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Herberge, Variation a

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Weihnachten

Volkszählung in Bethlehem. Die Wirtsleute Sara und Lukas sind im Super-Stress und trotzdem wollen immer wieder Leute bei ihnen übernachten. Ein junges Paar müssen sie im Stall unterbringen - die beste Entscheidung für ihr Leben ...

Herberge, Variation a, Weihnachten, Gnade, Vergebung, Erneuerung durch Jesus

Das Stück

Szene 1

Ein Gast reist an. Er ist auf dem Weg zur Herberge. Er redet mit sich selbst und erzählt dabei seine Geschichte: Seine Frau und sein Sohn sind ein Jahr zuvor verunglückt. Jetzt hat er keinen Lebenssinn mehr, ist einsam, traurig, depressiv und hat sich alleine zur Volkszählung auf den Weg gemacht.

Gast: „Boahhh. Nimmt dieser Weg überhaupt kein Ende? Jetzt bin ich schon Tage unterwegs und langsam reicht es mir. Ist doch eh ne blöde Idee – das Ganze hier, braucht kein Mensch. Ist eh alles sinnlos. Vor einem Jahr hätten sie zählen sollen, da haben meine Frau und mein Sohn noch gelebt. Ja, das hätte sich gelohnt. Aber heute doch nicht mehr. Für wen soll ich mich also zählen lassen? Bei mir gibt es nichts zu zählen, ich bin allein. (Kurze Pause) EINS, fertig und dafür den weiten Weg? Hoffentlich bekomme ich überhaupt noch eine Unterkunft! – Och neee, jetzt fängt es auch noch an zu regnen! Als ob ich nicht schon genug gestraft bin?!“

Szene 2

Sara: „Lukas, guck doch bitte mal nach der Suppe.“

Lukas: „Du siehst doch, dass ich viel zu tun habe. Dafür hab ich jetzt keine Zeit!“

Sara: „Immer muss ich alles machen. Du sitzt doch nur rum während ich koche, mich um die Gäste kümmere, aufräume, Betten be…“

Lukas: „Da brauchst du dich gar nicht drüber aufregen. ICH sorge den ganzen Tag dafür, dass das Geschäft läuft. (geht mit dem Finger über die Theke) ... die müsste aber auch noch mal abgewischt werden.“

Sara (abgearbeitet, runter mit den Nerven): „Lukas ich kann nicht mehr. Die ganze Arbeit bleibt an mir hängen. Du könntest mir ruhig mal unter die Arme greifen.“

Lukas: „Was regst du dich denn so auf? Andere Frauen träumen davon, ein Leben wie du zu haben!“

Sara: „Was denn für ein Leben? Außer der täglichen Arbeit lebt sich bei mir nicht viel. Wenn mir wenigstens jemand helfen würde ...“

Lukas: „Würden wir Kinder haben, hättest du wen, der dir hilft.“ (Kurze Stille, Blicke treffen und halten sich)

Sara: „Warum musst du immer wieder damit anfangen und mich fertig machen?“

Lukas: „Das hast du dir selbst zuzuschreiben, Sara. Meine Schuld ist das ja wohl nicht.“

Der Gast tritt in die Herberge, geht zur Theke und checkt ein.

Gast: „Guten Tag, ich hätte gern für mich ein schönes Zimmer für die Nacht.“

Lukas: „Unsere Zimmer sind schon alle belegt. Sie sehen doch, was in der Stadt los ist.“

Gast: „Haben Sie wirklich kein Zimmer mehr frei? Ich bin auch mit einer einfachen Kammer zufrieden.“

Lukas: „Hm ... wir haben da noch eine kleine Kammer unterm Dach, die könnten Sie bekommen. Das wär das ALLERletzte, was wir noch haben.“

Gast: „Gut, die nehme ich. Was kostet das?“

Lukas: „2 Schekel.“

Gast bezahlt, Lukas gibt den Schlüssel raus. Sara geht in die Küche.

Gast: „Kann ich wohl noch etwas Essen bekommen?“

Lukas: „Meine Frau kocht gerade Suppe. Sie bringt sie Ihnen gleich rüber. Setzen Sie sich doch da vorne hin.“

Gast bedankt sich und setzt sich an den Tisch. Müde und einsam starrt er desolat vor sich hin. Die Wirtsfrau Sara deckt den Tisch, sie ist im Stress, läuft hin und her. Sie wirkt traurig und verletzt, seufzt hin und her. Lukas muffelt rum, ist verbittert (auch er leidet unter der Kinderlosigkeit, geht aber anders damit um als die Frau) – er ist sehr grob und gemein. Sara bringt dem Gast die Suppe.

