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Advent bei Familie Heckmäck (überarbeitete und angepasste Version)

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Informationen:

  • 30-60 Minuten
  • Weihnachten, Jugend

Herr Heckmäck will eigentlich nur einen ruhigen Abend verbringen. Leider hat er die Rechnung ohne seine Familie gemacht und das Chaos nimmt seinen Lauf. Ein rasant, besinnliches Weihnachtsstück für die ganze Familie.

Chaos, Weihnachten, Vater, Familie, Krippe, Besinnlichkeit.

Das Stück

Auf der Bühne steht ein weihnachtlich dekorierter Esstisch mit einigen Stühlen. Auf dem Tisch steht ein Adventskranz. Etwas abseits steht auf der rechten Seite eine mit Kerzen beleuchtete kleine Weihnachtskrippe. Auf der linken Seite steht etwas abseits ein Telefon auf einem Tischchen. Die Bühnenbeleuchtung ist gemütlich.

Klaviermusik – Alle Jahre wieder

Herr Heckmäck erscheint mit einem Buch, geht gemächlich zum Tisch, zündet einige Adventskerzen an, setzt sich, und beginnt zu träumen.

Herr Heckmäck: "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, und Weihnachten steht vor der Tür. Ach ja, die Adventszeit. Ich erinnere mich noch ganz genau an damals, als wir noch Kinder waren. Es war eine ganz besondere Zeit, eine besinnliche Zeit, nämlich das Warten auf das Christkind... und auf die Geschenke natürlich. Dieser Friede, diese Ruhe... Ach ja, damals, damals..." (träumerisch) "...heutzutage ist es schon ganz anders, viel schwieriger, sich auf Weihnachten vorzubereiten. Jeder hetzt und rennt durch die Gegend und durch die Kaufhäuser und muss noch unbedingt dies oder jenes kaufen, oder dies oder jenes erledigen. Aber ich sage euch, nicht mit mir! Ich will eine ruhige und besinnliche Advents- und Weihnachtszeit verleben, und dieses Buch wird mir dazu verhelfen. 'Adventszeit – Einstimmung auf Weihnachten. Die 10 Schritte zur erfüllten Vorweihnachtszeit.' Da alle hier zu Hause momentan anscheinend sehr beschäftigt sind, will ich die Gelegenheit nutzen, um mir in Ruhe dieses wertvolle Werk zu Gemüte zu führen." (Räuspert sich und beginnt sich ins Lesen zu vertiefen.)

Klaviermusik – Alle Jahre wieder

Nach einer kurzen Zeit klingelt es an der Haustür.

Klaviermusik – Jingle Bells.

Herr Heckmäck öffnet. Seine beiden Töchter Lea und Lisa poltern mit einer kleinen Kiste herein und fangen an ganz begeistert zu erzählen.

Lea: "Papi, Papi, weißt du was?"

Herr Heckmäck: "Was denn, ihr beiden?"

Lisa: "Wir haben was ganz Tolles für die Anna gekauft ..."

Lea: "Sie ist nämlich unsere beste Freundin und hat sich das schon sehr, sehr lange gewünscht ..."

Lisa: "Aber die Eltern von ihr haben immer 'Nein' gesagt."

Herr Heckmäck: "So? Aha. Ja, was habt ihr denn der Anna so Schönes gekauft?"

Beide (ganz begeistert): "Rate mal!"

Herr Heckmäck: "Eine Puppe?"

Lea: "Nein, viel zu groß."

Herr Heckmäck: "Einen kleinen Schmuckring vielleicht?"

Lisa: "Nein, viel zu klein."

Herr Heckmäck: "Na, dann sagt ihr es mir halt, ich weiß es einfach nicht."

Beide (begeistert): "Einen Froohoosch!"

Herr Heckmäck (entsetzt): "Einen waaas ...?!"

Lea: "Einen Frohosch! Der heißt Gwendolin und er ist grün, grün wie Gras!"

