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Dem Mutigen gehört die Welt

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Allgemein

Mitten in der Nacht erwacht ein Mann auf einem Feld. Ein merkwürdiger Traum hat ihn geweckt. Aber war das wirklich ein Traum? Denn plötzlich beginnt eine gewaltige Stimme mit ihm zu reden und gibt ihm einen unmöglichen Auftrag.

Dem Mutigen gehört die Welt, Gideon, Mut, Angst, Götzen, Richter

Das Stück

Ich setzte mich auf und zog die Jacke enger um die Schultern. Ich musste wohl eingeschlafen sein, denn die Sonne stand schon tief und es wurde langsam kühl. Und noch etwas hatte sich verändert: ich spürte, dass ich nicht allein war.

Zuerst dachte ich ein Knacken im Feuer hätte mich geweckt. Doch das Feuer war nur noch eine kleine Rauchsäule, die gegen den immer schwärzer werdenden Abendhimmel emporstieg. Bald würde es ganz dunkel sein. Hier unter der Eiche meines Vaters Joasch brach die Nacht schnell herein.

Ein wenig fürchtete ich mich vor der Nacht. Zu viele seltsame Dinge waren den Tag über geschehen. Es kam mir vor wie im Traum. Hatte ich wirklich einen Boten des wahren und einzigen Gottes gesehen? Und einen echten Feuerzauber? Der Bote hatte mit seinem Stab Feuer aus einem Felsen geschlagen. Brot und Fleisch auf dem Felsen waren einfach vom Feuer aufgefressen worden. Ich hatte mich zu Tode gefürchtet. Aber der Bote hatte gesagt: 'Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben.' Am Ende war ich dann doch wieder ganz ruhig. Gegen Abend musste ich eingeschlafen sein.

Jetzt war der Bote weg. Das Feuer war erloschen und kokelte vor sich hin. Und wirklich, es wurde kalt. Die Nacht brach an. Obwohl ich niemanden sehen konnte, war ich mir sicher: Ich bin nicht allein an diesem herabgebrannten Feuerzauber. Irgendjemand war in der Nähe.

Und dann hörte ich sie! Eine Stimme! Sanft und autoritär. Mächtig und gewaltig. Zart und liebevoll. Worte, deutlich und klar. Worte, wie Musik und Donnerhall. Eine solche Stimme hatte ich noch nie gehört. Ich wusste nicht, zu wem sie gehörte. Ich konnte nicht ausmachen, von wo sie kam. Aber es war mir unmöglich, ihren Worten nicht zu lauschen und zu gehorchen. Ihre Worte nahmen mich in den Bann. Entkommen war zwecklos. Mit unbändiger Gewalt griff diese Stimme nach mir und ließ mich tun, was sie sagte:

'Nimm einen jungen Stier und einen siebenjährigen Stier und reiße den Götzenaltar deines Vaters nieder!' Ich würde es tun. Da war ich mir sicher. Ich war mir schon in dem Moment sicher, als ich die Stimme hörte. Es war die Stimme des wahren Gottes. Es war die Stimme des Schöpfers dieser Welt und des Heiligen Israels, unseres Volkes. Ich würde alles zerstören, was meinem Vater heilig war. Ich würde es wagen. Das bedeutete Revolution. Emanzipation. Ich würde mich befreien von dem Irrglauben meines Vaters. Ich würde das Heiligtum meines Vaters schleifen und dem Erdboden gleich machen. Ja, das würde ich jetzt gleich tun, und keiner konnte mich davon abhalten. Ich würde seiner Vormundschaft entfliehen und endlich selbst wissen, woran sich zu glauben lohnt. Ich würde mein Leben riskieren. Alles war klar. Glasklar.

Ohne nachzudenken, rief ich zehn Freunde herbei, besorgte die Stiere und riss noch in dieser Nacht den Götzenaltar meines Vaters nieder. Wie in Trance tat ich, was die Stimme mir sagte. Es ging alles wie von selbst.