Lukas: „Und wo bleibt MEIN Essen?“

Sara: „Ich komme ja schon.“

Sara holt ihrem Mann die Suppe, der fängt an zu essen. Sara fängt wieder an zu arbeiten und geht dann wieder in die Küche.

Szene 3

Tür geht auf.

Lukas: „Na, wer ist denn das noch so spät?!“

Alle sehen gespannt auf Maria und Josef, die hereinkommen. Josef legt seinen Arm schützend um Maria. Sie sehen erschöpft und müde aus.

Josef: „Entschuldigen Sie die späte Störung! Meine Frau und ich suchen seit Stunden ein Zimmer für die Nacht, Ihr seid unsere letzte Hoffnung! Habt Ihr noch einen Platz zum Schlafen für uns?“

Lukas: „Wisst Ihr was hier los ist? Ich habe gerade das letzte Zimmer vergeben. Wir sind absolut ausgebucht. Und Ihr kommt so spät am Abend und denkt, hier sei noch etwas frei!“ (Schamloses, dreistes Gelächter)

Maria: „Entschuldigung! Wir haben es nicht früher geschafft, ich hatte solche Schmerzen unterwegs. Wir mussten oft Pause machen. Wir kommen von Nazareth. Wir brauchen nur irgendeinen Platz für die Nacht, wir haben keine Ansprüche!“

Lukas (patzig): „Ansprüche hin oder her! Wo kein Platz ist, ist kein Platz!“ (Sara lugt aus der Küche in die Stube.)

Josef: „Bitte, guter Mann. Ihr seid die letzte Herberge, die uns noch bleibt, die anderen haben uns alle abgewiesen! Und Ihr seht doch selbst – meine Frau ist hochschwanger!“

Maria: „Lass gut sein Josef, vielleicht findet sich doch noch eine andere Möglichkeit ... komm!“

Sara (stürmt aus der Küche): „Halt! Aber Lukas, es muss doch eine Lösung geben! Wir können doch die armen Leute nicht auf der Straße übernachten lassen!"

Beide schweigen und denken angestrengt nach.

Sara: „Ich hab´s! Ja, das müsste gehen. Lukas, was hältst du davon, wenn wir ihnen unseren Stall anbieten? Es ist dort warm wegen der Tiere und sie haben ein Dach über dem Kopf!“

Lukas: „Unser Stall? Meinst du, DA wollen die übernachten? Na ja, besser als auf der Straße zu ist es allemal! Da hast du Recht! (Zu Maria und Josef:) Hinterm Haus steht noch ein Stall. Da könnt ihr rein. Geht nur.“

Josef: „Oh, vielen Dank. Sie können gar nicht glauben, was das für uns bedeutet. Danke!“

Maria und Josef gehen ab.

Szene 4

Sara (stellt sich etwas abseits – zu sich selbst redend): „Die junge Frau weiß gar nicht, wie sehr ich sie beneide! Und wir ... wir werden nie ein Baby bekommen. Warum hat Gott das nur zugelassen? Ich muss andauernd an die beiden denken. Ob das Baby schon da ist? Das lässt mir keine Ruhe. (Sie hat eine Idee! Zum Gast gehend) He, Sie! Könnten Sie mir einen Gefallen tun? Sie haben doch gerade nichts zu tun. Bitte bringen Sie doch dem Ehepaar, das vorhin hier war, noch Decken für die Nacht.“

Gast: „Muss das sein? Es ist doch schon spät … Ich habe auch schon eine lange Reise hinter mir.“

Sara: „Ich bitte Sie – Sie haben die Frau doch auch gesehen. Es wird kalt in der Nacht, sie werden die Decken brauchen.“

Gast (mürrisch): „Na gut. Dann habe ich wenigstens meine Ruhe.“ (Sara holt die Decken.)

Sara: „Vielen, vielen Dank! Die beiden sind im Stall direkt hinter dem Haus. Es wird sicher auch nicht lange dauern.“

Sara gibt dem Mann Decken. Er geht mit den Decken ab. Sara und Lukas sind auf der Bühne, gehen ruhig – ohne Worte – ihrer Arbeit nach.

