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Luther

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Informationen:

  • 5-15 Minuten
  • Allgemein, Luther

Martin Luther reflektiert sein Leben, Glaube, Anfechtung, Gnade, Evangelium, Frauen und Bier.

Luther, Reformation, Reformationsjubiläum, Glaube, Anfechtung, Evangelium, Heiligung, Gnade, Freude, Bier

Das Stück

Luther tritt auf. Er trägt eine Mönchskutte und hat einen Bier-Humpen in der Hand, aus dem er gelegentlich einen Schluck nimmt.

Luther: "Seid gegrüßet, meine Schwestern und Brüder im Herrn. Es bereitet mir große Freude und ehrt mich, dass ihr meiner in diesem Jahre gedenkt. Ich habe dies zum Anlass genommen, noch einmal in mein altes Mönchsgewand zu schlüpfen. Ach, wenn es reden könnte, es hätte viele Geschichten zu erzählen...
Seltsam, wie mit dem alten Stoff auch die alten Erinnerungen wieder hervortreten. An die Zeit im Kloster in Erfurt, an die vielen einsamen Stunden in meiner Zelle. An die Reise zu den Papisten nach Rom. An die vielen Anfechtungen und Schwermut in jenen Jahren...
Aber ein jeglicher, der ein rechtschaffener Christ sein will, der gedenke, dass er Christum ohne Anfechtung nicht lernen kann. Und glaubt nicht, dass ich mit diesem Lernen schon am Ende sei.
Ich bin selber oft zornig auf mich, dass ich das in der Anfechtung nicht kann: mit Christus alle meine Gedanken vertreiben. So viel ich davon geschrieben, gelesen und gepredigt habe, dennoch kann ichs nicht.
Da ist es tröstlich, dass nach dem Zeugnis und der Erfahrung aller Frommen wohl doch die größte Anfechtung ist, keine Anfechtung zu haben. Und das Nachgrübeln darüber bringt auch nicht weiter. Denn keine Anfechtung bringt leichter zu Fall, als danach zu forschen, warum dies oder jenes geschieht. Das „Warum“ hat alle Heiligen gequält.
Wir sind auch von Natur aus dazu geschickt, gern einen Glauben haben zu wollen, der Rückversicherungen, der Sicherheit verlangt. Wir wollen es gern mit Händen greifen und in die Tasche stecken. Aber das geschieht in diesem Leben nicht.
Jeder schneidet gern die Bretter da, wo sie am dünnsten sind; man bohrt nicht gern durch dicke Bretter. So auch im Glauben. Mir hat Gottes Weise oft übel gefallen; aber jetzt rede ich ihm nicht mehr drein.
Es ist eine große Wohltat Gottes, dass er nicht alles gibt, was wir begehren.
Nein, Gott kocht die Seinen, und wenn er es gut mit ihnen meint, so legt er noch den Deckel darauf, dass sie so recht im Gebrodel drinstehen. Wer nicht versucht ist, der weiß nichts. Doch bedenke: Christus lässt wohl sinken, aber nicht ertrinken.
Alleine hätte ich die vielen Irrungen, Wirrungen, Wendungen und Kämpfe meines Lebens wohl kaum überstehen mögen. Mir ist gottlob wohl geraten; denn ich habe ein fromm, treu Weib, auf welches sich des Mannes Herz verlassen darf. Eine Frau ist doch der beste Gefährte fürs Leben. Was täte ich wohl ohne meinen „Herr Käthe“... wenn man dies Geschlecht, das Weibervolk, nicht hätte, so fiele die Haushaltung, und alles, was dazugehört, läge gar darnieder; darnach das weltliche Regiment, Städte und die Polizei. Summa: die Welt kann des Weibervolks nicht entbehren, nicht einmal wenn die Männer selber könnten Kinder tragen.
Aber ich schweife ab...
Sehe ich auf mich selbst und auf mein Leben, so meine ich unser Herrgott ist ein solcher Gewerbsmann, dass er nur an schweren Meisterstücken seine Lust hat, nicht an geringem Schnitzwerk. Darum hat er von allen Zeiten her recht hartes Holz und harte Steine sich vor allem auserlesen, um daran seine Kunst zu erweisen.
Der irdische Mensch ist Stoff, aus dem Gott die künftige Gestalt formt. Niemand lasse den Glauben daran fahren, dass Gott durch ihn eine große Tat tun will.
