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Die Glaubensbrille

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Allgemein, Jugend

Jemand bietet kostenlose Brillen an, mit denen man die Welt farbig statt grau sehen kann. Einer lässt sich darauf ein und versucht, seinen Freund davon zu überzeugen, es auch zu versuchen.

Glauben, Zeugnis geben, Mission, Ablehnung

Das Stück

Angler 1 sitzt am Bühnenrand und angelt. Er / sie trägt eine fette schwarze Sonnenbrille. Angler 2 tritt auf, ebenfalls mit Sonnenbrille, trägt Angel (Stock mit Schnur) in der Hand

Angler 2: „Moin!”

Angler 1: „Moin.”

Angler 2: „Und, beißen sie heute?”

Angler 1: „Bisher noch nicht. Setz dich ruhig zu mir.”

Angler 2: „Ja, danke!”

(Setzt sich, packt das Angelzeug aus, eine Weile Stille. Dann:)

Angler 2: „Manchmal nervt mich das.”

Angler 1: „Was denn?”

Angler 2: „Na, immer dieses Grau in Grau. Die ganze Welt ist düster.”

Angler 1: „So isses nunmal. Find‘ dich damit ab.”

Angler 2: „Aber hast du nicht von diesem Angebot in der Zeitung gelesen?”

Angler 1: „Nee, ich les‘ keine Zeitung. Worum geht’s denn?”

Angler 2: „Da verteilt einer neue Brillen. Mit denen soll die Welt angeblich farbig sein, anstatt nur Grau in Grau.”

Angler 1: „Das kann ich mir nicht vorstellen. Diese Welt ist nunmal grau. So war es schon immer. Das hat mit deiner Brille nichts zu tun.”

Angler 2: „Meinst du nicht?”

Angler 1: „Nein, das ist doch alles Volksverdummung. Da will einer nur richtig Kohle verdienen.”

Angler 2: „Aber die ganze Aktion ist kostenlos. Man braucht einfach nur die Hotline anrufen und bekommt eine Brille geliefert. Einfach so.”

Angler 1: „Und wo ist der Haken?”

Angler 2: „Da ist kein Haken.”

Angler 1: „Komm, als Angler solltest du es besser wissen. Je fetter der Wurm, desto größer der Haken. Bestimmt steckt da eine Sekte hinter.”

Angler 2: „Nein, einfach ein Menschenfreund, heißt es in der Anzeige.”

Angler 1: „Ein Menschenfreund? Sowas soll es geben? Kann ich mir nicht vorstellen. Und überhaupt: ich mag meine Brille. Die trage ich nun schon mein Leben lang. Warum sollte ich was anderes probieren? Grau ist doch eine hübsche Farbe. Und so abwechslungsreich. Man muss nur genau hinschauen. Es gibt hellgrau und dunkelgrau, staubgrau, mausgrau, felsgrau, aschgrau …
Was machst du da?”

(Angler 2 hält Telefon in der Hand)

Angler 2: „Ich rufe da jetzt an. Ich will es ausprobieren.”

Angler 1: "Nein, lass das!”

Angler 2: „Hallo? Ja, Hans Schulz hier. Ich hätte gern eine von diesen Geschenkbrillen. Ja. Ja, wenn das geht … Am Havetofter See. Im Obstgarten. Beim Gottesdienst … Super. Danke schön! Tschüß!”

Angler 1: „Und, was haben sie gesagt?”

Angler 2: „Sie wollen gleich liefern.”

Angler 1: „Das gibt es doch gar nicht. Die Sache MUSS einen Haken haben.”

(Paketbote kommt vorbei, stellt Päckchen zu, Angler 2 will es in Empfang nehmen, doch der Paketbote gibt es ihr nicht.)

Paketbote: „Es tut mir leid, aber ich darf ihnen die Sendung nur im Tausch aushändigen. Sie müssen ihre alte Brille abgeben, um die neue zu bekommen.“

Angler 1: „Sag ich doch, Haken!”

Angler 2: „Und was ist, wenn mir die neue Brille nicht gefällt?”

Paketbote (zuckt mit den Achseln): „Also wollen sie das Paket nun oder nicht? Ich habe noch mehr vor heute!“

Angler 2: „Na schön.”

