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Wie bekomme ich Gewissheit

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Allgemein

Eine Frau tritt am nächsten Tag eine neue Arbeitsstelle an und macht sich vorher viele Gedanken und Sorgen. Ihr Gesprächspartner macht ihr Mut, denn wie auch im Glauben muss man es einfach ausprobieren!

Glauben, Gewissheit, Arbeitswechsel, Sorgen, Probieren, Wagen, Zweifel, Erfahrung machen

Das Stück

Katja (zieht verschiedene Kleidungsstücke aus dem Schrank, hält sie vor sich hin und gibt ihre Kommentare ab (z. B. das ist zu schlicht, altmodisch, unseriös). Das geht dreimal so, dann gibt sie entnervt auf): "Steht da nicht etwas in dem Brief, wie ich da kommen soll? (setzt sich hin und fängt an zu lesen) 'Sehr geehrte Frau Müller, wir freuen uns sehr, Sie als neue Mitarbeiterin willkommen zu heißen. Bitte kommen Sie am 10. Februar um 8 Uhr 30 an unseren Eingang in der Mühlstraße. Herr Liebhard wird Sie dort abholen und Sie an Ihren neuen Arbeitsplatz führen, Ihren neuen Kollegen vorstellen und Ihnen alles Weitere erklären. Mit freundlichen Grüßen.' usw. usw."

Paul (kommt während des Lesens rein mit 2 Tassen und einer Kaffeekanne): "Na, wie geht’s dir jetzt vor der großen Veränderung morgen?"

Katja: "Ich bin so aufgeregt, ich kann’s dir gar nicht sagen. Ich weiß bloß nicht, was ich anziehen soll. Ich habe einfach nichts Passendes."

Paul: "Ist das nicht immer so?"

Katja: "Ach Paul! (begeistert) Weißt du, das hört sich alles so einfach an. Und beim Vorstellungsgespräch, da waren die alle so nett, und alle haben mich so freundlich begrüßt und – die Milch ..."

Paul: "Was ist?"

Katja: "Die Milch. Du hast die Milch vergessen."

Paul: "Ach so, ja, ich hole sie. Dummerweise habe ich nur zwei Hände."

Katja: "Na ja, mit drei würd’s blöd aussehen."

Paul (kommt mit der Milch, sie gießen sich Kaffee ein): "Was wolltest du noch sagen, bevor die Milch gefehlt hat?"

Katja: "Ja, weißt du, die Räume dort sind auch so schön. Ich habe echt den Eindruck, da könnte man sich wohlfühlen bei der Arbeit."

Paul: "Ist doch prima."

Katja: "Ja, schon, aber ..."

Paul: "Aber was?"

Katja: "Weißt du, ich glaube, die Sache muss einen Haken haben."

Paul (erstaunt): "Wieso?"

Katja: "Na ja, weißt du, das ist alles so glatt gelaufen. Ich habe mich vorgestellt, die haben mir gesagt, sie hielten mich für geeignet und sie bräuchten dringend Unterstützung. Und dann haben sie mich eingestellt."

Paul: "Sie haben halt gesehen, was in dir steckt."

Katja: "Aber da stimmt doch was nicht. So läuft’s doch nicht im Leben!"

Paul: "Wieso?"

Katja: "Normalerweise muss man kämpfen im Leben, um etwas Gutes zu bekommen. Das geht nicht so locker."

Paul: "Ich würde sagen, es gibt beides."

Katja: "Ich weiß nicht. Vielleicht ist der Job auch gar nichts Gutes. Vielleicht schaffe ich das gar nicht. Was ist, wenn die zu viel von mir erwarten?"

Paul: "Aber ihr habt doch miteinander geredet. Du hast ihnen erzählt, was du bisher gemacht hast, sie haben dir gesagt, wofür sie dich brauchen. Und beide Seiten haben gedacht, das passt."

Katja: "Aber in einer Stunde Vorstellungsgespräch können die ja nicht alles sagen, was sie von mir wollen. Pass auf, spätestens am zweiten Arbeitstag überschütten die mich mit so vielen Aufgaben, dass ich erst abends um 10 fertig werde."

Paul: "Jetzt wart’s doch mal ab."

Katja: "Oder es ist noch schlimmer, und die haben nur ganz miese Aufgaben für mich, die sonst keiner machen will."

Paul: "Was meinst du denn?"

Katja: "Die brauchen wahrscheinlich bloß jemanden zum Kaffee kochen und Brötchen holen. Und da bin ich ihnen gerade recht gekommen."