Der Heilige Geist macht einen Menschen nicht so bald vollkommen, sondern er muss wachsen und zunehmen. Der Christ lebt nicht im Gewordensein, sondern im Werden. Dass also dies Leben nicht ist ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht ein Gesundsein, sondern ein Gesundwerden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind es noch nicht, wir werden es aber; es ist noch nicht getan und geschehen, es ist aber im Gang und Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg; es glüht und glänzt noch nicht alles, es klärt sich aber alles.
Man lerne Christum al-so erkennen, dass in seinem Reich nur schwache und kranke Leute sind, und dass es nichts anderes sei denn ein Spital, da lauter Gebrechliche und Sieche liegen, deren man sich annehmen müsse. Darum lasst uns in uns schwach sein, auf dass wir in Gott stark werden.
Und der Glaube soll nicht an dem hangen, was man empfindet oder fühlt, sondern an dem, das unempfindlich und, wie Paulus es nennt, unsichtbar ist.
Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade. Und solche Zuversicht macht fröhlich, mutig und voll Lust zu Gott und allen Geschöpfen.
Ja, die Gnade Gottes...
So wenig ihr der Sonne ihren Schein wehren könnt, soviel weniger könnt ihr die Gnade Gottes binden, die keinen Grund, Höhe, Ziel noch Maß, Anfang noch Ende hat.
Ich kann die Kunst nicht erreichen, solch herrliche Bilder wie „Gott hat die Welt geliebt“ zu verstehen. Es wäre genug gewesen, wenn er der Welt einen guten Morgen geboten hätte. Überdies liebt er sie. Und die Welt ist doch ein widerwärtiges, unliebenswertes Objekt. Das ist sie wahrlich. Sie missbraucht so undankbar alles Geschaffene, lästert Gott und legt ihm alle Plage auf. Es ist eine unbegreifliche Liebe, größer als das Feuer, welches Mose sah, ja selbst als das höllische. Wer will nun verzweifeln, wenn Gott so gesinnet ist.
Die Barmherzigkeit Gottes ist wie der Himmel, der stets über uns fest bleibt. Unter diesem Dach sind wir sicher, wo auch immer wir sind.
Darum sage ich immer: Herr Jesus Christus, du bist meine Gerechtigkeit, ich aber bin deine Sünde: Du hast auf dich genommen, was mein ist, und mir gegeben, was dein ist. Du hast auf dich genommen, was du nicht warst, und hast mir gegeben, was ich nicht war.
Und das Evangelium bietet uns an: Gottes Gab und Geschenk, Hülfe und Heil, heißt uns nur den Sack herhalten und uns lassen geben. Dieses Evangelium ist wie ein frisches, sanftes, kühles Lüftlein in der großen Hitze des Sommers, das heißt ein Trost in der Angst der Gewissen.
Und bedenke ich das schwindet auch die Schwermut. Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz. Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen und Fröhlichsein eine Pflicht, die sonderlich Christen zukommt. Wenn Gott keinen Spaß verstünde, so wollte ich auch nicht in den Himmel.
Es ist dem lieben Herrgott sehr recht, wenn du einmal aus Herzensgrund dich freust oder lachst. Man kann Gott nicht allein mit Arbeit dienen, sondern auch mit Feiern und Ruhen.
Wie ich zu sagen pflege: „Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken.“ In diesem Sinne: Prosit!

Prostet dem Publikum zu

Luther: "Ich glaube, niemals empfindet man die Hand Gottes kräftiger über sich, als wenn man die Jahre seines vergangenen Lebens betrachtet. Die Wege Gottes sind wie ein hebräisches Buch. Das kann man auch nur von hinten lesen.
Ich komme nun zum Ende meiner Betrachtungen über mein Leben:, denn es ist die größte Torheit, mit vielen Worten nichts sagen.
Ich hasse die Vielredner. Denn meistens, wenn sie meinen, sehr Großes zu sagen, reden sie Lügen. Die Wahrheit aber, so wie sie die Sache nur weniger Menschen ist, macht nicht viele Worte. Und so sage ich nun nichts mehr, denn ich trage nur Wasser ins Meer damit.
Was ist die Quintessenz des Ganzen? Was kann ich euch noch mitgeben?
Ich kann euch nichts hinterlassen als meine Armseligkeit, aber dafür einen reichen Gott.
Amen & gehabt euch wohl!"

Tritt ab.

Anmerkungen des Autors

Verfasst zum Reformationsjubiläum 2017. Es ist aus tatsächlichen Lutherzitaten (mit ein paar verbindenden Sätzen von mir) zusammengesetzt.

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