Herr Heckmäck: "Als ob es nichts anderes gibt, was man seiner besten Freundin schenken könnte, als einen Frosch!"

Lisa: "Aber sie wollte doch so gerne einen haben, Papi. Und da sind wir dann zum Tierladen gegangen und haben einen ganz schönen für sie gekauft."

Herr Heckmäck: "Na gut, meinetwegen. Dann schenkt ihr halt diesen Frosch. Aber lasst ihn jetzt schön in der Kiste bis Weihnachten und räumt ihn gut weg, und lasst mich jetzt bitte mein Buch in Ruhe weiter lesen."

Lea: "Dein Buch? Was ist das für ein Buch?"

Herr Heckmäck: "Es ist ein Buch über die Advents- und Weihnachtszeit. Darin steht ge..."

Lea: "Ach so. Na ja, lies du mal schön dein Buch, wir gehen in der Zeit mal den Frosch ausprobieren."

Lisa: "Mal gucken, ob der auch richtig funktioniert, mit Springen und Quaken und so."

Herr Heckmäck: "Ja, ja, ist gut, macht mal."

Lea und Lisa gehen ab. Herr Heckmäck vertieft sich wieder in sein Buch.

Klaviermusik – Jingle Bells

Nach kurzer Zeit kommt sein Sohn Freddy mit einem dicken Katalog auf die Bühne und knallt ihn auf den Tisch, sodass die Kerzen vom Adventskranz ausgehen, während er anfängt zu erzählen.

Freddy: "Du, Papa."

Herr Heckmäck: "Was gibt's, mein Junge?"

Freddy: "Also ich hab hier im Fan-Katalog eine ganz tolles Fußballtrikot mit Shorts und Stutzen der belgischen Roten Teufel gesehen, das ihr mir zu Weihnachten schenken könntet. Das wollte ich dir mal zeigen." Er zeigt seinem Vater den Fankatalog.

Herr Heckmäck: "Eine schönes Trikotset ist das, aber 150,- €, das ist ja ein ganz schöner Brocken! Du hast doch zu deinem Geburtstag schon ein 'Standard'-Trikot bekommen. Reicht das nicht erst mal für dieses Jahr."

Freddy: "Aber Papa, ich kann doch nicht im Sommer bei der WM mit einem Standard-Trikot auf die Fan-Meile gehen, das ist doch oberpeinlich. Ein Fan ohne passendes Outfit ist wie ... eine Schnecke ohne Schneckenhaus."

Herr Heckmäck: "Schöner Vergleich, aber trotzdem gibt es auch Schnecken ohne Schneckenhäuser, genau so, wie es auch Fans ohne Trikots gibt."

Freddy: "Ja, aber genauso, wie die Schnecken ohne Schneckenhäuser 'Nacktschnecken' heißen, genau so bin ich dann 'Nacktfan'. Willst du, dass ich nackt dahin gehe?"

Herr Heckmäck: "Natürlich nicht. Warte mal, ich werde das heute noch mit Mama besprechen, und dann werden wir sehen, was wir da noch machen können, okay?"

Freddy: "Na gut, verhandle das mal mit Mama, und falls du dabei von mir Unterstützung brauchst, dann sag mir Bescheid, okay?"

Freddy geht ab und lässt den Katalog auf dem Tisch liegen.

Herr Heckmäck: "Aber klar doch“

Er vertieft sich wieder in seine Lektüre.

Klaviermusik – Jingle Bells – Überleitung zu – Alle Jahre wieder

Plötzlich klingelt es nach einer kurzen Zeit wieder an der Haustür. Herr Heckmäck fährt vor Schreck hoch, die beiden Töchter Lea und Lisa kommen mit dem Frosch in der Hand angerannt.

Beide: "Wir machen auf! Wir machen auf!"

Lea: "Komm Gwendolin, wir gucken mal, wer da ist. Vielleicht ist es schon der Weihnachtsmann, der was Schönes für uns mitgebracht hat."

