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Beim Friseur

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Allgemein

Zwei Kundinnen sitzen beim Friseur und unterhalten sich jeweils mit der Friseurin über ihr Leben – die eine ist auf dem Selbsterfahrungstrip, die andere Christ und irgendwie gar nicht glücklich. Wer geht am Ende glücklich aus dem Friseursalon?

Beim Friseur, Psalm 73, Jahreslosung 2014, Gottes Nähe ist mein Glück, unglückloser Christ, glücklicher Gottloser

Das Stück

Im Friseursalon. Eine Friseurin arbeitet im Salon, bereitet die Sitze für die nächsten Kunden vor.
Kundin Almer (bunt gekleidet) sitzt im Friseursalon. Die Friseurin kommt mit einem Kaffee herein.

Friseurin: „So, hier Ihr Kaffee. Jetzt geht es auch direkt weiter bei Ihnen. Ihr Pullover ist übrigens sehr hübsch.“

Almer: „Sie müssen wissen, ich habe mich heute völlig neu eingekleidet – ich habe endlich bei so einer Farbberatung teilgenommen und diese Stilberaterin hat mir gesagt, Brauntöne würden gar nicht gehen bei meinem Teint. Und ich hatte bisher fast nur braune und beige Kleidung im Schrank. Ich weiß gar nicht, wie ich all die Jahre von den ganzen Verkäuferinnen beraten worden bin – die hatten da wohl gar keine Ahnung. Jetzt habe ich so viel Geld dafür ausgegeben – da kann kein Zweifel an der Richtigkeit bestehen. Also musste ich wohl oder übel meinen Kleiderschrank erst einmal leeren und wieder neu füllen. Ich fühle mich auch schon viel lebendiger in den neuen Farben. Jetzt fehlt nur noch die Frisur. Dann ist alles perfekt an meinem Äußeren. Mein Psychologe hat gesagt, eine Frisur täte meinem Selbstwertgefühl sehr gut. Man tut ja, was man kann. Ich will ja das Beste aus meinem Typ machen.“

Friseurin: „Sehr schön. Ich hab da auch noch eine Idee. Lassen Sie mich mal machen.“ (plant Haareglätten mit Glätteisen, zeigt ihr das Glätteisen und zieht mit der Hand die Haare ein bisschen glatt)

Almer: „Sehr gut. So mag ich das. Wenn die Leute wissen, was gut für mich ist. Dann brauch ich mir da gar nicht mehr den Kopf zerbrechen.“

Friseurin fängt an zu frisieren.
Friseurin frisiert eine kleine Weile, dann kommt Kundin Berter herein.

Berter (verunsichert): „Hallo? Guten Tahag.“

Friseurin: „Kann ich Ihnen helfen?“

Berter: „Ich weiß es nicht. Ich brauche eine schicke Frisur.“

Friseurin: „Da sind Sie hier doch goldrichtig! – Was haben Sie sich denn vorgestellt?“

Berter: „Sie sehen ja selbst. Viel kann man aus meinen Haaren wohl nicht herausholen. Manche Leute haben ja schönes volles Haar. Da kann man sicher richtig was Tolles mit zaubern. Ja, wie die Kundin da bei Ihnen. Schöön, solche Haare! Aber die sind mir nicht gegeben. Machen Sie irgendwas Nettes.“

Friseurin: „Setzen Sie sich bitte hier rüber. Ich komme gleich zu Ihnen.“ (gibt der Kundin eine Zeitschrift)(zu Kundin Almer) „So, meine Liebe, jetzt bin ich wieder voll für Sie da. – Sie sagten vorhin, äußerlich ist sind Sie dann perfekt. Was fehlt denn dann?“

Almer: „Das Äußere ist ja sozusagen das Wichtigste. Die Menschen schauen einem ja doch nur auf die Nase und na ja, Sie wissen schon … ein bisschen tiefer. Aber ein bisschen was muss man ja auch für das Gemüt tun. Ich habe mich jetzt angemeldet für eine Selbsterfahrungstour in ein Kloster. Das wird bestimmt spannend, und erholsam sicherlich auch – gesprochen wird da nämlich nicht viel, wie ich mir habe sagen lassen.“

Friseurin: „Das klingt ja aufregend. – Kleinen Moment bitte. Ich bin gleich wieder für Sie da."

Friseurin (geht zu Kundin Berter): „So, nun zu Ihnen. Für welchen Anlass soll die Frisur denn sein?“

Berter: „Die Hochzeit eines Kollegen. Kirchliche Trauung.“

Friseurin: „Also was ganz Besonderes für so einen wichtigen Tag?!“

Berter: „Ja, wenn Sie so was mit meinen Haaren hinkriegen. Wenn nicht, würde das nur passen zu meinem Tag heute.“

Friseurin: „Haben Sie Pech gehabt?“ (Legt der Kundin einen Umhang um)

Berter: „Ja, so kann man das auch nennen!“

Friseurin: „Was ist passiert?“ (fängt an zu kämmen)

Berter: „Ach, wissen Sie, es sind die Kleinigkeiten. Ich versuche immer, alles richtig zu machen. Ich halte mich immer an die Gebote ...“

Friseurin: „Welche Gebote?“

Berter: „Gottes Gebote.“

Friseurin: „Oh, ach so. Was machen Sie denn da so?“

Berter: „Ich lese in der Bibel und versuch mich an das zu halten, was Gott dort sagt.“

