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Der schönste Tag meines Lebens

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Jugend, Allgemein

Die Gedanken und Ängste eines korrupten Geschäftsmannes, der kurz vor der wichtigsten Begegnung seines Lebens steht.

Zachäus, peinlich, klein, Angst, Mobbing, abgelehnt, Geld, Wut, Traurigkeit, der schönste Tag meines Lebens,

Das Stück

Endlich war er da, der große Tag. Wie lange hatte ich darauf gewartet? Gehofft, geplant, gefürchtet, dass er käme und noch mehr gefürchtet, dass er nicht käme. Jetzt also. Jetzt hieß es: Ganz oder gar nicht. Alles oder nichts. Gewinnen oder verlieren. Ich atmete tief durch und machte mich auf den Weg.

Ich schloss die Haustür hinter mir und ging in die überfüllten Straßen der alten Stadt. Ich hörte sie schon wieder tuscheln und lästern. Flüsterstimmen zischten hinter mir her: „Was will der denn hier? Ausgerechnet heute. Solchen Abschaum wollen wir hier nicht! Dieser kleine Giftzwerg soll bloß draußen vor der Stadt bleiben.“ Es war immer der gleiche Spießrutenlauf. Und immer wieder wurde ich so daran erinnert: „Mich mag keiner“. Ja, es stimmte. Alle gingen sie mir aus dem Weg. Keiner wollte mit mir zu tun haben. Und ich musste mir selbst sagen: „Recht haben sie. Ich mag mich ja auch nicht. Irgendwie ist in meinem Leben alles schief gelaufen. Ich bin einfach auf dem falschen Weg.“

Da schimpfte schon wieder einer: „Dich wollen wir hier nicht haben! Zieh Leine.“ Es tat weh, wenn sie so über mich redeten. Wem täte das nicht weh? Es machte mich traurig und unglücklich. Heute noch, wenn ich daran denke, spüre ich, wie es mir die Kehle zuschnürt. Ich war ein reicher Mann. Ein gefürchteter
Chef bei meinen Mitarbeitern. Knallhart im Job. Aber ich war einsam. Und die Art und Weise, wie ich mir mein Geld verdiente ... na ja, reden wir nicht darüber.

Aber an diesem Tag wollte ich es wissen. Ich hatte regelrecht auf ihn gewartet und auf die Begegnung mit ihm, von dem sie jetzt alle reden. Ich steckte voller Erwartung und Fragen: „Gibt es ein anderes Leben für mich? Kann ich mich verändern? Finde ich neue Freunde? Kann ich wieder zufrieden werden und mein
Glück zurückgewinnen? Wenn er mir nicht weiterhilft, dann ist es wohl hoffnungslos.“ Davon war ich überzeugt.

An diesem Tag sollte er kommen. Alle redeten von ihm. Sie sagten: „Er liebt auch die, die niemand anderes mehr lieb hat. Er redet klug und weise. Er ist etwas Besonderes. Und“, so sagten sie, „er trifft mit seinen Worten mitten ins Herz.“

Ich musste es einfach wissen. Mochten sie tuscheln und zischen und schimpfen. An diesem Tag blieb ich nicht an meinem Arbeitsplatz sitzen. „Schließlich bin ich der Chef“, dachte ich, „und da habe ich das Recht, mir einfach frei zu nehmen.“ Sollten die anderen an diesem Tag meine Arbeit machen. Da konnten sie auch mal was schwarz dazu verdienen.

Wenn ich doch bloß nicht so klein wäre. Bei all den vielen Leuten hatte ich keine Chance hinten aus der letzten Reihe überhaupt etwas zu sehen. Und in die erste Reihe – nein da wollte ich auf keinen Fall hin. Da hätten mich ja alle gesehen.

„Wenn es ja nicht so peinlich wäre ...“, überlegte ich. Als ob es heute wäre, so genau kann ich mich noch an meine Gedanken von damals erinnern. Ich dachte: „Wenn es nicht so peinlich wäre, dann könnte ich ja auf einen Baum klettern.“ Verrückt, nicht wahr? Ein Erwachsener, wenn auch ein etwas kleingeratener Giftzwerg, wie ich, auf einem Baum – eine peinliche Vorstellung.

