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Informationen:

  • 15-30 Minuten
  • Jugend, Allgemein

Ein guter Freund, Bruder und geliebter Mensch stirbt. Und was macht Jesus? Er kommt nicht zu Hilfe! Eine Welt, ein Glaube, ein Fundament zerbricht in tausend Stücke. Aber was dann passiert, dass zieht dem Tod die Schuhe aus. Ein längerer Monolog, der sich lohnt auswendig gelernt und aufgeführt zu werden.

Lazarus, Tod, Trauer, Enttäuschung, Monolog, Mutlosigkeit, Hoffnung, Grab, Hilfe

Das Stück

Monolog: „Das glaube ich nicht“, hauchte sie. Ich nickte nur. Was sollte ich darauf auch antworten?
Ich konnte es ja selbst nicht glauben. Ich dachte immer: Wenn ich gute Freunde habe, dann sind sie für mich da. Immer. Und besonders in der Not. Gute Freunde lassen einander niemals im Stich. Und dass ausgerechnet Jesus so etwas tat, das war einfach unvorstellbar.
Aber so war es. Ich war bei Jesus gewesen. Ich war gerannt und gesprungen. In einem Eilmarsch von Betanien herunter an den Jordan, mehr als 30 Kilometer über Stock und Stein. Ich wollte doch nicht zu spät kommen. Es ging um Leben und Tod. Mein Freund lag in Betanien im Sterben.
Völlig außer Atem war ich dann bei Jesus angekommen. „Meister!“, hatte ich gerufen, „komm schnell mit, unser Freund liegt in Betanien im Sterben. Komm schnell und hilf uns!“
Und was hatte Jesus gemacht? Abgehetzt und am Ende meiner Kraft hatte ich vor ihm gestanden. Die wichtigste Nachricht, die ich ihm jemals überbracht hatte, war gesagt. Und Jesus? Dieser ach so beschäftigte Meister hatte mich einfach wieder zurückgeschickt. Unvorstellbar. Kein Wunder, dass Maria mir das nicht glauben konnte. Dabei hatte er doch selbst gesagt, dass Marias Bruder sein Freund sei.
Jesus hatte überhaupt keine Eile gehabt. Zu allem Überfluss hatte er auch noch so einen blöden Spruch losgelassen. „Er wird nicht sterben. Das geschieht alles nur, weil es einen tieferen Sinn hat. Ich soll verherrlicht werden!“ Als ob Jesus wirklich gewusst hätte, wie es um unseren Freund stand.
Ich war empört und enttäuscht gewesen. Wir hätten seine Hilfe so dringend gebraucht. Und Jesus hatte nur rumgelabert: „Das alles hat einen tieferen Sinn. Ich soll verherrlicht werden!“ „So ein Quatsch. Wenn mein Freund tot ist, kommt keiner groß raus. Auch du nicht, Jesus“, hatte ich ihm entgegnen wollen. Aber ich hatte es dann doch bleiben lassen. Völlig entmutigt war ich zurückgegangen nach Betanien. Einen langen Nachtmarsch hatte ich auf mich genommen. Immer bergauf. Was sollte ich nur Maria und Martha sagen?
„Jesus kommt nicht“, musste ich seinen Schwestern sagen. Kein Wunder, dass sie mir das nicht glauben wollten.
In der Nacht ging es meinem Freund sehr schlecht. In den frühen Morgenstunden starb er. Wenn doch nur Jesus hier gewesen wäre, er hätte nicht sterben müssen.
Wir haben ihn noch am selben Tag beerdigt. Maria und Martha weinten bitterlich. Sie waren todtraurig und so hilflos. Ihr Bruder war doch ihr Versorger. Wovon sollten sie nun leben? Ich war wütend. Wütend auf Jesus. Noch nicht einmal zur Beerdigung war er gekommen.
„Nein, mit dem will ich nichts mehr zu schaffen haben“, sagte ich mir. Als dann der Stein vor das Grab gerollt wurde und es verschlossen wurde, war auch die Tür zwischen mir und Jesus geschlossen.
Vier Tage später kam er anspaziert. Gemütlich den Berg herauf von unten aus dem Tal hoch. Als wenn er kein Wässerchen trüben könnte. Ein Debattierclub auf Sommerreise.
Martha sah ihn zuerst. Sie rannte ihm entgegen, lief ihm in die Arme und klagte ihm ihr Leid.
„Ach, Jesus, wenn du nur da gewesen wärst, unser Bruder wäre nicht gestorben“, schluchzte sie traurig. Das konnte ich nicht verstehen. Wie konnte sie sich ausgerechnet bei Jesus noch ausheulen. Versteh einer die Frauen! Da hatte Martha einfach großzügig darüber hinweg gesehen, dass Jesus ihren Bruder, meinen Freund, im Stich gelassen hatte, ja, dass er eigentlich sogar Schuld war an seinem Tod. Er war ja nicht gekommen, als seine Hilfe vonnöten war. Ob die in Jesus verknallt war? Höhnisch äffte ich ihre Worte nach: „Ja, ja unser lieber, lieber Herr Jesus, wenn du nur da gewesen wärst, unser Bruder wäre bestimmt nicht gestorben.“ – Wäre er auch nicht!
Aus Pietätsgründen verdrückte ich mich leise. Ich hörte noch, wie sie ihm ins Ohr säuselte: „Ich glaube trotzdem an dich, Jesus. Alles, was du von Gott erbittest, wird er dir geben.“
