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Titel zu vergeben

Titel zu vergeben

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Weihnachten

Nach einer Grundidee von Kerstin Feilbach, Titel: ‚Wer ist der König‘. Napoléon, Livia (Frau des Augustus) und Lieschen Müller treten als Bewerber für sich bzw. ihren Kandidaten für einen Vierertitel in einer Talkshow auf. Der Titel lautet 'Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Ewiger Vater, Friedensfürst'.

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Das Stück

In einer Talkshow sind Napoleon Bonaparte, Kaiser Augustus' Frau Livia und Lieschen Müller zu Gast.

Moderator: "Herzlich willkommen zu unserer Talkshow 'Titel zu vergeben'. Sie kennen das vom Boxen: Man kann mehrere Titel auf sich vereinen. Bei uns ist es heute so ähnlich. Es geht um die Vergabe eines Vierertitels. Er stammt aus uralten prophetischen Schriften und heißt: 'Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Ewiger Vater, Friedensfürst'. Wir hatten um Kandidatenvorschläge für diesen Titel gebeten. Aus einer Vielzahl von Bewerbern sind heute drei im Studio Sassnitz zu Gast. Als erstes begrüßen Sie mit mir mit einem kräftigen Applaus Herrn Bonaparte. Herr Bonaparte, Sie haben sich quasi selbst empfohlen für diesen Titel. Sie kommen gerade aus einer Schlacht?"

Napoleon: "Ich habe mir gerade Österreich und Preußen unterworfen! Das war für mich und meine Truppen ein Klacks! Und Russland war ein Kinderspiel – nur zum Schluss ein bisschen kalt!"

Moderator: "Sie haben ja fast ganz Europa unter Ihre Fittiche genommen – sind Sie Europas Friedensfürst?"

Napoleon: "Tja, junger Mann, immerhin habe ich sechs Friedensverträge geschlossen, da müssen mir die Leute schon dankbar sein! Aber ich sage auch immer: 'Unterbrich niemals deinen Feind, während er einen Fehler macht' (hüstelt)."

Moderator: "Soviel zu Ihrem Friedensrezept. Bei der Französischen Revolution ging's aber doch ein wenig drunter und drüber ..."

Napoleon: "...bis ich da aufgeräumt habe. Ich habe ein vorzüglich organisiertes Herrschaftssystem aufgebaut und die Gleichberechtigung der Männer gesetzlich festgelegt. Und außerdem: Ich bin Napoleon, verstehen Sie?!“

Moderator: "Herr Bonaparte, darf ich Sie mal kurz auf Ihren Humor testen: Da geht jemand zum Psychiater und erlebt im Wartezimmer einen Mann, der ständig ausruft: 'Ich bin Napoleon, ich bin Napoleon!' Im Arztzimmer fragt er den Psychiater: Sagen Sie bitte, Herr Doktor, da draußen wartet ein Mann, der ständig von sich behauptet: Ich bin Napoleon! Sagt der Arzt: 'Um den machen Sie sich mal keine Gedanken, das ist nur ein armer Irrer! Ich bin Napoleon!'“

Napoleon: "Also eins muss ich hier wohl nochmal klarstellen: Egal, was diese beiden Männer behaupten – sie lügen! Ich bin Napoleon – Kaiser! Napoleon!"

Moderator: "...der sich selbst gekrönt hat – auch das wissen wir – ich stelle mir das gerade so bildlich vor, wie Sie sich selbst die Krone auf's Haupt setzen. – In Leipzig und Waterloo ging's jedenfalls für Sie nicht so gut aus!"

Napoleon: "Kann ja mal vorkommen."

Moderator: "Und irgendwann wurden Sie nach St. Helena verbannt – so sehr hat man Sie verkannt!"

Napoleon: "Ach, wissen Sie, man hat einfach meine wahre Größe nicht erkannt! Vor Ihnen sitzt ein wahrer Kaiser!"

Moderator: "Lassen wir das mal so stehen und wenden uns unserem nächsten Talkgast zu – vom Herrn Kaiser zu Frau Kaiser: Ich begrüße in unserer Runde Livia Augusta, reizende Gattin und Mitregentin von Kaiser Augustus, Mutter von Kaiser Tiberius, Großmutter von Kaiser Claudius, Urgroßmutter von Kaiser Caligula, und Ururgroßmutter von Kaiser Nero. (Applaus) Livia, Sie gelten als vorbildlich, sittsam und tugendhaft. Sie werden demnächst 86 Jahre alt – davon waren Sie 51 Jahre verheiratet mit ein- und demselben Mann: Augustus, in jungen Jahren auch Octavius genannt. Sagen Sie, was war das Besondere an Ihrem Mann? Weshalb schlagen Sie ihn für diesen Vierertitel vor?"