Lisa: "Dann stellen wir ihn dir mal vor, er wird sich bestimmt freuen."

Beide machen die Tür auf und halten den Frosch erwartungsvoll nach vorne.

Vertreter mit Anzug, Krawatte und Koffer steht vor der Tür.

Vertreter: "Guten Tag, kleines Mäd... Huch! Was ist denn das?"

Lea: "Ein Frosch! Sieht man doch! Sie sind bestimmt nicht der Weihnachtsmann. Sie sind viel zu dünn und Sie haben gar keinen Bart."

Vertreter: "Ähh... wie bitte?! ... Aha, ach so, he, he, he ... Na, ja ... ähm ... sind eure Eltern zu Hause?"

Lisa: "Nein, nur unser Papa. Was wollen Sie denn?"

Vertreter: "Ääh, also ich bin von der Firma 'Expresto'. Wir verkaufen Kaffeeautomaten. Und gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit bieten wir sie sehr günstig mit vielen Extras und Preisvorteilen an..."

Lea: "Haben Sie auch einen Laubmixer dabei, mit dem man Fröschen eine Suppe kochen kann?"

Vertreter: "Aber selbstverständlich, meine Kinder! Mit unseren Geräten kann man alles machen, aber vor allem guten Kaffee." (ungeduldig) "Könnte ich jetzt bitte euren Vater einmal sprechen?"

Lisa: "Papa, draußen steht George Clooney!"

Herr Heckmäck: "Wie kommt ihr denn darauf? Lasst den netten Herrn sofort herein."

Der Vertreter tritt mit seiner Espressomaschine herein. Beide Mädchen laufen in ihr Kinderzimmer zurück.

Herr Heckmäck: "Das ist aber nur eine billige Kopie.“

Vertreter: "Sie sind sicher ein passionierter Kaffeefreund! Und wissen Sie, es gibt ja Hunderte, was sage ich? - Tausende Kaffeeautomaten. Aber keiner kann an unsere Wundermaschine aus dem Hause 'Expresto' tippen. Ich würde sogar sagen, keiner kann ihm 'das Wasser reichen'" (Lacht falsch.) "Vannillio, Caramellio, Ciocattino, Livanto Grand Cru, was für eine Brühe … eh ... ich meine mit dem patentierten Brühverfahren wird jede einzelne Tasse in Ihrem Gaumen einen Vulkan der Sinnesempfindungen auslösen. Darf ich Ihnen das kurz vorführen?"

Beginnt den Apparat anzuschließen, wirft eine Kapsel rein und lässt einen Kaffee durchlaufen und will ihn an Herrn Heckmäck reichen.

Vertreter: "And now… Expresto, what else?"

Herr Heckmäck: "Ich trinke nur Tee.“

Vertreter (verdutzt): "Das perfekte Geschenk für Ihre Gemahlin. Ich bin mir sicher, damit ziehen Sie das große Los."

Herr Heckmäck: "Danke, Herr ... Herr Clooney ... Aber wir sind versorgt." (Begleitet ihn zur Tür.) "Ich wünsche Ihnen schöne Feiertage ... Und einen schönen Gruß an Ihre Gemahlin.“

Klaviermusik – Alle Jahre wieder

Herr Heckmäck ist in seine Lektüre vertieft. Plötzlich erscheint seine Tochter mit einer kleinen Kiste auf der Bildfläche.

Kristine: "Hallo Papi."

Herr Heckmäck (abwesend): "Hallo Töchterchen, was für Neuigkeiten bringst du denn mit?"

Kristine (begeistert): "Du, weißt du was? Ich hab mir für dieses Weihnachten was ganz Ausgefallenes ausgedacht. Ich werde an alle meine Freunde und Bekannte Weihnachtskarten schicken. Das ist doch irgendwie cooler als Facebook. Ich habe schon alle Karten besorgt und habe auch schon jede Menge Karten geschrieben."