„Du bist verrückt,“ sagten meine Freunde. „Du legst dich mit Joasch, deinem Vater an. Er wird dich töten. Und wenn er es nicht tut, dann werden es die Götzendiener des Gottes deines Vaters tun.“ Ich wusste, sie hatten Recht. Diesen Aufstand gegen meinen Vater und unseren Glauben würden sie mir niemals verzeihen. Sie würden ihn mir nicht verzeihen können. Zuviel hatten sie geopfert und preisgegeben für ihren toten Gott. Ich würde wohl dran glauben müssen. Langsam wurde mir klar, was ich entsetzliches getan hatte. Und jetzt bekam ich es dann doch mit der Angst zu tun. Ich fürchtete um mein Leben.

In der ersten Morgendämmerung versteckte ich mich im Haus meines Vaters. Diesmal kam kein Bote des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs, der sagte: Fürchte dich nicht. Der Heilige Israels schwieg. Aber der Gott meines Vater blieb auch friedlich. Das allerdings hatte ich erwartet. Er war in meinen Augen ohnehin nur ein toter Götze. Von ihm hatte ich nichts zu befürchten.

Dafür kamen die Anhänger dieses toten Götzens zum Hause meines Vaters. Sie schlugen schon bei Sonnenaufgang an der Türe. Irgendwie hatten sie herausgefunden, was ich getan hatte. Sie waren blind vor Zorn und Wut. Sie hätten die Türe eingetreten, wenn mein Vater ihnen nicht geöffnet hätte. “Gib deinen Sohn raus!“ riefen sie, „er hat unseren Gott verhöhnt. Er muss sterben!“ „Das war’s dann wohl“, dachte ich, jetzt kommt mein Vater in mein Zimmer und holt mich heraus. Er wird mich ausliefern und mich verleugnen.“

Ich war schon auf dem Sprung zum Fenster. Vielleicht hatte ich noch eine geringe Chance zu fliehen. Doch dann hörte ich meinen Vater sprechen: 'Ich werde euch meinen Sohn nicht herausgeben. Er hat unseren Gott herausgefordert. Wollt ihr unserem Gott helfen? Meint ihr, er hätte das nötig? Wer meint, für unsern Gott töten zu müssen, der soll noch heute Nacht sterben. Wenn unser Gott stark ist, dann soll der meinen Sohn töten. Unser Gott soll selbst für sich streiten. Ich werde meinem Sohn nichts antun und ihn auch nicht herausgeben.'

Ich verstand die Welt nicht mehr. Mein Vater trat für mich ein, obwohl ich seine religiösen Überzeugungen zutiefst verletzt hatte. Seine Liebe zu mir, war größer als seine Liebe zu seinem Gott. Er kam klar mit meinem Aufstand gegen ihn. Ja, er akzeptierte meinen Widerstand gegen seinen Glauben als eine Herausforderung an seinen Gott. Irgendwie war ich stolz auf meine Vater. Er war klug und weise. Und ich begriff, wie sehr er mich, seinen aufmüpfigen Sohn dennoch achtete und schätzte. Ich war erwachsen geworden.

Manchmal ist es wichtig. dass ich mutig und entschlossen neue Wege einschlage. Mein Mut hat mir viel Achtung entgegen gebracht. Die Menschen in unseren Dorf nannten mich ab sofort Jerubbaal, weil ich ihren Gott herausgefordert hatte. So wurde ich akzeptiert und später sogar ein großer Richter. Also: Es lohnt sich für seine Überzeugungen einzutreten.

Ich habe es nie bereut, dass ich gegen meinen Vater und seinen Gott rebelliert haben und für meine Glaubensüberzeugungen eingetreten bin. Ich habe gelernt allein den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs als den wahren Gott zu verehren. Er ist der Heilige Israels. Mit seiner Hilfe habe ich wirklich Großes vollbracht. Weil er bei mir war, konnte ich mutig sein und Neues wagen.

Am Ende haben die Menschen meines Volkes wieder neu angefangen an meinen Gott, den Gott unserer Volkes von altersher zu glauben. Sie haben sich zurückbesonnen auf die Geschichte unseres Volkes Israel mit unserem Gott. Mit Gottes Macht konnte ich in unserem Land Frieden schaffen. Am Ende bin ich dafür sogar berühmt geworden. Allerdings unter einem anderen Namen.

LICHT AUS.

Anmerkungen des Autors

Ein Monolog, der sich lohnt auswendig gelernt zu werden.

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