig um als ob sie einen Angriff aus dem Dunkeln fürchten würden.

Schimon: “Was ist denn damit?”

Chayim: “Ich bin doch nicht der einzige, dem der Messias neue Hoffnung geben kann. So viele Menschen um uns herum leiden und fühlen sich verlassen von Gott. Und sie wissen nicht, dass der Messias heute Nacht geboren wurde.”

Als Hanok und Schimon verstehen worum es Chayim geht, lösen sie sich aus der Verspannung.

Hanok (leicht überrascht): “Du hast Recht. Wir hatten die Heerscharen des Himmels die uns die Botschaft brachten, aber hier scheint noch niemand davon zu wissen.”

Chayim: “Lasst uns den Menschen die Neuigkeit erzählen. Allen die ohne Hoffnung sind, so wie ich es war zeigen wir den Weg zum Messias.”

Hanok zögert einen Moment.

Hanok (zweifelnd): “Wer wird denn ein paar stinkenden Hirten glauben?”

Chayim: "Glaub mir. Die, die ohne Hoffnung sind werden die Hoffnung suchen. Sie werden sich nicht all zu lange bitte lassen. Ich weiß wovon ich rede.”

Hanok denkt noch einen Augenblick nach und nickt schließlich. Schimon macht einen Schritt auf Chayim zu. Ihm scheint etwas peinlich zu sein.

Schimon (unsicher): “Ich bin nicht gut darin Menschen etwas zu erzählen. Menschen nehmen mich nicht ernst.”

Chayim drückt Schimons Schulter.

Chayim: "Mein Freund, deine Augen haben den Messias gesehen. Deine Finger haben seine Finger berührt. Du trägst die Wahrheit über den Retter der Welt in deinem Herzen. Ich kann mir keinen besseren Überbringer für die Botschaft der Hoffnung vorstellen.”

Schimon zögert noch einen Augenblick und lächelt dann.

Die drei Hirten gehen durch das Publikum ab, dabei rufen sie den Zuschauern immer wieder Sätze in folgendem Sinne zu: “Der Messias ist geboren.”, “Gott hat seine Prophezeiung wahr gemacht.”, “Hoffnung. Habt wieder Hoffnung, denn der Messias ist da.”

FADE OUT.

Anmerkungen des Autors

Der Blendeffekt zu beginn des Stückes ist ggf. schwer umzusetzen. Es sollte versucht werden Scheinwerfer direkt für einige Sekunden frontal ins Publikum leuchten zu lassen. Das ist sicher ein Schock-Moment, der aber dem Publikum die Möglichkeit gibt die Erschütterung der Hirten nachzuvollziehen. Hier ist allerdings Feingefühl und Timing gefragt.

Zwischen Szene 1 und 2 lässt sich ein ggf. ein schönes Weihnachtslied platzieren - z.B. ein Vortrag des Liedes "Noël".

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