Herr Heckmäck: "So? Ist ja interessant."

Kristine: "Ach ja, noch etwas, hätt' ich glatt vergessen. Könntest du in den nächsten Tagen auf dem Weg zur Arbeit kurz bei der Post vorbeischauen und die Karten für mich wegschicken? Danke Papi, ich wusste, dass du ja sagst, finde ich echt cool von dir."

Herr Heckmäck (abwesend): "Ist gut, ist gut, man gönnt sich ja sonst nichts." (Langsam wieder anwesend.) "Ach ja, noch etwas, hätt' ich fast vergessen. Tut vielleicht gar nichts zur Sache, aber wie viele Karten sind es denn?"

Kristine (zögerlich): "Äh, also ... na ja, so ungefähr 50 bis 100 Stück."

Herr Heckmäck (hellwach): "Waaas?! Hast du den Verstand verloren? Willst du, dass bei der Post das Chaos ausbricht, die Briefträger zugrunde gehen, und ich ein halbes Vermögen für die Briefmarken hinblättern muss? 10 Karten und nicht mehr, ist das klar?"

Kristine: "Och Papa, auf die paar Karten mehr oder weniger kommt es doch nun wirklich nicht an, oder? Außerdem haben wir Weihnachten, da soll man doch seinen Freunden und Bekannten durch ein paar nette Karten eine Freude machen, oder etwa nicht?"

Herr Heckmäck: "Oder etwa nicht?! Weihnachten ist ein besinnliches Fest und keine Weihnachtskarten-Party! Höchstens 10 Karten und keine einzige mehr! Haben wir uns verstanden?"

Kristine: "Ja, aber ich habe schon 30 Karten geschrieben, und wenn ich nur 10 Stück verschicken darf, was soll ich dann mit den restlichen 20 machen?"

Herr Heckmäck: "Die hebst du dir eben für's nächste Jahr auf. Such dir einfach die 10 wichtigsten Personen aus, denen du eine schicken möchtest. Das muss reichen."

Kristine: "Jawohl Chef."

Sie geht enttäuscht weg. Ruhe kehrt wieder ein. Herr Heckmäck vertieft sich wieder in seine Lektüre.

Klaviermusik – Alle Jahre wieder.

Plötzlich klingelt das Telefon. Herr Heckmäck schreckt auf.

Klaviermusik – Jingle Bells

Herr Heckmäck (ärgerlich, resigniert): "Das Telefon hat mir gerade noch gefehlt." (beherrscht) "Ja, guten Abend, Vitus Heckmäck hier am Apparat."

Gertrude: "Ja hallo Vitus! Überraschung! Hier ist Gertrude, die Lieblingscousine deiner Frau! Ach, wir haben schon so lange nichts mehr voneinander gehört, und da wollte ich euch nach so langer Zeit einfach mal wieder anrufen, um eure Stimmen zu hören und mal zu fragen, wie es euch allen denn so geht. Na, erzähl' doch mal, wie geht es denn deiner lieben Frau und euren Kindern, der Lisa, der Lea, dem Freddy, der Kristine, der Kathrin und der Sophia ? Ihr habt bestimmt alle Hände voll zu tun mit den Weihnachtsvorbereitungen, nicht wahr?"

Herr Heckmäck: "Na ja, wir..."