(Setzt die Brille ab und gibt sie dem Boten, der gibt ihm das Paket und verschwindet. Angler 2 kneift geblendet die Augen zusammen, öffnet halb blind das Paket und setzt die neue Brille auf. Angler 1 schaut ihm gespannt zu.)

Angler 1: „Und? Wie isses?”

Angler 2: „Wow! Kaum zu glauben! Ich sehe Farben! Das Gras, es ist grün, nicht grau – und der Himmel, er ist blau! Und da dein T-Shirt … (Rest improvisiert)

Angler 1: „Ja, ja, ist ja gut. Waren da Drogen mit bei, oder was?”

Angler 2: „Nein! Mir ist nur so, als wäre ich vorher blind gewesen und nun kann ich sehen!”

Angler 1: „So, so, du willst also behaupten, dass ich blind bin? Nur weil ich mich auf deinen verrückten Trip nicht einlassen will? Das ist diskriminierend! Grau ist auch eine Farbe!”

Angler 2: „Nein, du verstehst das nicht. Du musst das selbst ausprobieren. Warte, setz‘ die Brille selbst mal auf, dann verstehst du, was ich meine.”

(Greift nach Anglers Sonnenbrille und will sie ihm abnehmen)

Angler 1 (wütend): „Nimmst du wohl die Finger von mir! Das ist ja wohl das Letzte, erst dieser Sektenquatsch und dann auch noch gewalttätig werden!”

Angler 2: „Aber … Ich wollte doch nur …”

Angler 1: „Anderen deinen komischen Glauben aufzwingen, das wolltest du. Aber da bist du an den Falschen geraten. Das lasse ich mit mir nicht machen!”

Angler 2: „Entschuldige bitte. Ich wollte dir nur einen Gefallen tun.”

Angler 1: „Ja, ja, das sagen sie alle.”

(Schweigen, angeln)

Angler 2: „Da, hast du das gesehen?”

Angler 1: „Was denn?”

Angler 2: „Den dicken silbernen Fisch direkt unter der Wasseroberfläche!”

Angler 1: „Du kannst mit deiner neuen Brille die Fische sehen? Das gibt’s doch nicht.”

Angler 2: „Doch. Kann ich.”
(mit neuer Hoffnung) „Weißt du was, ich könnte ja mal für dich anrufen und dir so eine Brille bestellen, dann kannst du das auch.”

(Angler 1 will abwehren, aber Angler 2 hat das Telefon schon in der Hand)

Angler 2: „Hallo, ja, eine Brille für meinen Freund … Ach so, er muss selbst anrufen. Okay. Aber es sind noch welche da? Ja, sag‘ ich ihm. Moment.”
(Hält Angler 1 das Telefon hin) „Hier, du musst selbst mit ihnen sprechen!”

(Angler 1 stellt sich taub.)

Angler 2: „Komm schon, es ist ganz einfach.”

(Angler 1 stellt sich taub.)

Angler 2 (ins Telefon): „Ja, wir melden uns später nochmal. Tschüß!”
(Zu Angler 1): „Entschuldige, das war jetzt wieder zu schnell von mir. Ich wollte dich nicht überfahren, aber es ist einfach sooo toll, die Welt in einer neuen Dimension zu sehen. Wenn ich dir das nur klar machen könnte … Aber jetzt lasse ich dich wohl besser in Ruhe.”

Angler 1: „Ja, das ist wohl besser so.”

Angler 2: „Ich lasse dir mein Telefon hier, falls du es dir noch anders überlegst. Einfach auf Wahlwiederholung drücken, siehst du hier:”

Angler 1: „Ich weiß, wie ein Telefon funktioniert.”

Angler 2: „Ja klar. Entschuldige.”

Angler 1: „Entschuldige dich nicht andauernd!”

Angler 2: „Entschuldigung. Äh – ich meine, ich geh dann mal.”

Angler 1: „Ja, Tschüß.”

Angler 2 (im Weggehen): „Einfach anrufen, du wirst es nicht bereuen!”

(Geht ab.)

(Angler 1 nimmt das Telefon, will es erst ins Wasser werfen, überlegt es sich dann anders, starrt es an. Dann steht er auf und packt sein Angelzeug zusammen.)

Angler 1: „Morgen. Vielleicht rufe ich morgen an.”

(Geht ab)

Anmerkungen des Autors

Anspiel zum Seegottesdienst am 16.7.2017 bei dem mehrere Jugendliche getauft wurden.

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