Friseurin: „Wo ist denn das Problem?“

Berter: „Wo ist das Problem, fragen Sie? Ich kann machen, was ich will, ein andrer ruft immer schneller „Hier“. Ich mache mir immer um alles Gedanken, dass es auch allen gut geht. Und die anderen? Denen ist das völlig egal. Die leben einfach in den Tag hinein und ihnen geht es richtig gut dabei, oder sogar besser als mir. „Ich blöde Kuh!“ Was bin ich denn schon: eine kleine Angestellte. Andere machen Karriere und haben Erfolg und Geld.“

Friseurin: „Und was hat Gott damit zu tun?“

Berter: „Ich tue immer, was er sagt. Das muss doch Bedeutung haben. Das muss doch irgendwas ändern. Alle anderen sehen immer so fröhlich aus. Und ich? Ich muss mir immer soviel Gedanken machen. Ich strenge mich so an, Gott alles recht zu machen. „

Friseurin: „Muss man das?“

Berter: „Die anderen haben irgendwie immer Glück – und ich? Jeder Tag ist doch letztlich eine Qual für sich.“

Friseurin: „Einen Augenblick bitte, Ich muss eben zu der anderen Kundin.“ (zu Almer): „So, jetzt geht es bei Ihnen weiter. Wann geht es denn los ins Kloster? Und wohin fahren Sie denn?“

Almer: „In 2 Wochen fliege ich nach Tibet.“

Friseurin: „Klöster gibt es doch auch hier.“

Almer: „Hier? Sie meinen kirchliche Klöster? Aus der Kirche bin ich ausgetreten. Die mit ihrer Kirchensteuer. Und wenn ich die Kirchgänger schon sehe, wie sie miesepetrich immer in die Kirche laufen – ne, das ist nichts für mich. Mein Psychologe hat mir von diesem buddhistischen Kloster in Tibet so begeistert erzählt – und da ich eine Gehaltserhöhung bekommen habe, weil das letzte Jahr so gut lief, muss ich das jetzt mal ausprobieren.“

Friseurin: „Momentchen bitte.“ (geht zu Berter) „So, weiter geht’s.“

Berter: „Hab ich grad richtig gehört? Die Dame nebenan will nach Tibet fliegen?“

Friseurin: „Ja, sie hat gerade davon erzählt. Sehr interessant.“

Berter: „Das passt ja wieder. Gerade habe ich sie noch um ihr Haar beneidet. Und dann fliegt sie noch um die halbe Welt. Wo nehmen die Leute eigentlich das ganze Geld her. Ich könnte mir so was nicht leisten."

Friseurin: „Sie brauchen ja auch nicht nach Tibet. Sie haben ja ihre Kirche hier.“

Berter (stutzt kurz): „Was hilft das denn? Wenn es den anderen immer besser geht als mir.“

Berter sitzt betrübt auf ihrem Platz.

Almer (ruft durch den Salon): „Wann geht es denn hier weiter? Viel Zeit habe ich nicht mehr.“

Friseurin: „Ich komme schon. (zu Almer) Ihre Frisur ist gleich fertig. Noch einmal durchkämmen – und fertig. Holt den Spiegel: So, wie gefällt es Ihnen?“

Almer (schaut in den Spiegel): „Was ist das denn? Das ist doch keine Frisur! Das sind doch einfach bloß runterhängende Haare!“

Friseurin: „Das trägt man jetzt so. Das ist total in! Und es steht Ihnen sehr gut.“

Almer: „Ich wollte aber etwas anderes, etwas Besonderes! So etwas wollte ich NICHT! Das gibt es doch nicht. Was mache ich denn jetzt? Was sollen nur die anderen sagen? Wissen Sie was? Ich gehe jetzt, so was bezahle ich auch nicht.“

Friseurin: „So geht das aber nicht.“

Almer: „So geht das auch nicht. (zeigt auf ihre Haare). Das ist ja das Allerletzte. Jetzt ist mein Gesamtbild im Eimer. Und Sie sind schuld! AUF WIEDERSEHEN!“ (verlässt erbost den Salon)

Friseurin schüttelt verärgert den Kopf, dreht sich um und geht zu Berter.

Berter: „Was ist denn mit der Kundin gerade passiert?“

Friseurin: „Die war wohl mit meiner Arbeit nicht zufrieden. Aber jetzt zu Ihnen. Sie haben es auch gleich geschafft. (frisiert zu Ende – hat eine schöne Hochsteckfrisur „gezaubert“; holt den Spiegel) So, dann schauen Sie mal.“

Berter (völlig entgeistert): „Ach du jemine. Was ist das denn?“

Friseurin (erschrocken): „Gefällt es Ihnen auch nicht? Was ist denn heute los mit mir?“

Berter (begeistert): „Im Gegenteil! Ganz wunderbar! Ich sehe so, so schön aus. Das gibt’s doch nicht. Wie haben Sie das denn gemacht? Dankeschön. Vielen Dank. Sie haben mich so glücklich gemacht.“

Friseurin: „Gerne. Das freut mich sehr.“

Berter: „Sie sind wirklich ein Engel.“

ENDE

Anmerkungen des Autors

Das Stück haben wir in unserem Gästegottesdienst aufgeführt.
Die Friseurin ist immer mit einem Boy (Friseurwägelchen – wir hatten noch einen echten Friseurspiegel und Kittel – das wirkte sehr gut) von Kundin zu Kundin gefahren. Das war lustig anzusehen. Bei Kundin Almer wurden wirklich die Haarspitzen geschnitten, das kam bei denen, die das sehen konnten, sehr gut an. Das Stück insgesamt kam sehr gut an. Es war lustig und führte gut in das Predigtthema (Psalm 73) ein.

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