Gertrude: "Da möchte ich dich auch nicht allzu lange aufhalten, ich wollte einfach nur mal kurz über's Telefon bei euch reinschneien. Ha, ha, ha! Ach apropos Schnee, liegt eigentlich viel Schnee bei euch? Bei uns hat es ja letzte Nacht dermaßen geschneit, du wirst es nicht glauben. Fast ein Meter Schnee lag heute Morgen draußen. Du kannst dir gar nicht vorstellen, was es auf den Straßen für ein Verkehrschaos gab. Der Schneepflug hat es gar nicht geschafft, alle wichtigen Straßen rechtzeitig frei zu machen. Unsere Kinder haben sich natürlich riesig über den Schnee gefreut, weil die Schule ausgefallen ist und sie fast den ganzen Tag draußen spielen konnten. Mein Mann musste sich den Tag heute gezwungenermaßen auch freinehmen, da auch die Busse nicht gefahren sind und er doch immer mit dem Bus zur Arbeit fährt. Das hat mir und den Kindern natürlich auch sehr gefallen, weil wir dadurch viel Zeit mit dem Papa verbringen konnten. Ach wir hatten heute einen richtig schönen verschneiten Familientag. Na, ja die Wettervorhersage für morgen sieht auch ziemlich verschneit und kalt aus. Mal sehen, wie lange die Schneefront sich noch bei uns aufhalten wird. So, erzähl doch mal, wie geht es euch denn? Habt ihr schon alle Weihnachtsgeschenke für eure Lieben eingekauft?"

Herr Heckmäck: "Na ja, wir ..."

Gertrude: "Ja, ja, das mit den Geschenken ist gar nicht so einfach, näh? Wenn man so viele Kinder in unterschiedlichem Alter hat, ist es schon eine große Kunst, allen Wünschen der Kinder gerecht zu werden und dabei nicht allzu viel Geld in den Geschäften zu lassen. Wie ihr das nur schafft erstaunt mich immer wieder. Ich weiß ja schon bald nicht mehr wo mir mein Kopf steht bei unseren beiden Kleinen, aber ihr erst mit euren sechs! Also ganz ehrlich: Hut ab! Ganz große Klasse wie ihr das Jahr für Jahr so locker über die Bühne bringt. Da überlegt man sich schon lange im Voraus, was man seinen Kindern schenken möchte – man will ja immer das Gute mit dem Nützlichen verbinden – hat dann den ganzen Stress mit den Einkäufen, und muss sich dann am Ende auch noch das Genörgel anhören, weil die Kinder sich eigentlich was ganz anderes gewünscht hatten. Und dann geht der ganze Stress nach den Feiertagen wieder los, wenn die gekauften Sachen wieder zurückgegeben oder umgetauscht werden müssen. Ach, bin ich froh, wenn die Weihnachtszeit wieder vorbei ist. Sag mal, ist deine Frau eigentlich auch gerade in der Nähe? Ich wollte ganz gerne auch noch ein paar Takte mit ihr reden. Ich habe ja schon fast seit einer halben Ewigkeit nichts mehr von ihr gehört."

Herr Heckmäck: "Sie ist gerade unterwegs mit..."

Gertrude: "Ach, weißt du was? Richte ihr doch bitte einfach ganz, ganz liebe Grüße von mir aus, und sag' ihr, dass ich angerufen hätte und darauf brenne, endlich mal wieder ausgiebig mit ihr zu plaudern, näh? Tschühüüss!"

Sie legt auf ohne das Tschüss von Herrn Heckmäck abzuwarten.

Herr Heckmäck: "Äh, ja ...Tschüss ..."

Er setzt sich etwas verdattert und verpeilt wieder hin, da klingelt es schon wieder an der Haustüre. Herr Heckmäck wird wütend.

Herr Heckmäck: "Jetzt reicht es aber, ich habe die Schnauze voll!!! Kann man denn in diesem Haus nicht einmal ein Buch in Ruhe lesen, ohne dauernd von irgendwelchen Leuten gestört zu werden? Und so was nennt sich besinnliche Adventszeit. Von wegen! Dass ich nicht lache!"

Er öffnet wütend die Tür.

Frau Heckmäck mit Kathrin und Sophia kommen mit Geschenken und Einkaufstüten beladen ins Zimmer gepoltert. Sie stellen alle Geschenke und Tüten auf dem Boden ab. Herr Heckmäck begreift jetzt gar nichts mehr.

Kathrin: "Puh, ich sag's dir, in den Geschäften ist vielleicht was los. Ein Gedränge und ein Geschuppse ist das. Die Leute sind wie die Aasgeier!"

