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Flatrate für den Glauben

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Allgemein

Wäre das nicht genial, wenn man seine Religion wie einen Handyvertrag ändern könnte, um seinen Glauben individuell anzupassen?

Flatrate, Gott, Religion, Flatrate für den Glauben

Das Stück

Fußgängerzone in einer beliebigen Stadt, seitlich ist ein Infostand aufgebaut, wie man ihn von den Werbern der Mobiltelefongesellschaften kennt. Bunte Prospekte liegen aus, auf dem Stand sind Werbesprüche zu lesen (s. Anmerkungen).
Ein Werber (mit entsprechendem T-Shirt und Käppi) spricht die vorübergehenden Passanten an.

Werber: "Hallo, wollen Sie nicht Ihren Religionsanbieter wechseln?"

Erster Passant: "Wie, meinen Sie mich?"

Werber: "Gestatten – Beliebig mein Name, Günter Beliebig. Glauben Sie?"

Erster Passant (unsicher): "Na, ja. Im Prinzip, schon ein bisschen."

Werber: "Sehen Sie, und schon lohnt es sich, umzusteigen. Fordert Ihr bisheriger Religionsanbieter nicht viel zu viel von Ihnen? Gebühren, Zeit ...?"

Erster Passant: "Schon, aber das ist doch nicht so tragisch ..."

Werber: "Müssen Sie vielleicht sogar singen oder beten?"

Erster Passant: "Ich bin unmusikalisch."

Werber: "Bingo, dann können wir in Ihrer Special Rate auf das Modul 'Liedgut' verzichten. Was Sie nicht brauchen, wird auch nicht bezahlt. Ha, Ha! – Bei uns ist alles inklusive. Glauben so viel Sie wollen, wann Sie wollen, wo Sie wollen. Wie weit ist Ihre Kirche entfernt?"

Erster Passant: "Eine Viertelstunde muss man schon laufen, es fährt auch ein Bus ..."

Werber (euphorisch): "Überflüssig, völlig überflüssig – gehen Sie online, bequem von zu Hause aus. Glauben so viel Sie wollen, wann Sie wollen, wo Sie wollen. – Auf Ihrem Sofa. Und – aufgepasst: Im Global Tarif haben Sie schon in der Grundstufe Zugang zu 352 Göttern, frei wählbar – von A bis Z – für alle Lebenslagen. Und wenn Sie mal eine Reise buchen, ist Ihr persönlicher Reisegott schon mit dabei. Ist doch super – was?"

Ein zweiter Passant kommt vorüber.

Werber: "Und Sie? Kennen Sie schon unsere 24-Stunden-Hotline bei Glaubensstörungen?"

Zweiter Passant: "Ich gehe nur zu Weihnachten in die Kirche."

Werber: "Fantastisch. Dann ist unsere Holiday-Rate genau das Richtige. Schwerpunkt Glaube zu Weihnachten inkl. Kind in der Krippe, Hirten auf dem Feld und Engel aus der Höhe. Vielleicht auch ein bisschen Ostern? Oder ein wenig Naturglauben für die Urlaubstage? Kein Problem. Alles erweiterbar. Sie können glauben so viel Sie wollen, wann Sie wollen, wo Sie wollen."

Zweiter Passant: "Ich weiß nicht ..."

Werber: "Auch kein Problem. Neben Sie die DSL-Variante für Zweifler und Unwissende. In Windeseile glauben Sie an irgendetwas, so viel Sie wollen, wann Sie wollen, wo Sie wollen."

Werber (zum ersten Passanten): "Hier, füllen Sie schon mal unseren Aufnahmeantrag aus. Wir melden Sie automatisch bei Ihrem aktuellen Religionsanbieter ab. Die Anrede dürfen Sie übrigens mitnehmen. Wenn Sie bis zum 30.04. abschließen, sprechen wir 3 Gebete für Sie gratis."

Ein dritter Passant erscheint – hat es scheinbar eilig.

Werber (zum dritten Passanten): "Sie sind in Eile?"

Dritter Passant: "Ja, sehen Sie das nicht? Habe gleich einen wichtigen Termin."