Szene 5

Der Gast kommt wieder in die Wirtsstube. Überwältigt starrt er ins Publikum.

Sara: „Was ist passiert?“

Gast (strahlt, verändert – tief bewegt, überwältigt): „Stellt euch vor: das Baby ist da! Es ist ein Junge und heißt Jesus oder so ähnlich. Aber … aber dieses Baby ist nicht irgendein Baby. Dieses Kind ist etwas ganz Besonderes. Seine bloße Gegenwart hat mich immer mehr – mit tiefer Hoffnung und Zuversicht erfüllt. So etwas habe ich seit dem Tod meiner Familie nicht mehr gespürt. Es war, als hätte das Kind, dieser kleine Jesus, mir geholfen meine Trauer zu überwinden. Ich kann mich wieder freuen! Ich kann es euch nicht beschreiben. (plötzlich hellwach) Das müsst Ihr selbst erleben! Diese Kraft! Kommt! Ruhe ist sowieso noch nicht eingekehrt, vorhin erst sind ein paar Hirten gekommen! Ihr müsst mitkommen!“

Lukas: „Wie? Mitkommen? Wir werden doch jetzt nicht allen Ernstes in den Stall gehen, um ein schreiendes, in Windeln pupsendes Kind anzugucken?!“

Sara: „Hast du denn überhaupt nicht gehört, was der Mann gesagt hat? Ich will wissen, was es mit dem Kind auf sich hat!“

Gast: „Ja, kommt mit! Dieses Kind ist anders.“

Beide gehen hinter dem Gast her, Lukas sehr zögernd.

Szene 6

Das Wirtsehepaar kommt wieder in die Wirtsstube/ zueinander sprechend.

Lukas: „Ich glaube ... das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich so richtig aus voller Seele geweint habe. ICH habe geweint?! Unmöglich. Ist das gerade echt passiert? Wie kann das sein! Sowas ist unmöglich! Ein KIND – und es hat so eine fesselnde Anziehung auf mich ausgeübt! So klein und zerbrechlich, und doch hat es ... ETWAS ausgestrahlt, das mein Herz durchbohrt hat! Es tat weh, und doch war es das befreiendste Gefühl, das ich jemals gefühlt habe! Nein ... das war viel mehr als nur ein Kind.“ (strahlt über beide Wangen und kann sein Glück nicht fassen)

Sara: „Bei mir war es sogar so, als hätte das Kind zu mir gesprochen! (lächelt verlegen) Ich weiß, das geht noch gar nicht bei so kleinen Kindern. Und trotzdem habe ich eine Stimme von diesem Kind her reden hören! Sie hat mir gesagt, wie wunderschön ich sei, und dass mein Wert überhaupt nicht davon abhängt, ob ich Kinder kriegen kann oder nicht! Ich fühl mich wie ein neuer Mensch. Und auch wenn ich keine Kinder bekommen kann, so wohnt jetzt wenigstens DIESES Baby in meinem Herzen.“

Lukas: „Sara, mir ist heute so vieles klar geworden. Ich war ein furchtbarer Ehemann. Der schlimmste, den man sich nur vorstellen kann. Ich habe dich dafür verurteilt, dass du keine Kinder kriegen kannst! Es tut mir wirklich aufrichtig leid. Bitte verzeih mir doch.“

Sara: „Ach Lukas! Es tut mir so leid, dass wir uns so oft streiten! Ich war einfach so frustriert und entmutigt dadurch, dass ich meine Wut auch immer an dir ausgelassen habe. Gerne verzeihe ich dir! Jetzt habe ich die Kraft dazu. Und ... ich liebe dich doch.“

Beide umarmen sich. – Umarmung wieder lösen.

Sara: „Wie heißt das Kind nochmal?“

Lukas: „Jesus.“

LICHT AUS.

Anmerkungen des Autors

Als Vorlage haben wir das Stück Herberge von Tanja Schwarz verwendet. Die Aussage ihres Stückes hat uns sehr gut gefallen, jedoch mussten wir wegen eigener Kapazitäten das Stück kürzen und die Personenzahl verringern. Herausgekommen ist "Herberge, Variation a."

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