Frau Heckmäck: "Ist ja gut, reg' dich nicht auf."

Kathrin: "Mensch, die Leute tun so, als ob sie zum letzten Mal in ihrem Leben einkaufen gehen. Ich hab's gezählt; 15 Leute sind mir heute in den Kaufhäusern auf den Fuß getreten. 10 auf den rechten und 5 auf den linken und nur 4 Leute haben sich dafür entschuldigt."

Frau Heckmäck: "Nun reg' dich doch nicht so darüber auf, ist doch nur alles halb so schlimm. Bestimmt bist du bei dem Gedränge auch jemandem auf den Fuß getreten."

Kathrin: "Reg' dich nicht auf? Es ist doch jedes Jahr das Selbe. Gerade wenn wir Geschenke einkaufen wollen, muss der Rest der Welt sich auch auf die Socken machen. Als ob es keine anderen Tage gäbe!"

Sophia: "Mir tun die Füße nur noch weh. Ich brauche jetzt unbedingt ein Entspannungsbad."

Sophia zieht Mantel und Schuhe aus und lässt sich auf einen Stuhl fallen.

Frau Heckmäck: "So ist das eben. Man nimmt sich ganz fest vor, die Adventszeit besinnlich in Ruhe und Frieden angehen zu lassen, doch kurz vor Weihnachten artet alles wieder in Stress und Hetze aus, ohne dass man es eigentlich wollte."

Freddy erscheint singend. Herr Heckmäck ist immer noch stumm und denkt nach.

Freddy: "Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsstress, drückt uns alle nieder und gibt uns dann den Rest ... Was ist denn hier los? Habt ihr alle Kaufhäuser geplündert?"

Kathrin: "So ähnlich."

Freddy: "Ich dachte, ihr habt letzte Woche schon die Geschenke für uns gekauft."

Frau Heckmäck: "Das haben wir auch. Diese Geschenke sind nicht für euch, sondern für Opa und Oma, die uns an Weihnachten besuchen kommen."

Herr Heckmäck: "Mich trifft der Schlag! Und das erfahre ich erst jetzt, wo es schon so gut wie zu spät ist?!"

Frau Heckmäck: "Nicht erst jetzt, du Schlafmütze. Wir hatten doch darüber gesprochen!"

Herr Heckmäck: "Ich weiß von nichts!"

Frau Heckmäck: "Doch! Ich habe dich vor Wochen schon darauf angesprochen, aber wenn du mir nie richtig zuhörst, dann ist es kein Wunder, dass du nichts davon weißt!"

Kathrin: "Ich sag es dir, das wird vielleicht ein Spaß!"

Sophia: "Das kannst du laut sagen, Schwesterchen."

Kathrin und Sophia gehen ab.

Herr Heckmäck (total fertig): "Ich krieg die Krise! Das überlebe ich nicht!"

Frau Heckmäck: "Nun lass den Kopf mal nicht hängen. Es wird schon alles gut gehen."

Frau Heckmäck und Freddy gehen auch ab. Herr Heckmäck ist wieder alleine. Lea und Lisa tauchen plötzlich auf und suchen nach Gwendolin.

Lea: "Hast du Gwendolin hier irgendwo rumlaufen sehen?"

Lisa: "Sie ist uns beim Versteckenspielen einfach abgehauen. Wir haben bis 40 gezählt und dann war sie plötzlich nicht mehr im Zimmer."

Herr Heckmäck: "Das hat uns gerade noch gefehlt, ihr und euer Frosch!"

Lea: "Oh, so viele schöne Geschenke, sind die für uns?"

Herr Heckmäck: "Nein sind sie nicht. Die sind für Opa und Oma! Geht und sucht lieber euren Frosch, bevor hier noch etwas passiert!"