Livia: "Mein Gemahl, Kaiser Augustus, war ein blitzgescheiter, liebenswürdiger, bescheidener, friedliebender Mann. Er hat dem römischen Reich den größten Frieden aller Zeiten beschert.“

Moderator: "War er es also nicht, der Ihren ersten Ehemann zur Scheidung zwang, weil er Sie als seine dritte Frau ehelichen wollte?“

Livia: "Das tut doch hier nichts zur Sache. Es war Liebe auf den ersten Blick! Und schließlich hat unsere Ehe 51 Jahre gehalten!“

Moderator: "Das ist in der Tat erstaunlich. Wenn Sie ihn heute für den Titel ‚Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Ewiger Vater, Friedensfürst‘ vorschlagen, dann erzählen Sie uns doch bitte kurz, mit welchen friedlichen, väterlichen, Mitteln Ihr Gemahl seine Herrschaft aufgerichtet hat.“

Livia: "Also das lief alles sehr demokratisch ab. Schließlich hat ihn ja der Senat gewählt. Er war so bescheiden, dass er sich nie ‚Kaiser‘ nannte, sondern nur ‚Erster des Senats‘. Er war und ist für viele eine Vaterfigur. Bester Beweis: Der jetzige Kaiser hat ihn kürzlich erst zum Gott ausrufen lassen. Und das Volk hat begeistert gejubelt.“

Moderator: "Wobei der jetzige Kaiser ja Ihr leiblicher Sohn ist. – Nun wissen wir, dass es da in den ersten Jahren noch einige Mitbewerber gab. Gab es da im Wahlkampf nur Fern-seh-duelle – also, dass man sich von ferne sah und einander Regierungsprogramme und Argumente vortrug, oder hat die Geschichtsschreibung recht, die von Intrigen und ganzen Kriegen erzählt, durch die sich Ihr Gatte die Alleinherrschaft erkämpfte?“

Livia: "Wissen Sie, das ist alles so lange her. Ich erinnere mich daran nicht mehr. Und außerdem: diese Dinge sind Privatsache, über die ich hier nicht mehr reden werde. Entscheidend ist doch die Lebensleistung!!! Der Römische Frieden ist als einzigartig in die Geschichte eingegangen. Es gibt einfach niemanden, dem der Titel Friedefürst und Ewigvater mehr zusteht, als dem großen göttlichen Kaiser und Friedensbringer Augustus.“

Moderator: "Wenden wir uns dem nächsten Talkgast zu: Frau Lieschen Müller. Sie sind hier, weil Sie meinen, der Titel, um den es heute geht, stehe jemandem ganz anderen zu.“

Lieschen M: "Allerdings. Jemandem, der während der Regierungszeit des Augustus im Römischen Reich zur Welt kam und aufwuchs …“

Livia (aufgebracht ins Wort fallend): "Das ist unmöglich! Alle potentiellen Herrscher hat Augustus vernich... äh ... mit demokratischen Mitteln besiegt. Da gab es keinen Thronanwärter mehr, das hätten wir in Rom bemerkt.“

Moderator: "Frau Müller, was sagen Sie zu diesem Einwand von höchster Stelle?“

Lieschen M: "Wahr ist, dass mein Kandidat und Kaiser Augustus sich nie begegnet sind. Wahr ist auch: mein Kandidat hat nie Anspruch auf den römischen Thron erhoben, doch er hat ein Reich errichtet, gegen das alle Reiche der Welt – inklusive die von Napoleon, Cäsar und Augustus – Sandkastenspiele sind.“

Tumult – Beide Gäste protestieren lautstark: unmögliche; so einen Menschen gibt's nicht.

Moderator: "Moment, Frau Müller, welche Argumente haben Sie vorzubringen?“

Lieschen M: "Wenn ich mal ratlos bin, dann ist er mir ein wunderbarer Ratgeber. Er weitet meinen Horizont. Er hilft mir, Zusammenhänge zu erkennen. Er meint es immer gut mit mir. Wenn ich schwach bin, kann ich wissen, dass meine Grenzen nicht seine Grenzen sind; denn er ist so stark, dass er Herzen bewegen kann. Er ist so stark, dass er die Geschichte zu allen Zeiten beeinflusst – auch wenn er uns weitgehend freie Hand lässt und Dinge zulässt, die wir nicht begreifen. Er ist und bleibt ein starker Gott. Wenn mir Geborgenheit fehlt, kann ich fliehen in seine liebenden Vaterarme – ich darf PAPA zu ihm sagen und auch als Erwachsene noch Kind sein bei ihm. Er ist für mich mein ewiger Vater, der mich so angenommen hat und liebt, wie ich bin und bei dem ich die Ewigkeit verbringen werde. Und wenn's in mir brodelt, weil ich wegen irgendetwas „auf 180“ bin, dann kann ich ihm meinen Unfrieden klagen und ihn bitten, mich einen Weg des Friedens zu führen. Und das habe ich nicht nur einmal erlebt. Wenn ich im Fernsehen sehe, wie hunderttausende Kinder und Frauen auf der Flucht vor dem Krieg in Syrien sind, klage ich ihm auch meine Wut und Hilflosigkeit und bitte ihn, den Menschen Frieden zu bringen. Auch wenn er es nicht so tut, wie ich es mir oft wünsche, ist er doch für mich der Einzige, der den Namen Friedensfürst verdient. Er ist meine erste Wahl für diesen vierfachen Ehrentitel.“

Moderator: "Liebe Zuschauer, auch dieses Statement lasse ich am Ende der Sendung einfach mal stehen. Unsere Sendezeit ist vorbei. Jetzt sind Sie dran. Welcher der drei Kandidaten hat nach Ihrer Meinung diesen Titel verdient? – Oder heißt Ihr Herzenskandidat ganz anders? Bitte rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir verabschieden uns hier aus dem Studio Sassnitz mit unserer Sendung: 'Titel zu vergeben'. Bleiben Sie dran und auf Wiedersehen!“

LICHT AUS.

Anmerkungen des Autors

Ich hab versucht, sauber geschichtlich zu recherchieren. Die Grundidee stammt aus dem Stück "Wer ist der König?" von Kerstin Feilbach. Für die Napoléon-Uniform haben wir jemand vom örtlichen Faschingsclub gefragt.

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