Aber dann hatte ich es doch getan. Mit ein wenig Glück, so meinte ich damals, hätte ich ein Superversteck mit Aussicht gefunden und keiner würde es merken. Langsam und mühsam zog ich mich an einem Ast des Baumes hoch. Niemand hatte mich gesehen. Der dicke Stamm verbarg mich und die Leute schauten ja alle zum alten Stadttor hin. Er durchschritt gerade das Tor. Gleich würde er unter meinem Baum vorbeikommen. Hinter dem dichten Blätterdach war ich gut versteckt. Ein toller Platz. Ich konnte alles hören und sehen und niemand quatschte mich blöde an.

Da kam ER. Er sah eigentlich ganz normal aus. Eine schöne Stimme hatte ER und immer wieder versuchten Menschen ihn zu berühren. Es war ein richtiges Gedränge. Als ob eine heilige, unbändige Zauberkraft von ihm ausginge. Ich sah und spürte davon allerdings noch nichts. Dann war er direkt unter mir. Mir stockte der Atem. Er blieb völlig unerwartet stehen. Es wurde still. Er schwieg und auch die Menschen verstummten. Und dann – nein, das konnte nicht wahr sein – er schaute zu mir herauf und auf einmal glotzten mich alle an.

„Da oben sitzt er, der kleine Giftzwerg“ rief einer aus der Menge. Eine erbärmliche Witzfigur im Blätterdach – so fühlte ich mich. Und wie peinlich! Dann machte er den Mund auf, holte tief Luft und rief meinen Namen. Danach sagte er: „Komm schnell vom Baum herunter. Komm zu mir. Heute muss ich
dich besuchen. Ich lade mich bei dir ein. Ich will dein Freund sein. Ich komme zum Essen vorbei. Komm! Steig herab vom Baum.“

Ich wusste überhaupt nicht, wie mir geschah. Da nahm mich einer wahr. Er nahm mich ernst und spottete nicht über den kleinen Giftzwerg im Baum. Aber das Größte war: Er wollte auch noch zu Besuch kommen. Zu mir. Mich besuchte doch sonst kein ehrlicher Mann. Aber er kam zu mir! Ich konnte es nicht fassen. Lange hat er mit seinen Freunden an meinem Tisch gesessen. Wir haben uns unterhalten. Und ich habe gespürt, wie seine Worte auch in mein Herz trafen. Volltreffer!

An diesem Tag hat sich mein Leben verändert. Es war überhaupt der schönste Tag in meinem Leben. Die Menschen in unserer alten Stadt haben zwar gelästert und gemotzt, dass er bei mir zu Besuch war. Aber ich bin seitdem ein anderer. Alle haben das inzwischen gemerkt. Ich habe das, was ich falsch gemacht
habe, so weit es ging, wieder in Ordnung gebracht. Und wo ich Menschen übers Ohr gehauen habe, da habe ich ihnen vielfach zurückgegeben, was ich ihnen genommen habe.

An diesem Tag hat er mein Leben verändert. Ich habe mein Glück wiedergewonnen, weil er mich gefunden hat. Er hat aus mir einsamen Menschen einen Menschen gemacht, der wieder Freude hat am Leben. Jetzt habe ich Freunde und – ja, auch das – ich glaube sogar an Gott und daran, dass er mich liebt.

LICHT AUS.

Anmerkungen des Autors

Diese Erzählung ist so aufgebaut, dass die Hörerinnen und Hörer zwar viel über eine biblische Person erfahren, aber nicht deren Namen. Mit den Informationen im Text sollen sie selbst erraten, um wen es sich handelt. In dieser Geschichte dreht sich alles um Zachäus.

www.der-steigbuegel.de I 27
28 I Der Steigbügel 4/2010 (338)

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