Lea und Lisa gehen weiter suchen. Es klingelt wieder an der Tür und Herr Heckmäck öffnet sie mittlerweile gleichgültig. Freundin Anna steht vor der Tür.

Anna: "Guten Tag, Herr Heckmäck."

Herr Heckmäck: "Guten Tag mein Kind, was kann ich für dich tun?"

Anna: "Meine Mutter fragt, ob Sie ihr bitte fünf Eier für einen Kuchen leihen könnten. Sie hat es heute nicht mehr ins Geschäft geschafft. Sie würde Ihnen die Eier morgen wieder zurückgeben."

Herr Heckmäck: "Ach, wenn es weiter nichts ist. Sie kann die Eier gerne haben und braucht sie uns auch nicht zurückzugeben. Auf die paar Eier kommt es nicht an." (Dreht sich um und ruft laut.) "Kristine, hol mal bitte fünf Eier für unsere Nachbarin aus dem Kühlschrank, aber zackig! Und ihr, Kathrin und Sophia, räumt hier mal die ganzen Geschenke weg! Aber zackig! Bei diesem Durcheinander kann man bald nirgendwo mehr hintreten!"

Kathrin und Sophia kommen angelaufen und fangen an, die Geschenke zusammenzuräumen. Als sie einen Geschenkestapel wegbringen möchte, kommt Kristine mit einer Packung Eier angelaufen, rutscht beim Nachzählen der Eier aus und knallt Hals über Kopf mit Kathrin zusammen. Geschenke und Eier fliegen durch die Gegend. Großes Chaos. Lärm. Alle tauchen neugierig auf.

Alle (reden durcheinander): "Was ist denn hier passiert?"

Herr Heckmäck: "Och, nichts Besonderes... Schöne Bescherung!"

Lea (völlig entsetzt): "Aaahh! Unser... unser... Froo..."

Sie beugt sich runter und fängt an zu weinen.

Lisa (entsetzt, wütend): "Aaahh! Ihr habt Gwendolin ermordet! Ihr gemeinen Mörder!"

Kristine (reuevoll): "Tut uns echt leid, es war wirklich keine Absicht."

Sophia: "Wenn ihr besser auf ihn aufgepasst hättet, wäre das nicht passiert."

Plötzlich fällt der Strom aus. Es wird dunkel. Nur noch die Krippe wird von sanftem Kerzenlicht beleuchtet.

Alle (durcheinander): "Was ist denn das jetzt schon wieder?"
"Was ist jetzt passiert?"
"Was soll das?"
"Das fehlte gerade noch!"
"Jetzt haben wir überhaupt kein Licht mehr."
"Was machen wir jetzt?"
"Stromausfall!"

Frau Heckmäck: "Schaut! Da drüben bei der Weihnachtskrippe brennt noch etwas Licht!"

Alle gehen unwillkürlich rüber zur Weihnachtskrippe, werden ruhiger, betrachten und bewundern sie eine Zeit lang.

Musik im Hintergrund - Stille Nacht

Frau Heckmäck (besinnlich): "Wie ruhig und friedlich die Krippe dasteht, so als hätte sie von dem ganzen Chaos vorhin gar nichts mitbekommen. So, als wollte sie uns sagen: 'Schaut her, hier ist Ruhe und Frieden! Hier, in der Gestalt des kleinen Jesuskindes, wird der Friede Gottes lebendig und für uns Menschen greifbar. Dieser Frieden, den die Menschen sich so sehnlich für die Weihnachtszeit und darüber hinaus wünschen'."

Anna (ängstlich, fragend): "Ist der Strom jetzt ausgefallen, weil ich die Eier wollte?"

Herr Heckmäck (tröstend): "Nein, ganz bestimmt nicht wegen dir. Ich glaube, Gott hat kurz mal das Licht ausgeknipst, damit wir uns auf das Wesentliche besinnen."

LICHT AUS.

Anmerkungen des Autors

>>> Gott macht das Licht aus, damit wir das Wesentliche im Leben sehen.

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