Nein! Das tat jetzt echt weh! Hätte er mal wenigstens Gott gebeten – vielleicht hätte ja auch eine Fernheilung funktioniert. Einmal hatte das ja geklappt. Wenn es stimmte, was sie vom Sohn eines kaiserlichen Beamten erzählten, dann hatte Jesus ihn über eine große Entfernung nur mit seinem Wort geheilt.
Aber es sollte noch schlimmer kommen:
„Martha, dein Bruder wird auferstehen“, sagte er.
Als ob das ein Trost wäre, dass am jüngsten Tag die Toten auferstehen. Das hatte sogar Martha geschnallt. „Ist ja schön, wenn es so kommt“, dachte ich, „aber es nützt den beiden Schwestern gar nichts. Sie sind allein und haben keinen, der sich um sie kümmert.“
Aber so meinte Jesus es gar nicht. Er setzte noch eins drauf. „Ich bin die Auferstehung und das Leben“, sagte er. „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ – na ja, jetzt dreht er aber ganz durch, schoss es mir in den Kopf. Hatte unser Freund etwa nicht an ihn geglaubt? Und doch war er jetzt tot. Und Martha himmelte ihn auch noch an und sagte: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Sohn Gottes bist und Gott dir alle Bitten erfüllt...“
Als sie dann zu Maria kamen, geschahen noch seltsamere Dinge. „Wo ist er?“ wollte Jesus wissen. Und als er das fragte, schaffte er es sogar zu weinen. Jesus hätte mal besser auf mich gehört. Dann hätte er keinen Grund für Tränen gehabt. Aber daran dachte keiner. Im Gegenteil. Ganz unvermittelt sagte Jesus:
„Ich will ihn aus dem Grab holen. Er wird auferstehen.“
„Mensch! Jesus, es reicht!“ wollte ich sagen. Und dachte: „Er stinkt doch schon! Vier Tage ist er tot. Mausetot! Lass ihm doch seine Ruhe!“
Was dann geschah, traue ich mich kaum zu erzählen. Jesus stellte sich vor das Grab und ließ den Stein wegschaffen. Das war dann auch Martha zuviel. „Lass gut sein, Jesus. Er stinkt doch schon!“ hörte ich sie sagen. Aber Jesus hörte nicht auf sie. Er rief in die Grabeshöhle hinein: „Komm heraus!“ Er rief einfach den Namen seines Freundes und dann: „Komm heraus!“
Fast ganz Betanien stand vor dem geöffneten Grab. Sie alle bekamen es mit. Eine Katastrophe! Nicht mal mehr auf Maria und Martha hörte er. Er rief nach einem Toten. Er rief in ein Grab hinein. Wer so etwas tut, der musste doch übergeschnappt sein, oder? Fast schon hatte ich Mitleid mit Jesus. Immerhin war er mal mein Freund gewesen.
Aber was soll ich sagen?
Plötzlich bewegte sich etwas im Dunkel des Grabes. Mir stockte der Atem. Ein kalter Luftzug streifte meine Schulter. Als ob der Hauch des Todes an mir vorbeigeweht käme. Und dann schrie die Menge: „Da! Seht!“ Im Grab erhob sich ein dunkler Schatten. Schweren Schrittes bewegte er sich. Unheimlich anzusehen. Gespenstisch. Voller Entsetzen sah ich, wie die Umrisse des Schattens immer klarer wurden. Ein Mann, in Leichentücher gewickelt, trat aus der dunkeln Höhle heraus ins Sonnenlicht. Das Schweißtuch noch auf dem Gesicht, stand er vor uns. Er war es! Unzweifelhaft. Er lebte. Maria und Martha hatten ihren Bruder wieder.
Jesus hatte ihn von den Toten auferweckt.
Wenn ich heute über diese Geschichte nachdenke, kann ich es immer noch nicht so recht glauben. Ich suche nach Erklärungen, finde aber keine. Vielleicht hatten die Frauen ja doch Recht mit ihrem grenzenlosen Vertrauen in Jesus. Hatte Gott ihm sogar diese Bitte erhört, dann reichte seine Macht weit über die Grenzen meines Verstandes hinaus.
Natürlich glaubten jetzt viele in Betanien an Jesus. Und ich wurde ziemlich kleinlaut.
Im Nachhinein denke ich jetzt, dass manchmal wohl wirklich schlimme und böse Dinge geschehen. Da werden Tränen geweint und Schmerzen erlitten. Und am Ende kann doch alles noch gut werden. Tastend beginne ich zu verstehen. Und ich frage mich: Hat auch in meinem Leben alles einen tieferen Sinn? Kann sich nicht auch bei mir alles zum Guten wenden?

ENDE

Anmerkungen des Autors

In der Predigt kann man auf folgendes eingehen:

Fast 2000 Jahre später, wird ein Mann in einem Gefängnis der Gestapo Hitlers schreiben: „Ich glaube, dass Gott auch aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will. Dazu braucht er Menschen, die sich alles zum Besten dienen lassen.“ Ein mutiger Satz. Und ich fange an zu hoffen, dass Jesus recht hatte mit dem, was er sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ Alles hat einen Sinn. Sogar der Tod. Und am Ende gilt: alles kann gut werden. Ich möchte lernen, mir alles zum Besten dienen zu lassen.

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