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Das ist mein Job!

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Allgemein

Bei der Geburtstagsfeier des erwachsenen Klaus' neckt ihn der 'große Bruder' und es werden die klassischen Konflikte zwischen Erstgeborenem, Sandwichkind und Nesthäckchen deutlich. Doch zum Glück gab es das rote Gummiboot ...

Das ist mein Job!, Familiensystem, Geschwisterkonflikt, Erstgeborener, kleiner Bruder, Unterschiedliche Charaktertypen, Familie, Nesthäckchen

Das Stück

Klaus: kleiner Bruder
Erwin: großer Bruder
Marta: die Schwester

Klaus hat Geburtstag und erwartet seine Familie zu Besuch. Er stellt eine Flasche Sekt in den Kühler und Gläser auf den Tisch.

Klaus: "Ich stell' schon mal die Getränke hin. Ah, es klingelt. Wer kommt wohl als Erstes?"

Erwin und Marta stehen vor der Tür, Klaus öffnet.

Erwin: "Hallo Kleiner! (schlägt ihm jovial auf die Schulter) Alles Gute und so. Vor allem, dass du mal erwachsen wirst dies' Jahr. Und endlich einen ordentlichen Job findest statt Bühnenbildner im Theater!"

Klaus: "Nee, danke, du. Bevor ich mal Bausparberater werde, muss ich erst noch 55 werden!"

Marta: "Geht das schon wieder los! (drängt sich zwischen die beiden und fängt an zu singen) Happy Birthday, lieber Klausi, happy birthday to you." (umarmt Klaus)

Klaus: "Mein Schwesterherz! Danke, aber lass gut sein, die 'Großer Bruder'-Nummer bin ich ja von unserm Erwin gewohnt. Und schön, dass ihr da seid, kommt rein!"

Marta: "Also kein Streit – versprochen? Sind Mama und Papa schon da?"

Klaus: "Nein, aber sie wollten eigentlich auch kurz nach Vier kommen ..."

Erwin: "Dann müsste ja alles bereit sein. Du hast doch die Organisation im Griff, oder?"

Klaus: "Naja, der Kuchen ist noch im Ofen ..."

Erwin: "Na das hätte mich auch gewundert. Du warst noch nie besonders organisiert."

Klaus: "Hab da ein neues Rezept ausprobiert und etwas improvisiert. Aber der Teig braucht länger als ich dachte ..."

Erwin: "Da haben wir es wieder: Die Künstlernummer. Wenn man seinen Geburtstag feiert, probiert man doch nichts Neues aus! Dann muss alles generalstabsmäßig geplant werden und auf den Punkt vorbereitet sein."

Klaus: "Hugh, Erwin der Erste hat gesprochen. Jedes Jahr das gleiche Programm – und das nennst du dann 'Die Tradition bewahren'..."

Erwin: "Das ist eben meine Rolle als Erstgeborener."

Klaus (etwas gequält): "Und ich bleibe immer Klaus der Kleine."

Marta: "Stopp, ihr habt's versprochen!"

Klaus: "Ist schon okay, Marta ... unter Brüdern, hart aber herzlich."

Erwin: "Ein bisschen Necken wird doch erlaubt sein. Aber im Ernst: Wir können damit inzwischen umgehen."

Klaus: "Ja, hat ein paar Jahre gebraucht, aber jetzt respektieren wir uns. Auch wenn wir verschieden sind."

Erwin: "Ja, aber der Schlüssel dazu war schon damals auf Korsika, beim Familienurlaub."

Klaus: "Das muss so 1980 gewesen sein, ich war da gerade 13 geworden."

Erwin: "Das weißt du so genau? Dann müsste ich ja schon fast 18 gewesen sein? Und unsere 'Marta Mittendrin' 15, so haben wir dich doch genannt?"

Marta: "Stimmt, aber was ist denn damals Wichtiges passiert? Ihr habt davon nie erzählt."

Erwin: "Eigentlich keine große Geschichte. Ich glaube es ging um das rote Gummiboot, das wir von unseren Eltern bekommen hatten."

Klaus: "Genau, ich war total aus dem Häuschen und wollte es sofort ausprobieren. Aber Erwin musste ja erst die Anleitung studieren."

Erwin: "So ein Boot bläst man nicht einfach so auf. Das hat Sicherheitskammern und einen vorgeschriebenen Grenzdruck. Und Warnhinweise für die Benutzung."

Klaus: "Eben darum ging es. Ich hab's nicht ausgehalten, bis wir damit ins Wasser können und du wolltest tatsächlich alle 12 Seiten der Anleitung lesen – am liebsten in allen 8 Sprachen!!!"

Erwin: "Mann, hast du aber auch genervt! Jedenfalls wurde es Papa zu viel und er hat uns den Karton vor die Füße geworfen. 'Jetzt reichts' mir, seht doch zu, wir Ihr das geregelt kriegt, ich leg mich erstmal 2 Stunden an den Pool.' Mann, war der sauer."