Werber: "Genau das ist es. Termine über Termine. Da bleibt so im Alltag doch gar keine Zeit für Religion. Richtig?"

Dritter Passant: "Ja. Nun kommen Sie mal auf den Punkt."

Werber: "Bei uns können Sie Ihren Online-Gottesdienst buchen, wann Sie wollen. 10.00 Uhr oder 11.00 Uhr ist dann keine Thema. Ob sonntags oder alltags – alles egal. Glauben Sie dann– wann es gerade passt."

Werber drückt ihm den Aufnahmeantrag in die Hand. Dritter Passant geht ab.

Werber (hinterherrufend): "Sie können sich auch online anmelden und sparen 15 Euro."

Erster Passant ist mit dem Ausfüllen fertig. Geht ab.
Vierter Passant tritt auf. Trägt ein Medikamentenröhrchen in der Hand. Schaut immer wieder darauf. Wirkt nachdenklich und bedrückt.

Werber (zunächst noch zum unentschlossenen zweiten Passanten): "Na – noch nicht überzeugt? Fahren Sie viel Auto?"

Zweiter Passant: "Ja. Täglich."

Werber: "Stehen Sie wohl auch oft im Stau?"

Zweiter Passant: "Kann man wohl sagen. Immer diese Baustellen ..."

Werber: "Nicht ärgern. Zeit nutzen. Für Ihre tägliche Religionsration. Mit uns per GPS über Ihr Navi, Ihr Handy – kein Problem ... Glauben Sie wo Sie wollen, so viel Sie wollen, wann Sie wollen ... Beliebig ist mein Name und hier Ihr Aufnahmeantrag."

Zweiter Passant nimmt begeistert Antrag entgegen, füllt aus und geht ab.

Werber (zum vierten Passanten): "Und Sie? Brauchen Sie nicht auch etwas Religion?"

Vierter Passant schluchzt.

Werber: "Verstehe schon. Enttäuscht von Ihrem Religionsanbieter. Leere Kirche am Sonntag. Keiner, der sich um Sie kümmert unter der Woche. Viele Versprechungen, nichts gehalten. Kennen wir, kennen wir alles. Enttäuschte Standardreligionsnutzer sind unsere besten Kunden."

Vierter Passant bricht in Tränen aus.

Werber: "Aber, aber ... nicht verzweifeln. Wir haben die ultimativen Gefühlsforen. Chatten Sie im Freudenforum, weinen Sie im Trauerforum, schöpfen Sie neue Kraft im Trostforum. Oder geht's 'gar um Schuld?"

Vierter Passant nickt heftig und schluchzt, schaut wieder auf das Tablettenröhrchen.

Werber: "Aber, aber ... die brauchen Sie nicht. Sprechen Sie mit einem unserer persönlichen Beichtväter. Einfache Beichte, komplexe Beichte – 5 € pro Minute (leise was nicht kostet, ist auch nichts) ... und gegen einen klitzekleinen Aufpreis auch mit Trost und Zuspruch. Wir nehmen Ihnen die Last ab. Da sieht die Welt doch gleich wieder anders aus."

Vierter Passant nimmt Aufnahmeantrag umarmt den Werber, drückt ihm die Pillen in die Hand und geht ab.

Werber: "Religion ist wohl doch Opium für das Volk, und für mich eine fette Provision."

Abschluss-Variante 1: Werber hängt Schild 'Bin gleich zurück' an den Infostand, sagt zu sich: "Mittagspause" und geht ab.

Abschluss-Variante 2: Werber geht von der Bühne ins Publikum und fragt einen der Besucher: "Wollen Sie nicht Ihren Religionsanbieter wechseln ...?- und dann seitlich ab.

LICHT AUS.

Anmerkungen des Autors

Werbesprüche:
"Bei uns glauben Sie richtig"
"AlK ist so bequem – man muss nicht mehr zur Kirche geh'n"
"Von der Wiege bis zur Bahre – nur die allerbeste Ware"
"Glauben Sie wann, wo und wie Sie wollen"
"Die neue Glaubensfreiheit"

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