Paul: "Ich glaube, dafür wärst du zu teuer."

Katja: "Vielleicht zahlen sie mir ja gar nicht das, was sie mir versprochen haben?"

Paul: "Aber du hast doch einen unterschriebenen Vertrag! Da steht es doch schwarz auf weiß!"

Katja: "Papier ist geduldig. Ich sag‘ dir, das sind ganz miese Typen."

Paul: "Ach komm! Die waren doch alle so nett zu dir!"

Katja: "Scheinbar! Aber wenn das alles Tarnung und Täuschung war!?"

Paul: "Du hast dich doch erkundigt, und andere Leute haben dir bestätigt, dass es ein guter Arbeitgeber ist."

Katja: "Ja, vielleicht für die. Aber passt das auch für mich?"

Paul: "Was hat dir denn dein Gefühl gesagt, nachdem du dort warst?"

Katja (nachdenklich): "Ja, das war schon gut. (entrüstet) Aber da siehst du mal, wie gerissen die sind! Emotionale Täuschung und Verführung nennt man das!"

Paul (ironisch): "Ja, das sind sicher so richtig gemeine und grausame Verführer, die nur Leute einstellen, um sie zu quälen."

Katja: "Mach dich nicht über mich lustig! Ich stehe vor einer lebensentscheidenden Frage, und weiß nicht, was ich tun soll."

Paul (ganz ruhig): "Hingehen."

Katja (steht aufgewühlt auf): "Zu diesen ... diesen ... Bestien?"

Paul: "Ja."

Katja (fast schon hysterisch): "Wieso denn das? Willst du mich umbringen?"

Paul: "Katja, jetzt mach mal einen Punkt. Du trittst eine neue Arbeitsstelle an, nicht mehr und nicht weniger. Und wahrscheinlich wird alles gut. Und wenn der Job nichts für dich ist, kannst du immer noch wechseln."

Katja: "Ich will aber wissen, ob das die richtige Stelle für mich ist. Ich will Gewissheit haben, verstehst du?"

Paul: "Wart mal, ich muss mal kurz was holen."

Katja: "Häh? (schaut ihm nach, dann zu sich selbst:) Ich soll bei denen nur Kaffeekochen? Ha, das wäre ja nochmal schöner! (sie geht nervös auf und ab, kaut an den Nägeln oder ähnliches) – Oder sie haben gar keine Kaffeemaschine, und ich schlafe ein bei der Arbeit, und sie schmeißen mich gleich wieder raus. – Überhaupt, vielleicht steht ja eine Entlassungswelle bevor, und jetzt brauchen sie Leute, die sie rausschmeißen können –
Oder sie wollen mich nur einstellen, um ihre Frauenquote zu erfüllen. Ich will aber keine Quotenfrau sein, ich (sie ist fertig mit den Nerven und setzt sich hin) ich will ... ich sein. Die sollen mich so nehmen, wie ich bin, und mich fair behandeln!"

Paul kommt rein mit 3 Gläsern, einem Wasserkrug, Salz, Zucker und einem Teelöffel. Stellt alles Gläser auf den Tisch und setzt sich dazu.

Katja: "Wieso denn drei Gläser?"

Paul: "Du willst doch wissen, wie du Gewissheit bekommst, oder? (rührt in ein Glas Zucker ein und in ein Glas Salz, redet währenddessen weiter) Du kriegst jetzt hier gleich drei Gläser, mit unterschiedlichen Flüssigkeiten drin: Einmal salzig, einmal süß, einmal neutral."

Katja: "Und was soll das werden?"

Paul: "Dann vertausche ich die Gläser, damit du nicht mehr weißt, was wo drin ist (tut das). So, und jetzt sage mir, welches Glas das reine Wasser enthält."

Katja: "Woher soll ich das wissen! Die sehen doch alle gleich aus."

Paul: "Ja. Und wie kannst du’s rauskriegen?"

Katja: "Na ja, ich muss halt – probieren."

Paul: "Genau." (er geht)

Katja: "Zuckerwasser – pfui. (greift zu einem Glas, zieht die Hand wieder zurück, usw.) Und Salzwasser ist ja noch ekliger. (sitzt unschlüssig davor) Ich hab‘ aber Durst! (ruft) Paul, welches ist denn nun das richtige Glas? Und überhaupt, was hat das denn mit meinem neuen Job zu tun?"

LICHT AUS.

Anmerkungen des Autors

Nur wenig Salz und Zucker nehmen, damit das Wasser schnell genug wieder klar wird.

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