Marta: "Na, eure ewigen Streiterein waren aber auch echt schlimm. Daran kann ich mich gut erinnern. Und wie ging es dann weiter?"

Klaus: "Erwin hat weitergelesen und Schritt für Schritt das Boot entfaltet, bis ich schon fast das Interesse verloren hatte. Und dann hat er gemerkt, dass die Pumpe nicht zum Ventil passte. Mit dem Mund hat er versucht, die Hauptkammer aufzublasen."

Erwin: "Ja, was sollten wir machen? Wir mussten es doch irgendwie aufblasen? Jedenfalls wollte ich Vater beweisen, dass ich das hinkriege, wie hätte ich denn dagestanden? Als Großer ..."

Klaus: "... aber dann ist dir die Puste bald ausgegangen und ich sollte weitermachen. Hab aber gleich gemerkt , dass ich das nie schaffen würde, und mich davongemacht."

Erwin: "Ha, was war schon anderes zu erwarten, Kleiner? Erst große Töne spucken 'das bauen wir mal schnell auf'. War mir ja klar, dass das an mir hängenbleibt."

Klaus: "Ich bin dann alleine zum Strand, ganz enttäuscht und auch total sauer auf den Erwin. Er immer mit seinem Großgetue. Und dann war da diese Familie aus Karlsruhe – mit genau dem gleichen Boot. Erst habe ich mich ja nicht getraut, sie anzusprechen, aber schließlich bin ich hin und hab gefragt, wie sie denn das Boot aufgeblasen bekommen haben. Die hatten eine Pumpe, sogar eine, die elektrisch läuft - mit dem Zigarettenanzünder vom Auto. Und der Vater hat sie mir gleich ausgeliehen ... 'obwohl ihr Schwaben seid. Aber bring sie mir bloß wieder.' hat er gesagt."

Marta: "Und dann habt ihr das Boot zusammen aufgeblasen?"

Erwin: "Na ja, nicht ganz. Als Klein-Klaus zurückkam, hatte ich schon aufgegeben. Ich hab ihn erstmal angemotzt. 'Ne tolle Hilfe bist du, und wenn man dich braucht, haust du ab. Jetzt sieh zu, wie du klarkommst.“

Klaus: "Aber ich konnte ja den Automotor nicht starten. Und Erwin hat mich überhaupt nicht beachtet. Aber zum Glück kamst du dazu, Marta."

Marta: "Ich? Ich kann mich daran überhaupt nicht erinnern ..."

Klaus: "Du bist zu Erwin und hast ihn irgendwie beruhigt, bis er bereit war mir zuzuhören. Und dann habe ich ihm die Pumpe gezeigt."

Erwin: "Da war ich baff. Ich hatte gepustet bis mir schwarz vor Augen wurde. Und das Boot war noch wabbelig wie Wackelpudding. Und dann kommt der kleine Kerl mit 'ner Elektropumpe! Ich hab den Autoschlüssel geholt und wir haben das Boot in 3 Minuten voll gehabt."

Klaus: "Und als Vater vom Pool kam, war alles fertig. Mann, war der stolz auf seine Jungs."

Marta: "Und was hat das jetzt mit euren Neckereien zu tun?"

Klaus: "Ja, Erwin wusste , wie das mit der Kontrollschablone und den Meßstrichen funktioniert. Da wäre ich nie drauf gekommen, ich hätte bestimmt viel zu viel Luft reingeblasen. Da ist mir klargeworden, dass das mit der Anleitung wohl doch berechtigt war."

Erwin: "Ja, aber trotzdem hätte ich es ohne deine Aktion nicht hingekriegt. Dabei war ich 4 Jahre älter – (provozierend) das bin ich übrigens immer noch."

Klaus: "Wir haben erst Jahre später miteinander darüber gesprochen. Aber irgendwie hatten wir beide an dem Tag begriffen, dass wir uns als Team ergänzen können. Gerade weil wir so unterschiedlich sind. Erwin, der Erste ..."

Erwin: "... und Klein-Klaus. Ich als der Erstgeborenen mit meiner manchmal kleinlichen Buchhaltergenauigkeit und du mit Deiner Improvisiererei und Kreativität. Und du als Marta-Mittendrin hast vermittelt, damit wir überhaupt soweit kamen."

Marta: "Ich erinnere mich gar nicht daran und ich hatte bis heute keine Ahnung, welche Rolle ich dabei gespielt habe." (nachdenkliche Pause im Gespräch)

Klaus: "Oh es klingelt, das werden unsere Eltern sein!"

Erwin (springt zur Tür): "Das ist mein Job. Ich geh' schon und mache Ihnen auf."

Klaus: "He, das ist mein Haus!"

Marta: "Lass ihn nur, war doch klar, er bleibt eben Erwin der Erste!"

ENDE.

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